Region: Eine spektakuläre Naturroute an der Ourthe und in den Ardennen

Region : Eine spektakuläre Naturroute an der Ourthe und in den Ardennen

Die Ourthe ist gar nicht weit entfernt von der Aachener Region. Sie ist der wasserreichste Nebenfluss der Maas und offenbart dem Besucher eine der eindrucksvollsten Naturrouten des Landes, voller spektakuärer Ausblicke und schöner Orte.

Um das ganze Gebiet zu entdecken, empfiehlt sich das Auto. Wer die Ourthe etappenweise entdecken möchte, kann die Route auch mit dem Fahrrad abfahren.

ardennen.

Wir starten in Angleur, einem Vorort von Lüttich, wo die Ourthe in die Maas mündet. Wer möchte, kann sie bereits von hier aus entdecken. Entlang der Landstraße N633 lässt sich ihr unterer Verlauf durch die Ardennen verfolgen. Aus Lüttich heraus führt auch ein sogenannter Ravel-Rad- und Wanderweg (entlang ehemaliger Schienen- und Treidelwege) an der Ourthe entlang bis nach Comblain-au-Pont.

Es gibt auch ruhige Abschnitte an der Ourthe: Hier kann man zum Beispiel gut picknicken.

Dieser Abschnitt ist besonders reizvoll mit dem Fahrrad zu erleben, denn man genießt herrliche Ausblicke, kann die verschiedenen Attraktionen auf dem Weg ansteuern, und die Anstrengung hält sich in Grenzen, da diese Wege mit wenig Steigung (zwei bis drei Prozent) verlaufen. Der Ravel-Weg (Nr. 5) führt unterhalb von Felsmassiven vorbei wie bei Hony in der Nähe von Esneux.

Aussicht vom Falkenfelsen

Hier ragt der Falkenfelsen (Roche aux Faucons) gut 230 Meter steil über dem Ourthetal auf. Wer den spektakulärsten Blick auf die Natur in der Provinz Lüttich von hoch oben genießen möchte, sollte über Esneux, Hony und Avister zum Aussichtspunkt „La Roche-aux-Faucons“ (beschildert) fahren. Im Südwesten hat der Hang mehrere Terrassen über dem Fluss.

Esneux hält eine weitere Überraschung bereit: das Château de Fy. Aus den Baumkronen herausragend, hoch über Esneux und der Ourthe, erinnert es an ein Dornröschenschloss. In der Tat gibt es dazu eine rührende Geschichte: Der heutige, komplett renovierte Privatbesitz war 1944-45 von den Amerikanern besetzt. Die nahmen Bilder vom Schloss mit nach Hause. Diese sollen bis zu Walt Disney gelangt sein, der sich davon für sein Schloss in Dornröschen inspirieren ließ.

Über Tilff und Esneux erreicht man von Lüttich aus Comblain-au-Pont, wo die Amel (frz. Amblève) in die Ourthe mündet. In dieser Region hat der Stein seit Urzeiten die Landschaft geformt. Das Natur-, Architektur- und Industrieerbe erinnert heute auf beeindruckende Weise daran. Hier lassen sich viele interessante Entdeckungen machen.

Geheimnisvolle Attraktionen

In Comblain-au-Pont sind das Fledermauszentrum, die Grotte des Abgrunds, der Park de la Tour Saint Martin (Freilichtmuseum), der unterirdische Steinbruch „Petit Blanc“ sowie das Naturreservat von Roches Noires sehenswert. (Beschilderung „Découvertes Mystères“). Verschiedene Animationsprogramme für Besucher- und Besuchergruppen werden hier angeboten, wie zum Beispiel Führungen mit interaktiven Figuren, Gnomen, Hexen und Comic-Helden.

Hinter Comblain schlängelt sich die romantische Straße (N654) an der Ourthe entlang durch eine aufregende Naturregion. Ihr Tal wird durch Felshänge und grüne Hügel auf der einen Seite begrenzt, auf der anderen Seite ist der Fluss stetiger Begleiter, seine sanft kräuselnden Windungen sind oft von Bäumen geschützt, die Ufer von dichten Gräsern und Sträuchern bewachsen. Über Hamoir, einem reizenden Ardennendorf (Geburtsort von Jean Delcour, dem bekannten Lütticher Bildhauer) geht die Reise Richtung Durbuy.

Sehr schöne Impressionen vermittelt das Ourthetal an diesem Abschnitt mit der Ruine von Château Logne und dem Felsen des Rochers de Glawans, versteckt inmitten des Grüns. Über Bomal geht es via N86 weiter nach Barvaux. Barvaux-sur-Ourthe bietet vom 7. Juli bis zum 31. August (täglich) und vom 1. September bis 7. Oktober (wochentags) Besuchern in seinem Riesen-Maislabyrinth auf elf Hektar und sechs Kilometer Länge in neun Sektionen Spaß und Spannung. Inmitten der Natur präsentiert sich der kunstvoll konzipierte Irrgarten.

Es gibt dazu ein Labyrinth für Kinder. In Bomal lohnt ein Abstecher ins idyllische Tal des Ourthe-Nebenflusses Aisne (über N806), etwa nach Fanzel.

Hotton ist der nächste sehenswerte Ort an der Ourthe. Er ist bekannt für seine hochinteressante Karsthöhle. Von hier aus führt die Landstraße N833 nach La Roche-en-Ardenne. Eine wunderschöne Route am Fluss entlang durch unberührte und ursprüngliche Natur. In dieser Gegend findet man viele tolle Campingplätze, Ferienwohnungen und Bed & Breakfasts, ein Ferienparadies der Naherholung.

Über Rendeux mit seinem Schloss und seiner Parkanlage schlängelt sich die Straße hinab nach La Roche. Hoch auf dem Deister-Felsen über dem Ortskern bietet die Burgruine einen herrlichen Ausblick über den Ort und sein Tal. La Roche und Umgebung sind für Familien ideal, an Freizeitspaß mangelt es hier nicht. Kajakfahrten auf der Ourthe erfreuen sich großer Beliebtheit. Action und Spaziergänge in der gesunden Ardenner Luft machen hungrig.

In den Traditionsmetzgereien von La Roche duften die aromatischen Schinken und Würste um die Wette. Da bietet sich doch eine längere Rast geradezu an. Diese Dichte an Spezialitätenläden macht La Roche zu der kulinarischen Destination in den Hochardennen schlechthin. Von La Roche bis Houffalize fließt die Ourthe 30 Kilometer lang durch eine besonders wilde Region.

„Im Teil der ‚Ourthe Supérieure‘, gibt es ein Netz von 72 Wanderrouten auf rund 420 Kilometer Länge“, sagt Olivier Lefèvre vom Fremdenverkehrsamt in La Roche. Man folgt dem Lauf der „Ourthe Supérieure“ von La Roche an der N860 entlang nach Houffalize (vom Zentrum aus an der Brücke rechts der Beschilderung folgen).

Fantastischer Naturpark

Nach wenigen Kilometern duckt sich das Dorf Maboge in die Mäander der Ourthe. Während zu Beginn die Ourthe noch ständiger Begleiter ist, verliert man sie jetzt öfter mal aus dem Auge. Die dicht bewachsenen Ufer und Hänge werden unwegsamer, aber es bleiben die herrlichen Bilder mit fantastischen Blicken von verschiedenen Aussichtspunkten. Am Point de vue des Crestelles in Bérismenil blickt man auf den Ort Maboge und die Ourthe herunter.

Der Punkt ist nicht gerade leicht zu finden mit dem Wagen (aus Richtung La Roche kommend, geht in der Ortsmitte rechter Hand ein Weg ab). Da mögen es Wanderer einfacher haben, die über die Pfade an den Hängen des Ourthetals streifen und mit vielen bezaubernden Momenten belohnt werden.

Bei Nisramont (mit großer Talsperre „Barrage de Nisramont“) spreizt sich die Ourthe in ihre beiden Quellflüsse: die „Ourthe orientale“ entspringt in der Nähe des gleichnamigen Ortes Ourthe in der Gemeinde Gouvy und windet sich Richtung Houffalize während die „Ourthe occidentale“ aus Ourt, südlich von St. Hubert, kommt und durch das Land der Gemeinde Sainte-Ode zwischen Tenneville und Bertogne fließt.