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Französische Komödie in der Kritik: „Eine Frau mit berauschenden Talenten“

Französische Komödie in der Kritik : „Eine Frau mit berauschenden Talenten“

Die zierliche Isabelle Huppert als arabische Drogen-Dealerin, die eklektische Charakterdarstellerin als gerissene Kleptomanin - das ist mal eine originelle Idee und in dieser Ausführung ein Komödien-Knaller!

Patience Portefeux (Isabelle Huppert) übersetzt für die französische Drogenpolizei Verhöre und abgehörte Telefongespräche arabischer Verdächtiger. Dabei muss sie die Beleidigungen der nordafrikanischen Machos und auch körperliche Attacken ertragen. Zudem kümmert sie sich um die Mutter im Pflegeheim, das ihre Finanzen extrem belastet. Als sie hört, dass eine der Schmuggler in einer großen Überwachung der Sohn der netten Pflegerin ist, startet Patience spontan einen raffinierten Plan, um deren Sohn zu retten und das eigene Konto aufzubessern.

Die bürgerliche, ältere Frau, die plötzlich mit Drogen dealt, ist mit dem britischen „Grasgeflüster“ (Saving Grace, 2000) und der französischen „Paulette“ (2012) schon fast ein eigenes Genre. Doch „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ geht nicht den Weg des Sozialdramas und lässt auch keine brave Frau die Seiten wechseln. Wie es sich für einen „Stille Wasser sind tief“-Charakter von Huppert gehört, hat Patience schon als Kind für die Eltern Geld in die Schweiz geschmuggelt. Ja genau, Isabelle Huppert, diese zierliche französische Schauspielerin, die feingliedrige Klavierlehrerin, die Spitzenklöpplerin, die spezialisiert ist auf fordernde psychologische Rollen.

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In dieser leichten Komödie klaut ihre Figur auch gerne für den Sohn des Inspektors einen Spielzeug-Dino im Museum. Mit diesem Inspektor hat sie übrigens eine Beziehung und kommt so an die neuesten Ergebnisse der Ermittlungen gegen sie selbst. Denn schwer verkleidet und geschminkt, versucht sie hinter großer Sonnenbrille als Araberin „Daronne“ (arab.: die Alte, die Frau des Alten) 500 Kilo besten, frisch aus Marokko importierten Hasch zu verkaufen.

Sie bringt die Ware mit dem Taxi zum Deal. Immer 20 Kilo in den billigen Plastiktaschen der Einwanderer. Ihre beiden Partner stellen sich nicht wahnsinnig raffiniert an und auch die immer neuen Übergabe-Ideen sind lustig. Hasch-Platten in Keksdose im Supermarkt auszutauschen ist ganz schön raffiniert. Auch ein wunderbares Verhältnis von Patience mit der chinesischen Hausverwalterin ist Humor mit Charme. Viele Details der gut gezeichneten Figuren und Milieus machen „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ von Regisseur und Ko-Autor Jean-Paul Salomé zur Komödie mit begeisternden Talenten.

Eine Frau mit berauschenden Talenten Frankreich 2020 (La Daronne) Regie: Jean-Paul Salomé, mit Isabelle Huppert, Hippolyte Girardot 106 Min. FSK ab 12

Aachen: Apollo, Eden, Capitol