Elf gute Gründe, Lüttich zur Adventszeit zu besuchen

Weihnachtsdorf eröffnet: Elf gute Gründe, Lüttich zur Adventszeit zu besuchen

Lüttich trägt den von der EU ausgelobten Titel „Europäische Weihnachtshauptstadt 2018“. Das ist aber nur ein Grund, warum es sich lohnt, jetzt nach Lüttich zu fahren. Wir haben noch zehn weitere gesucht.

1. „Generation 80 Experience“ im Calatrava Bahnhof

Die neue Ausstellung mit ihrer faszinierenden Kulisse ist ein mitreißendes Erlebnis. Man taucht ein in die Welt umwälzender politischer Brisanz mit dem Fall der Berliner Mauer, dem Kalten Krieg, Falkland, dem Iran-Irak-Krieg, Tschernobyl, dem Wall Street Crash, sozialer Brandherde durch Aids, Abtreibung, Retorte. Dazu: Kino, Medien, Sport und Musik, die manches Herz höher schlagen lassen. Besucher werden an Indiana Jones, Rambo, Blade Runner, Star Wars, E.T., Michael Jackson oder Carl Lewis, Björn Borg, Boris Becker oder Maradona erinnert. (noch bis 2.6.19)

www.europaexpo.be

2. Ausstellung „Lüttich. Meisterwerke“

Vom 21. Dezember bis August 2019 zeigt das Museum der Schönen Künste von Lüttich – La Boverie – mehr als 150 Meisterwerke, Gemälde und Skulpturen, aus seiner ständigen Sammlung. Besucher dürfen sich auf große Werke großer Namen freuen: Monet, Pissarro, Picasso, Chagall, James Ensor, René Magritte, Paul Delvaux, Pierre Alechinsky, Lambert Lombard, Jean Delcour…

Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei.

www.laboverie.com

3. Bahnhof Guillemins und Esplanade

Man sollte Lüttich unbedingt mit dem Zug besuchen, denn das ist nicht nur umweltfreundlich und günstig, sondern auch spektakulär.

Das wohl berühmteste Paar der Stadt: Tchantchès et Nanèsse in Outremeuse. Foto: Minderjahn

Die Einfahrt in den weißen, „schwebenden“ Bahnhof (entworfen von Santiago Calatrava) ist ein absolutes Erlebnis. Wer noch nicht da war, wird seinen Augen kaum trauen. Der Bahnhof zählt zu den stylischsten in ganz Europa. Auch mit der Esplanade Richtung Maas zur neuen Fußgängerbrücke auf die Museumsinsel La Boverie entwickelt sich die Gegend immer mehr.

4. Passage Lemonnier – Ein Stück belgischer Shopping-Geschichte

Es ist die älteste Geschäftsgalerie Belgiens, im Herzen von Lüttich gelegen. Die 168 Meter lange Galerie wird in der Mitte von einer oktagonalen Rotunde unterbrochen, von der rechts und links Seitenflügel abzweigen. An der Seite zur Vinâve d’Ile liegt ein versteckter Schatz, das „Trocadéro“-Theater mit seiner typischen Art-Déco-Fassade aus dem Jahre 1926. Die Passage ist vier Meter breit und an ihr liegen insgesamt 56 Häuser, in denen sich rund 40 Boutiquen befinden. Die Eingänge der Passage tragen kreuzgewölbte Decken, während die Galerie von einem Glassatteldach überspannt wird.

5. Die St. Jakobus Stiftskirche – Einzigartiger Flamboyant-Stil

Weihnachtszeit und Kirchenbesuche gehören für viele Menschen unbedingt zusammen. In Lüttich gibt es prächtige Kirchen wie die St. Jakobus Stiftskirche (Église Saint-Jacques) an der Place Emil Dupont. Sie ist wohl das schönste Lütticher Gotteshau und gilt als das bemerkenswerteste Denkmal der Spätgotik in Belgien. Die einstige Abteikirche wurde 1016 gegründet.

Ihre Pracht ist stilistisch von verschiedenen Epochen geprägt durch den romanischen Vorbau aus dem 12. Jahrhundert, dem gotischen Kirchenschiff im sagenhaften Flammenstil (1514 - 1538) und dem Renaissance-Portal (mit interessanter Sandsteinskulptur im Eingangsbereich) des Lüttichers Lambert Lombard aus dem Jahre 1558. Weitere Meilensteine Lütticher Kirchenbauten sind Saint-Barthélemy mit dem berühmten Taufbecken sowie die Kathedrale Saint-Paul mit äußerst sehenswertem und wertvollem Kirchenschatz.

6. „Opéra Royal de Wallonie“ – Ein klassisches Opernhaus von Seltenheitswert

Die international renommierte „Opéra Royal de Wallonie“ (aus dem Jahr 1820) wurde 2012 grandios neu eröffnet. Die Lütticher können stolz sein auf ein Opernhaus, dessen klassischer Innenraum mit neuer Bestuhlung, restauriertem Fresko sowie mit Blattgold verzierten Logenbrüstungen und Säulen imponiert. Durch den Neubau wurde zudem die Akustik deutlich verbessert.

Überragt wird das in Weiß getünchte, alte Gebäude von einem riesigen Kubus, der mit rot-kupferfarbenen Metall-Lamellen verkleidet ist. Ein Clou ist der gläserne Aufzug, der ab der sechsten Etage außen am Gebäude entlang schwebt und einen faszinierenden Blick auf die Stadt eröffnet. Die Oper besticht vor allem durch die Aufführung klassischer italienischer Meisterwerke.

7. Weihnachtstadt Lüttich – Wie ein großer Wunschzettel

Lüttich trägt den von der EU ausgelobten Titel „Europäische Weihnachtshauptstadt 2018“. Zur Weihnachtsstadt Lüttich gehören neben dem Weihnachtsdorf der Platz vor der Kathedrale mit der Eisbahn und das European Circus Festival (Parc d‘Avroy). Beim europäischen Zirkusfestival entzücken Jongleure, Seil- und Trapezkünstler, Akrobaten und exotische Tiere Groß und Klein. (13.12.18 bis 6.1.19).

Der wunderschöne, spätgotische Innenraum der Kirche Saint-Jacques in Lüttich. Foto: Minderjahn

Les Nocturnales – Weihnachten der Kathedralen – nennt sich das von Luc Petit märchenhaft inszenierte Schauspiel „Le Voyage des Mages vom 26.-30.12.18 und vom 1. - 2. Januar in der Kathedrale Saint-Paul, nur mit Kartenreservierung, (http://noeldescathedrales.be/voyage-des-mages)

8. Lüttichs Weihnachtsdorf – Ein Fest für die Sinne

An der Place Saint-Lambert vor dem Fürstbischöflichen Palast, dem Espace Tivoli und an der Place du Marché vor dem Rathaus erstreckt sich Lüttichs Weihnachtsdorf mit rund 200 Chalets. Champagner- , Sekt- und Weinbars, Austern- und Lachsstände, Entenprodukte, Pilzgerichte aus heimischen Wäldern, Schinken- und Wurstwaren, Feinschmeckereien aus der Normandie, belgische Edelschokolade und Waffelspezialitäten, wallonisches Feingebäck und Süßwaren, Käsespezialitäten, Olivenöle, Trappistenbier, Lütticher Genever (Pekèt), belgische Pommes. Riesenrad und Rodelbahn bieten auch für kleinere Gäste Abwechslung.

Handwerkliche Produkte, Dekoartikel und Weihnachtsschmuck werden hauptsächlich in Ständen vor der prächtigen Fassade an der Galerie Saint-Lambert präsentiert.

9. Die historische Altstadt

Rund um die Rue Hors Château besticht das historische Herz mit wunderbar restaurierten Prachtgebäuden wie dem Museum für wallonische Volkskunde, der Buerentreppe (374 Stufen) mit den romantischen Pfaden hinauf zum Zitadellenhügel, dem Grand Curtius Museum und der Saint-Barthélemy-Kirche.

10. Lütticher Originale – Lebendige Legenden und Traditionen

Im „Maison du Pèkèt“ am Rathaus im Zentrum von Lüttich wird der „Pèkèt“ (Wacholderschnaps) exklusiv mit Fruchtaromen hauseigen abgefüllt und zum sehr leckeren Apéro-Getränk in 30 verschiedener Sorten angeboten. Originelles Dekor mit dem Charme des 18. Jahrhunderts ebenso wie im Restaurant Amon Nanesse nebenan. Tchantchès, das Lütticher Original, ist eine legendäre Marionettenfigur mit eigenem Museum.

Seine Freundin heißt Nanèsse. „Tchantchès et Nanèsse“ ist das wohl typischste Lokal in ganz Lüttich in der Rue Grande Bêche 35 in Outremeuse. Hier lässt man sich Lütticher Fleischklöße, Wachteln in Pèkètsoße oder Hähnchen in „Nanèsse-Bier“ munden.

11. Lütticher Waffeln und echter Café Liègeois

Kulinarisch sind sie ein absolutes Muss. Der Legende nach wurden die Lütticher Waffeln vom Koch des Fürstbischofs von Lüttich im 18. Jahrhundert erfunden. Das Besondere an der Lütticher Waffel ist der Hagelzucker, der beim dreiminütigen Backvorgang im (original) belgischen Waffeleisen karamellisiert. Charakteristisch für die Lütticher Waffel sind außerdem ihre starke Rippung (24 Löcher, nicht mehr und nicht weniger) und ihre abgerundeten Ecken.

Unwiderstehlicher Duft umweht die Nase, wenn man in die Nähe der Backstuben kommt, in denen das „Original“ hergestellt wird. Der „Café Liégeois“ ist eine heißkalte Angelegenheit in Form von schwarzem Kaffee mit Crème fraîche oder Schlagsahne und zwei Kugeln Mokka-Eiscreme in einem großen Glas.

Und noch ein Nachschlag: Die berühmten „Boulets à la liégeoise“, die aromatischen Fleischklöße aus einer Rind- und Schweinefleischmischung in einer herzhaft-süßlichen Soße mit Birnen-und Apfelkraut und Sultaninen, stehen fast auf jeder Speisekarte. Belgische Pommes Frites sind die ideale Begleitung. Erfunden worden sein soll das Gericht im „Café Lequet“ (Quai sur Meuse 17), einem Traditionslokal mit Lütticher Kolorit.

Bekannt für diese Spezialität sind auch das „As Ouhès“ an der Place du Marché und „La Brasserie“ an der Kathedrale Saint-Paul. (Auf der auch deutschsprachigen Website https://www.visitezliege.be können Adressen und Infos zu den Spezialitäten heruntergeladen werden).

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