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„Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“: Die Geschichte bleibt gleich, der Inhalt wirkt dünn

„Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ : Die Geschichte bleibt gleich, der Inhalt wirkt dünn

Die ganze Welt wandelt sich im Sauseschritt. Die ganze Welt? Nein, Filme über ein kleines gallisches Dorf werden immer noch wie früher erzählt. Selbst wenn der neue „Asterix“-Film nach klassischem Zeichentrick und Realfilm nun zum zweiten Mal als digitale Animation daherkommt, bleibt es die gleiche Geschichte. Die inhaltlich etwas dünn wirkt.

Fällt ein Druide vom Baum. Eigentlich kein Beinbruch, doch beim Druiden Miraculix löst der Beinbruch eine große Endzeit-Krise aus. Ein Nachfolger zur Bereitung des überlebenswichtigen Zaubertranks muss gefunden werden, sonst kann sich das kleine gallische Dorf nicht mehr gegen Cäsars Römer verteidigen. So weit die übersichtliche Handlung, die mal nicht auf einen der vielen, seit 1959 veröffentlichten Asterix-Bände basiert.

Doch auch im 14. Film seit „Asterix der Gallier“ (1967) bleiben die Bestandteile die gleichen: Sich ständig prügelnde Dorftrottel, gehtzte Römer und Wildschweine, Wortspiele und Namenswitze wie der Schweizer Druide Zürix, Genre-Parodien und Film-Anspielungen wie der Senator Tomcrus. Nun hat diesmal Tomcrus aber gar nichts von Tom Cruise. Eine sinnlose Pointe.

Die digitale Animation macht Asterix und Obelix zwar so knuffig rund wie die alten Spielfiguren, doch in der neuen Tiefe gibt es nichts zu entdecken. Knollige Nasen und Dickschädel, aber dünne Charakter-Zeichnung. Da interessiert es schon gar nicht mehr, dass sich die dicken Freunde Asterix und Obelix selbstverständlich wieder streiten und trennen.

Das Wiedersehen bekannter Gesichter und Geschichten ist eher für recht junge Fans gedacht. Die bekommen als Anachronismus auch einen steinernen Keypad zum Türöffnen, ein wenig „Star Wars“ mit dem neuen Schüler Emporkömmlix, der sich gegen böse Kräfte wehren muss. Von den „X-Men“ borgten sich der Wildschein streichelnde Oberschurke Dämonix die Superkräfte. Die Action-Spannung am Ende gibt fast den altmodischen Charme für ein Riesenmonster, einen römischen Transformer, auf.

„Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ ist kein neuer, nur ein weiterer „Asterix“-Film. Resteverwertung, auf die niemand gewartet hat.

Frankreich 2018 Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy 85 Min.

Aachen: Cinekarree

Alsdorf: Kinopark

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

Eschweiler: Primus