1. Freizeit
  2. Fernsehen

Rezension zum Netflix-Film "Sergio" über den Diplomaten der UN

Netflix-Film „Sergio“ : Engagierter Vermittler und Kämpfer für die Menschlichkeit

Eine faszinierende Figur, engagierter Vermittler, Kämpfer für die Menschlichkeit, und das in echt: „Sergio“ ist das spannende und Horizont erweiternde Spielfilm-Porträt des charismatischen UN-Diplomaten Sergio Vieira de Mello (Wagner Moura).

Nach Missionen in Kambodscha mit den mörderischen Roten Khmer und im Unabhängigkeitskrieg von Ost-Timor landet der Brasilianer in Bagdad, das nach der US-Invasion gerade im Chaos versinkt. „Die UN arbeitet für uns“, meint der überhebliche US-Botschafter Paul Bremer dort. De Mello konfrontiert diesen außenpolitischen Cowboy mit klarer Sprache und einem anderen Plan.

„Sergio“ erzählt vielschichtig von einem klugen Idealisten, der - das ist ein Clou des Films - durch seinen Optimismus umkommt. In Rückblenden, während er nach einem Bombenanschlag unter Trümmern eingeklemmt ist, bestärkt die Liebesgeschichte mit einer Mitarbeiterin (Ana de Armas) seine Glaubwürdigkeit. Es zeigt sich aber auch, dass de Mello kein guter Vater für seine Söhne aus erster Ehe ist. Der sehr, sehr gut montierte Bilderfluss aus verschiedenen Aspekten und Aufgaben seines Lebens macht dieses Porträt eines Ausnahme-Politikers so herausragend.