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The Eddy: Es war einmal in einem Pariser Jazzclub

The Eddy : Es war einmal in einem Pariser Jazzclub

Oscar-Sieger Damien Chazelle („La La Land“, „Whiplash”) macht eine Serie und was für eine! „The Eddy“ rund um einen Pariser Jazzclub ist auch ein Musical, aber nicht so verzuckert oder überkandidelt wie „La La Land“.

Schon die erste Szene - mit Steadycam im Jazzclub wie bei Spike Lee - zeigt tolles Kino und beste Musik. Der einst berühmte New Yorker Jazz-Pianist Elliot Udo (André Holland aus „Moonlight“) versucht nach einem tragischen Ereignis zusammen mit seinem Freund Farid (Tahar Rahim aus „A Prophet“), den kleinen Club „The Eddy“ über Wasser zu halten.

Elliots schwieriges Verhältnis zur polnischen Sängerin Maja (Joanna Kulig aus „Ida“) wird nicht erleichtert, als auch noch seine aufmüpfige Tochter Julie (Amandla Stenberg) auftaucht.

Es passiert eine ganze Menge, ohne dass „The Eddy“ überladen erscheint - leicht und schwungvoll inszeniert wie ein guter Song, bewegt sich die Handlung (oft mit Handkamera) durch Paris, grandiose Szenen werden beiläufig eingestreut und immer wieder gibt es Jazz. Wie in der Folge „Amira“ bei einer furchtbaren und einer grandiosen Begräbnisfeier. Jede der acht sagenhaft besetzten Folgen trägt einen Namen und dreht sich um die betreffende Person.

Dabei ist Chazelles geniale Serie auch noch spannend: Früh wird eine der Hauptfiguren ermordet, eine böse Drohung zieht sich durch alle Folgen. Nach seinen ersten gefeierten Kinofilmen begeistert Chazelle nun mit einer ganz anderen und wunderbaren Art zu erzählen. „The Eddy“ lässt anstelle von viel Gequatsche mitfühlen und -erleben.