Höfen: Die Hecken von Höfen beim Rundweg erleben

Höfen : Die Hecken von Höfen beim Rundweg erleben

Der Kopf muss stellenweise schon weit in den Nacken gelegt werden, möchte der Wanderer die obere Kante der einen oder anderen Buchenhecke in Höfen sehen. Einzigartig ist das Dorf Höfen aufgrund seiner manchmal bis zu zehn Meter hohen und 30 Meter langen Haus- und Flurhecken. Schon mehrfach wurde der Ort für seine Schönheit und seine Lebendigkeit prämiert.

Um dem Wanderer die schönsten Ecken auf einem Trip zu zeigen, wurde im Jahr 2008 der Heckenweg angelegt und eingeweiht. Auf knapp sechs Kilometern — es gibt auch eine verkürzte Runde barrierefrei von drei Kilometern — führt der Weg vorbei an wunderschön gepflegten Häusern aus alter und neuer Zeit samt ihrer schützenden Buchenhecken. Die lange Variante des Weges führt auch durch Feld und Flur, um die Hecken in diesen Naturbereichen ebenso greifbar werden zu lassen.

Los geht es am Nationalparktor

Start der großen Runde ist das Nationalparktor in Monschau-Höfen, Hauptstraße 72. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige Molkerei, die umgebaut wurde und heute viel Wissenswertes zum Nationalpark Eifel und zum Naturpark Eifel mit den verschiedenen Angeboten sowie eine Gastronomie birgt. Über die Hauptstraße hinweg, gegenüber vom Nationalparktor leicht links, geht die Weiherstraße ab, der es zu folgen gilt. Ein Holzschild mit dem Schriftzug „Heckenweg“ weist den Weg ebenso wie die Wanderwegnummer 31. Der Weg ist durchweg mit diesen beiden Hinweisen derart gut ausgeschildert, dass es kaum möglich ist, sich zu verlaufen.

Auf der Weiherstraße stehen die ersten historischen Häuser samt ihrer baumhohen Buchenhecken, das Haus Ibba ist sogar mit Reet gedeckt. Am Ende der Weiherstraße geht es nach links in die Triftstraße. Anschaulich auch hier die Kultur der Höfener Hecken, aus denen mitunter Türen und Fenster geschnitten werden. Wie Mauern schützen die Hecken die Häuser.

Ein Kenner der Gegend ist Wanderführer Christoph Dosquet. Er stammt aus Höfen und führt Gruppen für den Naturpark Nordeifel über den „Heckenweg“. Zur Geschichte berichtet er: „Wir müssen uns ein paar hundert Jahre zurückversetzen. Höfen ist damals völlig unspektakulär entstanden.“ Keine Römerstraße, keine Keltensiedlung. Stattdessen gab es irgendwann drei Höfe, nach denen das Dorf benannt wurde.

Dosquet: „Inzwischen ist Höfen aufgrund seiner Kulturlandschaft einmalig.“ Als Höhendorf wurde es besiedelt, doch gab es zur damaligen Zeit noch kein Wind und Wetter. „Im 13. Jahrhundert bestimmte mediterranes Klima die Eifel“, führt Dosquet aus, „dazu gab es dichten Laubwald. Um 1580 änderte sich das Wetter.“ Die Eifel wurde rau, schneereiche Winter forderten die Einwohner ebenso heraus wie Sturm und Regen.

Fortan wurden die Häuser dreiteilig gebaut: Gegen Westen, also gegen die Wetterseite, wurde die Scheune errichtet, dort wurde das Heu gelagert. Das Heu wirkte wie eine Dämmschicht. In der Mitte des Hauses war der Stall, damit das Vieh im Winter warm stand. Vorne, nach Osten hin, war der Wohnraum, der zwei- oder dreiteilig sein konnte. „Die Strohdächer wurden bald bis auf den Boden gezogen, um gegen das Wetter anzukämpfen. Doch all das reichte nicht aus“, weiß Christoph Dosquet zu erzählen.

Im 17. und 18. Jahrhundert gingen die Bewohner von Höfen her und pflanzten vor ihre Häuser Buchenhecken. Nachdem die jungen Pflanzen sechs Jahre gewachsen waren, wurden ihre Äste miteinander verflochten. Später wurden dann noch Stöcke in die Hecken eingearbeitet, so dass die grünen Konstrukte von unglaublicher Festigkeit sind. Dosquet: „Ebenfalls auffallend: Während Buchenbäume im Winter ihre Blätter verlieren, halten die Buchenhecken ihre Blätter bis weit in den Winter hinein.“

Auf der Straße Pferdebahn auf der wir gerade angekommen sind, ist erkennbar, was passiert, wenn Buchenhecken nicht gepflegt werden: Sie verkrauten und verwildern im unteren Bereich, während der obere Bereich zu einer Allee heranwächst. Von der Pferdebahn geht es rechts ab (Schildern folgen) über einen unbefestigten Wirtschaftsweg, dann über die Straße Wiesengrund hinweg auf einen Feldweg. Der wird in einem großen Rechtsbogen um Höfen herum benutzt, es geht talabwärts und dann wieder den Berg hinauf in gemäßigtem Gefälle.

Die „Durchschießer“

Nächste Station ist ein „Eifel-Blick“, ein besonderer Aussichtspunkt also. Das Gewicht liegt hier auf den zahlreichen Flurhecken mit ihren sogenannten „Durchschießern“, wie Dosquet erklärt. In regelmäßigen Abständen wurde Buchentrieben gestattet, aus den Hecken herauszuschießen und als Baum weiter zu wachsen, um später als Brennholzlieferant zu dienen.

Immer geradeaus geht es auf der Straße Langenfeld, die in die Hermesstraße mündet. An der Stelle, an der die Hermesstraße einen Linksknick macht, steht rechts etwas zurück eine mehr als 300 Jahre alte Buchenhecke. Albert Jakobs aus Höfen schneidet und pflegt dieses blühende Relikt aus alter Zeit, er wohnt auch in unmittelbarer Nähe. Von der Hermesstraße geht es wieder auf die Hauptstraße und rechts herum zurück zum Nationalparktor. Die Hauptstraße wird ebenfalls von wunderschönen alten Häusern samt ihren Haushecken gesäumt.