Region: Der Schöpfungspfad in der Eifel ist anspruchsvoll und spirituell

Region : Der Schöpfungspfad in der Eifel ist anspruchsvoll und spirituell

Anspruchsvoll für Körper und Geist ist der Schöpfungspfad im Nationalpark Eifel, der gerne vom Wanderparkplatz Finkenauel in Hirschrott angesteuert wird. Der Schöpfungspfad selber ist knapp drei Kilometer lang, der Besucher überwindet auf dieser Strecke 314 Höhenmeter. Streckenweise ist der Weg alpin. Festes Schuhwerk und Höhensicherheit sind von Vorteil.

Für kleine Kinder, Kinderwagen oder Rollstuhl ist die Strecke nicht geeignet. Geht man vom Parkplatz Finkenauel los und legt den Weg als Rundweg zurück durch das Wüstebachtal, läuft man circa acht Kilometer. Circa vier Stunden nimmt die Strecke in Anspruch.

schoepfung. Foto: Gudrun Klinkhammer

Eingerichtet wurde der Schöpfungspfad vom Ökumenischen Netzwerk „Kirche im Nationalpark Eifel“. Vom Parkplatz Finkenauel geht ein geteerter Weg in Richtung Hirschrott. Rechts liegen Wiesen, links recken Buchen ihre Kronen in den Himmel.

schoepfung. Foto: Gudrun Klinkhammer

Nach einigen Hundert Metern befindet sich ein Platz mit einem Baum in der Mitte und einem Bushaus rechter Hand. Von dort aus geht es nach links auf einen Waldweg Richtung Einstieg zum Schöpfungspfad. Der Waldweg macht eine starke Rechtskehre, geht leicht bergan.

Links liegt eine Bank am Wegesrand, daran geht es vorbei über Stock, Stein und Wurzeln. Am Ende dieses Waldweges, etwa 1,5 Kilometer weg vom Parkplatz Finkenauel, steht linker Hand ein großes Schild mit Erläuterungen zum Schöpfungspfad und ein kleines Schild mit dem Hinweis auf den Einstieg in Richtung rechter Hand beziehungsweise geradeaus.

Großes ganzheitliches Erlebnis

Den Besucher zu sensibilisieren für die Natur, für die Schöpfung und auch für sich selbst ist der Ziel des Weges. Sprechen, nachdenken, Stille genießen, alle Bausteine werden auf dem Schöpfungspfad, bei dem es sich in der Tat um einen stellenweise sehr schmalen Pfad handelt, zu einem großen ganzheitlichen Erlebnis zusammengefügt. Folgt der Wanderer nun dem schmalen Pfad bergauf, gelangt er an die erste Station von zehn. An jeder Station steht eine drehbare Tafel, auf der Zitate zu finden sind.

Station eins trägt den Titel „Achtsamkeit“. Auf der einen Seite steht ein Zitat von Bernhard von Clairvaux: „Glaube mir, ich habe es erfahren:

Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden Dich lehren, was kein Lehrmeister Dir zu hören gibt.“ Der Weg geht weiter, wichtig ist, zu schauen, wo die Füße hintreten. Station zwei „Mono-Kultur“ wird, linker Hand liegend, passiert.

Es geht weiter über Stock und Stein, wieder leicht bergab. Links fällt ein Grenzstein auf, ein Bach muss überquert werden, dann geht es wieder stark bergan zur dritten Station mit dem Titel „Vielfalt“. Station vier zeigt „Werden und Vergehen“, lebendige Buchen und Totholz geben zu denken. „Nur wer Totes loslässt, hat die Hände frei, um Neues zu empfangen“.

Handreichungen und Hilfestellungen sinnd nötig

An Station fünf wartet Historie auf den Wanderer. Hinter der Überschrift „Hindernis und Schutz“ verbirgt sich eine Höhle und ein alter Schiefersteinbruch. Ein mächtiger Berg türmt sich vor dem Passanten auf, Handreichungen und Hilfestellungen der Wanderer untereinander stehen auf diesem alpin anmutenden Teilstück des Weges an der Tagesordnung.

Rechts rauscht der Bach im Tal kontinuierlich und zu verlässig vor sich hin. Gedanken kommen hoch: „Der Mensch ist so klein, und die Schöpfung kann machen, was sie will, sie reguliert alles.“ Der Weg geht weiter bergauf, an einer Stelle lohnen rechter Hand ein paar Schritte in eben diese Richtung. Die Schieferwand eines ehemaligen kleinen Häuschens fällt auf, in dem ein Bergarbeiter vor einem Stollen gewohnt hat.

Die Stollenöffnung ist sichtbar, allerdings vergittert, um die darin lebenden Fledermäuse zu schützen. Bis 1948 wurde in diesem Gebiet noch Schiefer abgebaut, wie Agi Beck, eine der Führerinnen auf diesem Weg, zu berichten weiß.

Der Weg kann geführt in Gruppen gelaufen oder jederzeit auch ohne Führung abgegangen werden. Station sechs führt den Wanderer an eine rund 300 Jahre alte Buche, das Motto lautet an dieser Stelle „Zwischen Himmel und Erde“. Mit „Dunkelheit und Licht“ ist Station sieben überschrieben. An diesem Punkt verlässt der Wanderer den Buchenwald und gelangt an den Rand der Dreiborner Hochfläche.

Verweilen und Rast bei einer Ruhenzone

Plötzlich wird die Sommersonne stark spürbar, Wind umschmeichelt die Haut und erfrischt den Körper. Der Weg folgt einem Zaun, rechter Hand hinter dem Zaun liegt eine Wiese. Station acht wird als Ruhezone bezeichnet. Bänke und ein dicker Baumstamm, der quer auf dem Boden liegt, laden zum Verweilen und zur Rast ein.

Der Ort heißt Leykaul. Bis 2004 war in der Nähe des Rastplatzes eine Ansiedlung intakt mit gleichem Namen. Das Höhenprofil auf der Wanderkarte zeigt an dieser Stelle 585 Meter an. Ein paar Schritte geht es nun in Richtung Dreiborner Hochfläche, dann gilt es allerdings wieder, dem Schild Schöpfungspfad nach rechts zu folgen.

Als neunte und vorletzte Station wartet an der rechten Seite des Weges ein aus Steinen auf den Boden gelegtes Labyrinth auf Gäste. „Weg zur Mitte“, wer möchte, kann dieses Labyrinth in aller Ruhe ablaufen. Die Station zehn, die die Überschrift „Verantwortung“ trägt, lädt noch einmal dazu ein, den Pfad Revue passieren zu lassen.

Dann taucht der Rundweg wieder zurück in ein Waldstück ein, diesmal handelt es ich um einen Eichenwald. Auf einem gut ausgebauten Weg geht es talwärts. An einer T-Kreuzung geht es links, dann macht der Weg eine Rechtskurve, später wieder eine Linkskehre.

Immer noch geht es talabwärts, nach einer Rechtskehre wird der Bach gekreuzt. Nun fließt der Bach rechter Hand, und immer parallel zum Bach geht es im Wüstebachtal ebenerdig zurück nach Hirschrott und dann zurück zum Parkplatz Finkenauel.

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