Sittard: Die Umgebung von Sittard lädt zum Wandern und Radfahren ein

Sittard : Die Umgebung von Sittard lädt zum Wandern und Radfahren ein

Das Grensmaasvallei: Es ist ein weniger bekanntes Fleckchen Erde. Es liegt in der Westelijke Mijnstree — früher Kohlerevier — am Rand des südlimburgischen Heuvellandes. Es ist zugleich der schmalste Landstrich der Niederlande, ein Streifen zwischen Belgien und Deutschland.

Auf diesem Fleckchen Erde lässt sich prima Wandern und Radfahren. Eine Vielzahl ausgedehnter Routen, und das nicht nur an Maas und Juliana-Kanal entlang, laden dazu ein. In Elsloo verlaufen Fluss und Kanal dicht nebeneinander. Schloss Elsloo, das geschichtsträchtige Gebäude (heute ein Hotel), liegt mit seinen alten Grundrissen fast in der Maas, die hier parallel zum Juliana-Kanal fließt.

Noch heute ragen — je nach Wasserstand — Ruinenreste aus dem Fluss heraus. Der schmucke Ort Elsloo verfügt über ein interessantes Regionalmuseum. Ein weiteres Kleinod ist Schloss Limbricht. Es thront, umgeben von Wasser, wie auf einer Insel inmitten des vorgebauten weitläufigen Schlosshofes. Eher unauffällig, aber sehenswert, ist die alte Salviuskirche neben dem Schloss. Deren Geschichte geht bis auf das Jahr 1000 zurück. Die Kirche zählt zu den „Top-100 Monumenten“ der Niederlande.

Ein Rundgang

Neben dieser Vielzahl an Kleinoden, die der schmale Streifen zu bieten hat, gibt es da noch Sittard. Die Stadt wurde im Laufe ihrer Geschichte vielfach zerstört. Die Altstadt ist dennoch gut erhalten geblieben. Ein Rundgang lohnt sich. Auch zwei Drittel der Stadtmauer stehen noch. Ein Teil von ihr war früher das Fort Sanderbout, eine Bastion aus dem Jahr 900, die man heute mit Führungen besichtigen kann.

Bereits 1243 bekam Sittard die Stadtrechte verliehen. Von 1400 bis 1794 gehörte Sittard zum Territorium des Herzogtums Jülich. Unter französischer Herrschaft von 1798 bis 1814 kam man zum Rur-Departement, dessen Hauptstadt Aachen war. 1814 befreiten die Kosaken die Stadt. 1815 kam Sittard als letzte Stadt zum Königreich der Niederlande. Es dauerte aber lange, bevor die Einwohner sich wirklich als Niederländer fühlten, denn 1830 gehörte Sittard zu den ersten Städten, in denen die belgische Unabhängigkeit ausgerufen wurde.

1848 setzten viele Einwohner sich vergeblich für einen erneuten Anschluss an Deutschland ein. Als die Belgier 1918 das niederländische Limburg erneut einforderten, waren die Einwohner von Sittard inzwischen vollständig im Königreich der Niederlande eingebürgert. Die Altstadt von Sittard ist denkmalgeschützt und kann kultur- und geschichtsinteressierten Gästen eine Menge bieten. Viele alte Giebel zeugen noch von der Geschichte der Stadt im Kontrast zur Moderne der Einkaufsviertel.

Man kann entspannt durch die romantischen Gassen flanieren wie etwa durch die Begijnenhofstraat mit ihren wunderschön restaurierten Fassaden am Kerkplein an der St. Petruskerk. Diese ist die älteste Kirche der Stadt und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie hat die Form einer gotischen Kreuzbasilika. Ihr markanter Turm mit Glockenspiel überragt die Stadt.

Ein Rundgang

Vom Kloosterplein gelangt man über den Oude Markt zum Marktplatz. Am Oude Markt ist die Basilika „Unserer lieben Frau des heiligen Herzens“ mehr als einen Blick wert. Sie wurde im 19. Jahrhundert als Wallfahrtskirche erbaut. Die Innenausstattung ist ein Geschenk der vielen tausend Pilger aus dem ganzen Land. Nebenan liegt der Mariapark. Gegenüber der Kirche erstreckt sich der sehr schöne Kreuzgang im gleichen Baustil.

Limburgische Lebensart pur spielt sich auf dem Marktplatz ab, der fest in gastronomischer Hand ist. Die Terrassen sind stets gut gefüllt und man gesellt sich gern hinzu, mit herrlichem Blick auf die Kulissen ringsum. Traditionell-klassisch geht es im gediegenen Hotel de Limbourg zu. Ein „kop koffie met vlaai“ (Kaffee und Kuchen) oder ein Lunch auf der großen überdachten Erkerterrasse laden zu einer Rast ein. Gleich daneben steht das älteste Wohnhaus von Sittard, De Gats, ein Fachwerkjuwel aus dem 16. Jahrhundert, heute eine originelle Café-Kneipe.

Die Phalanx der Lokale lockert auch die St. Michiels-kerk aus dem 17. Jahrhundert im südlimburgischen Barockstil auf. Das gastronomische Angebot am Marktplatz ist sehr vielfältig, von französisch inspiriert über italienisch, japanisch bis hin zu mediterran; es gibt Tapas-, Wein- und Cocktailbars. Das alte Café Schtad Zitterd am Markt 25 mit urigem Interieur ist so etwas wie das heimelige Wohnzimmer der Sittarder — und das seit 1833. Es gehört zu den ältesten Cafés der Niederlande.