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Coronavirus: Tipps zu heldenhaften Sportfilmen

Jogginghose an und rauf auf die Couch : Heldenhafte Sportfilme

Ob Rocky, der die Treppen in Philadelphia hochrennt, die jamaikanische Bobmannschaft, die den Eiskanal runtersaust, oder Arne Friedrich, dessen Atem der Gegner spüren muss: Sportler können durch ihre Leistungen zu Helden werden – egal ob im echten Leben oder in den fiktiven Welten der Autoren – und motivieren. Zum Beispiel zu einem Marathon. Mit Filmen. Auf der Couch. Viel Spaß mit unseren Sportfilmen!

Wie jedes gute Training einen Plan hat, jeder Trainer über die Taktik grübelt und jede Sportlerin und jeder Sportler ein Ziel verfolgt, so ist auch die Wahl der richtigen Sportfilme für einen gelungenen Filmabend entscheidend.

Ein paar besonders gelungene Umsetzungen stellen wir Ihnen im Folgenden vor:

Cool Runnings – Dabei sein ist alles

„Das geht über eure Vorstellungskraft, Jamaika hat ne Bobmannschaft!“ Und das ist nicht der Anfang eines schlechten Witzes, sondern der Leitspruch er mehr oder weniger echten Geschichte der ersten Bobmannschaft Jamaikas.

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Die ging 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary, Kanada an den Start. 1993 verfilmte Jon Turtletaub das Geschehen, wobei er sich nur lose an die Fakten hielt. Das macht den Film aber nicht weniger sehenswert und inspirierend.

Derice Bannock (Leon Robinson) ist einer der schnellsten Kurzstreckenläufer Jamaikas und will, wie schon sein Vater, für Jamaika zu den Olympischen Spielen. Doch beim entscheidenden Qualifikationslauf wird er in einen Sturz verwickelt, seine Träume laufen ihm in Form der anderen Teilnehmer davon.

Doch Derice gibt nicht auf. In der Person von Irving Blitzer (John Candy) sieht er eine weitere Chance auf seine Olympia-Teilnahme. „Irv“, der US-amerikanische„Schlittengott“, war einst ein erfolgreicher Bobfahrer und wollte schon Derices Vater dazu bringen in den Eiskanal zu steigen. Denn für ihn sind die laufstarken Sprinter die idealen Anschieber beim Bobfahren.

Und so entsteht kurzerhand aus Derice, seinem besten Kumpel und „Seifenkistenchampion“ Sanka Coffie (Doug E. Doug), dem grimmigen Yul Brenner (Malik Yoba), der unbedingt aus den ärmlichen Verhältnissen Jamaikas ausbrechen will, und Junior Bevil (Rawle D. Lewis), der den Sturz bei der Qualifikation verursachte und damit Derice, Yul und sich selbst die Olympia-Teilnahme vermasselte, die erste jamaikanische Bobmannschaft.

Allen Widerständen zum Trotz schaffen es die vier und ihr Trainer nach Calgary, sie meistern die erforderliche Qualifikationsfahrt, besiegen die Skepsis der Jamaikaner zuhause und erarbeiten sich den Respekt der anderen Wintersportathleten. Ob es am Ende zum Sieg reicht? Das verraten wir an dieser Stelle nicht. Es ist für die Botschaft des Films aber auch nicht entscheidend. Die Komödie, die viele Feel-Good-Momente präsentiert, glänzt in ihren Schlussmomenten mit einer wichtigen Botschaft: sich treu bleiben, an sich glauben und das Beste geben!

Rund macht dieses Gesamtpaket die Musik von Hans Zimmer, dessen Score auch nach dem Film im Ohr bleiben und für Gänsehaut sorgt. Nicht umsonst gewann er dafür den „BMI Award“ 1994 in der Kategorie „Beste Filmmusik“.

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Die echte erste jamaikanische Bobmannschaft bestand übrigens aus vier Soldaten, die von einem US-amerikanischen Coach trainiert wurden. Die Idee geht auf zwei Geschäftsreisende zurück, die auf Jamaika Seifenkistenrennen gesehen hatten. Für sie war das wie Bobfahren ohne Eis, und in Kombination mit den Sprintfähigkeiten vieler jamaikanischer Sportler sahen sie Potenzial für den Eiskanal. Bei ihrer ersten Teilnahme 1988 spielten sie nur eine Nebenrolle, standen aber wie kein anderes Team für das olympische Motto „Dabei sein ist alles“. (bph)

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Cool Runnings – Dabei sein ist alles, 1993, Regie: Jon Turteltaub, u. a. mit John Candy, Leon Robinson und Doug E. Doug, Länge: 98 Minuten

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Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts

Mit Rocky Balboa schuf Sylvester Stallone 1976 eine der ikonischsten Kinofiguren aller Zeiten. Der „Italian Stallion“ war der Inbegriff des Underdogs, der um jede noch so kleine Chance kämpfen musste, stets gegen Widerstände antrat, chancenlos in die Ecke gedrängt wurde – und das im Boxring sogar wortwörtlich – und am Ende doch triumphierte.

Bis heute folgten auf den ersten Teil fünf weitere direkte Fortsetzungen, in denen Rocky im Fokus stand, und zwei „Creed“-Ableger, in denen eine Staffelübergabe erfolgte.

Die Qualität der Filme schwankte dabei von Teil zu Teil. Wurde das Erstlingswerk noch mit drei Oscars („Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bester Schnitt“), einem Golden Globe („Bester Film“) und einem Japanese Academy Award ausgezeichnet. Darüber hinaus gab es zahlreiche weitere Nominierungen für die Geschichte des Amateurboxers, der den amtierenden Weltmeister an den Rand einer Niederlage brachte, nach einem Drehbuch von „Sly“ himself.

Für die Teile zwei bis vier übernahm Stallone dann auch höchstselbst die Regie, ebenso für den sechsten Teil. Der überragende erste Teil wurde hingegen von John G. Avildsen inszeniert. Allerdings inszenierte er auch den fünften und storytechnisch schwächsten Film der gesamten „Rocky“-Saga.

Doch Auszeichnungen sind nicht immer der entscheidende Indikator, wie der vierte Teil der Reihe zeigt. Dieser wurde mit gleich fünf (!!!) Goldenen Himbeeren „ausgezeichnet“. Bei den Zuschauern allerdings kam der Film an: Mit 128 Millionen Dollar ist er der Teil mit dem höchsten Einspielergebnis in den USA, weltweit kamen 300 Millionen Dollar zusammen. Auch in Deutschland wurde der Film aufgrund seines kommerziellen Erfolgs mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet.

Aber genug des Aufwärmprogramms, Ring frei für die Story: Rocky, amtierender Schwergewichtsweltmeister, muss bei einem Showkampf mit ansehen, wie der sowjetische Amateurchampion seinen besten Freund und ehemaligen Titelträger Apollo Creed (Carl Weathers) tötet.

Schnell ist klar: Rocky muss seinen Freund im Ring rächen. Doch die Delegation der Sowjetunion besteht darauf, dass dieser Kampf nicht in den USA, sondern in Moskau stattfinden soll. Rocky willigt ein und so kommt es zum Duell zwischen dem „italienischen Hengst“ und Ivan Drago, die USA trifft auf die Sowjetunion, West gegen Ost, nie war der Kalte Krieg heißer.

Ohne seinen besten Freund Apollo, ohne seinen einstigen Trainer Mickey und ohne seine Frau Adrian – Entschuldigung: „Adriaaaaaaaaan“ (Talia Shire) – macht er sich auf in eine verschneite Berghütte und nimmt das Training auf. Während sein Kontrahent mit modernsten Maschinen in bestens ausgestatteten Hallen trainiert (und dopt), bearbeitet Rocky Holzstämme mit der Axt und läuft durch meterhohen Schnee.

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Im Schlussakt des Films kommt es zum Aufeinandertreffen der beiden Kampfmaschinen vor einem fanatischen Publikum, das den Hometown-Hero feiert und Rocky mit blankem Hass empfängt. Und rocky-typisch sieht es für den Boxer aus Philadelphia zunächst nicht gut aus. Doch er kämpft, tritt gegen die Widerstände an, wird in die Ecke gedrängt, um am Ende – da verrät man an dieser Stelle nicht zu viel – zu siegen.

Der Film hat zweifelsohne seine Schwächen (Roboterszene zu Paulies Geburtstag) und bedient billige Klischees (der gute Westen, der für Recht und Ordnung steht gegen den bösen Osten, die hinterhältige Sowjetunion, die mit miesen Tricks spielt), ist aber zugleich so mit Pathos aufgeladen, dass man als Zuschauer kaum auf der Couch sitzen bleiben und selbst sofort das Box-Training aufnehmen möchte.

Für Lundgren war es erst die zweite Filmrolle. Das merkt man dem schwedischen Actionstar auch an. Doch gerade sein limitiertes Schauspiel und seine wenigen Sätze passen einfach zu Ivan Drago. Stallone ist – wie in allen Teilen – Rocky durch und durch. Der Boxkampf zwischen den beiden ist perfekt choreographiert und lässt eines nicht vermissen: die Härte. Mit echtem Boxen hat das zwar nur wenig zu tun, für die Dramaturgie des Kampfes ist das wilde „Gekloppe“ aber genau richtig.

Nun spielen Sie Punktrichter und entscheiden Sie, ob der Film Sie umhaut. (bph)

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Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts, 1985, Regie: Sylvester Stallone, u. a. mit Sylvester Stallone und Dolph Lundgren, Länge: 91 Minuten

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Invictus – Unbezwungen

„Ich dank‘, welch Gott es geben mag, dass unbezwungen ist meine Seel‘.“ Eine Zeile aus dem Gedicht „Invictus“ von William Ernest Henley, die als Inspiration für den Sportfilm „Invictus – Unbezwungen“ diente. Die geschichtlich Bewanderten werden wissen, dass das Gedicht aus dem Jahr 1875 Nelson Mandela, Widerstandskämpfer und späterer Präsident Südafrikas, während seiner Jahre im Gefängnis Hoffnung und Trost gespendet hat.

Und genau darum geht es im Spielfilm von Regisseur Clint Eastwood: „Invictus – Unbezwungen“ beruht auf dem Sachbuch „Der Sieg des Nelson Mandela: Wie aus Feinden Freunde wurden“ und erzählt die Geschichte von Mandela als Präsident, der versucht, ein zerrissenes Land mithilfe des Sports zu einen. Er will die Feindschaft zwischen der „weißen“ Minderheit und „schwarzen“ Mehrheit im Land überwinden, indem er den Springboks, der südafrikanischen Rugby-Union-Nationalmannschaft, zum Weltmeisterschaftssieg 1995 verhilft.

Das Team wird von den meisten Südafrikanern verachtet, da Rugby der Volkssport der Buren, der europäischstämmigen Einwohner Südafrikas, ist. Außerdem gehören den Springboks bis auf eine Ausnahme nur „weiße“ Spieler an.

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Nicht viele Schauspieler würden es schaffen, solch eine bedeutende Person wie Nelson Mandela angemessen zu verkörpern. Deshalb musste auch einer der ganz Großen ran: Oscar-Preisträger Morgan Freeman meistert diese Herausforderung mit solch einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, wie sie nicht vielen vergönnt ist, und strahlt zugleich Würde und Herzlichkeit aus. Damit gleicht er sogar das Zuviel an Pathos im Film aus. Als Inspiration für seine Rolle in dem Sportstreifen aus dem Jahr 2009 hat er Mandela, der 2013 verstorben ist, mehrmals getroffen.

„Invictus – Unbezwungen“ ist anzumerken, dass Freeman sich intensiv mit der Rolle auseinandergesetzt hat. Die stärkste Szene ist die auf der Gefängnisinsel Robben Island, als das Rugby-Team die ehemalige Haftanstalt ihres neuen Präsidenten besucht.

Den Kapitän der Springboks spielt Matt Damon. Für seine Rolle als François Pienaar bekam er Training von Chester Williams, dem ersten dunkelhäutigen Nationalspieler der südafrikanischen Rugby-Union-Nationalmannschaft nach dem Ende der Apartheid und Mitglied des Teams, das 1995 erstmals im eigenen Land die WM gewann.

Die charmante Quintessenz des Films lautet: Du kannst alles schaffen, was du willst – und alles sein, was du willst. Um also mit William Ernest Henleys Worten zu schließen: „Ich bin der Meister meines Los‘, ich bin der Captain meiner Seel‘.“ (mepo)

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Invictus – Unbezwungen, 2009, Regie: Clint Eastwood, u. a. mit Morgan Freemann, Matt Damon und Scott Eastwood, Länge: 134 Minuten

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Wie ein wilder Stier

Bei einer Auflistung der besten Sportfilme darf ein Film nicht fehlen: Martin Scorseses „Wie ein wilder Stier“. Scorsese und Robert de Niro haben im 20. Jahrhundert viele Filme zusammen gemacht. Das Boxerdrama „Wie ein wilder Stier“ war ihre dritte Zusammenarbeit. Es gilt nicht nur als Klassiker des Genres Sportfilms, sondern bis heute auch als Meilenstein der Filmgeschichte und einer der besten Filme aller Zeiten.

In bestechendem Schwarz-Weiß erzählt der Film die wahre Geschichte vom Aufstieg und Fall des Boxers Jake LaMotta. Auch wenn Scorsese viel Zeit für die realistische Darstellung der Boxkämpfe nimmt, setzt er allerdings nicht so sehr den Sport in den Mittelpunkt des Films, sondern konzentriert sich mehr auf das soziale Umfeld und die Psyche des aggressiven und gewalttätigen Protagonisten – beeindruckend verkörpert von Robert de Niro. Sein angsteinflößendes Spiel ist auch das, was am ehesten im Gedächtnis bleibt.

Robert de Niro gab seinen ganzen Körper für die Rolle – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Film beinhaltet eine der ersten großen Körperwandlungen eines Schauspielers: Robert de Niro nahm mehr als 25 Kilo zu, um den gealterten Jake LaMotta darzustellen, und trainierte sich für die anderen Szenen den Speck ab und eine beeindruckende Muskelmasse an. Für seine Leistung erhielt der Schauspieler einen Oscar. (bwi)

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Wie ein wilder Stier, 1980, Regie: Martin Scorsese, u. a. mit Robert De Niro und Joe Pesci, Länge: 124 Minuten

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Die Kunst zu gewinnen – Moneyball

Keine bewegenden Kabinenansprachen, keine rührenden Hymnen und keine Spiele in Zeitlupe – „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ aus dem Jahr 2011 beweist, dass ein Sportfilm auch ohne großen Pathos unterhalten kann. Und dass, richtig erzählt, der hierzulande vielen eher fremde Baseball in der Lage ist, beim fachunkundigen Publikum Faszination auszulösen. Das liegt weniger an der Starbesetzung als am starken, von Regisseur Bennett Miller schnörkellos inszenierten Drehbuch, dessen Autoren Steven Zaillian („Schindlers Liste“) und Aaron Sorkin („The Social Network“) gewissenhaft wahre Ereignisse in Drama-Form gegossen haben.

Die Erzählung beginnt mit Enttäuschungen: Die Oakland Athletics sind in der ersten Playoff-Runde der höchsten nordamerikanischen Baseballliga, der Major League Baseball (MLB), ausgeschieden. Jetzt verlassen Leistungsträger den Klub – Geld für gleichwertigen Ersatz fehlt. Und so steht der ambitionierte Manager und Ex-Spieler Billy Beane (Brad Pitt), der für die Kaderzusammenstellung verantwortlich ist, vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Auf der verzweifelten Suche nach bezahlbaren Profis begegnet Beane dann aber dem jungen Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill). Der Baseball- und Zahlennerd hat die sogenannten Sabermetrics, ein in der Szene verpöntes, rein auf Statistiken beruhendes Spielerbewertungsprogramm, weiterentwickelt. Auf seinem Computerbildschirm erscheinen viele Sportler in neuem Licht – Mittelmaß entpuppt sich als Spitzenklasse. Und für Beane das Beste: Diese „neue“ Spitzenklasse ist, weil gemeinhin unterschätzt, finanzierbar.

Brand wird sofort engagiert und begleitet künftig seinen Chef, der die Sabermetrics-Methode als letzten Hoffnungsschimmer begreift. Auf dem Vereinsgelände in Oakland stoßen die unkonventionellen Pläne, die über Ein- und Verkäufe nun nach und nach in die Tat umgesetzt werden, jedoch auf wenig Gegenliebe. Da sind die alteingesessenen Scouts, die sich vor den Kopf gestoßen fühlen und auf ihren „bewährten“ Methoden („Er hat eine hässliche Freundin“) beharren.

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Da ist der Trainer (Philip Seymour Hoffman), der sich weigert, die – laut Sabermetrics – optimale Formation aufzustellen. Und da sind die Fans, die nach ausbleibenden Erfolgen ungeduldig werden. Beane aber bleibt stur und hält an der Methode fest …

Nicht umsonst schmückt sich „Moneyball“ mit sechs Oscar-Nominierungen, darunter eine für den besten Film. Bennett Miller hat dem Drehbuch die Ehre gemacht, die es verdient. Statt Sentimentalitäten steht eine interessante Geschichte im Vordergrund. Von Sportdrama-Klischees fehlt jede Spur. Und obendrauf gibt es einen Brad Pitt in Höchstform. (kit)

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Die Kunst zu gewinnen – Moneyball, 2011, Regie: Bennett Miller, u. a. mit Brad Pitt, Jonah Hill und Philip Seymour Hoffman, Länge: 133 Minuten

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Deutschland. Ein Sommermärchen