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Animationsfilm „Willkommen im Wunder-Park“ startet in den Kinos

„Willkommen im Wunder-Park“ : Bunter Animationsfilm, aber es fehlt der Zauber

Die kleine June sprüht Vorstellungskraft. Ihre Geschichte entführt den Zuschauer in den Wunderpark ihrer Fantasie, in dem sich allerlei Tieren tummeln und bunte Fahrgeschäfte einen wilden Ritt versprechen.

Wie sähe das Phantásien aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte" aus, wenn man die Grundidee durch den Computer jagt, der sonst die Buchhaltung macht? Eine grell-bunte AHDS-Version eines Fantasielandes soll ein kleines Mädchen über die schwere Krankheit der Mutter hinweg helfen. Grober Mechanismus in Erzählung, Zeichnung und Dramaturgie macht „Willkommen im Wunder-Park“ trotz gelungener Ansätze zum unangenehmen Kino-Ausflug.

Der Park aus Junes Fantasie wird geleitet von sprechenden Tieren und bevölkert von angeblich begeisterten Kindern mit flachen, leblosen Gesichtern aus dem Film-Computer. Das ingeniöse, fantasiereiche Mädchen bastelt zusammen mit ihrer Mutter an diesem kunterbunten Freizeitpark. Viel fantastischer ist noch die lebensechte Seifenkisten-Bahn, die sie sich selbst baut. Durch (unbenannte) Krankheit und Abwesenheit der Mutter, mit der sie eine besondere Verbindung hatte, versiegt allerdings Junes Lebensfreude. Als sie sich bei einem Schulausflug absetzt, entdeckt das Mädchen im Wald ihren verfallenen Wunder-Park, in dem die tierischen Freunde von Zombie-Äffchen terrorisiert werden.

Tatsächlich vermehren sich diese Zombie-Affen wie Krebs-Zellen überall und ziehen einen ins Nichts. Auch wie June ihre eigene Verschlossenheit beim Menschenaffen Peanut erkennt und überwindet, ist im Ansatz eine gute Metapher für das Problem des Kindes. Doch im Gegensatz zu „Alles steht Kopf“ („Inside Out"), dem Meisterwerk dieser Disziplin, fehlt hier eine elegante wie schlüssige Verbindung zwischen innerer und äußerer Handlung. Die Karussells und rasanten Achterbahnen bieten tolle Spielzeuge für übertrieben rasante Action, aber alles spult recht beliebig ab.

Es gibt witzige Figuren und Dialoge, aber die Handlung bewegt sich wie ein großer grober Roboter, zusammengeschraubt aus demolierten Bestandteilen besserer Geschichten. Im kalten Mechanismus greller Attraktionen fehlt Geist und Zauber aus einem echten Wunder-Land.

USA 2019 Regie: Dylan Brown 86 Min. FSK ab 0

Aachen: Cinekarree

Alsdorf: Kinopark

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

Eschweiler: Primus

Heinsberg: Roxy

Originalversion:

Heerlen: Quatro4

Kerkrade: Vue