Kreis Heinsberg: Frauen soll Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert werden

Kreis Heinsberg: Frauen soll Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert werden

Obwohl sich der Arbeitsmarkt im Kreis Heinsberg seit dem Jahr 2000 mit einer Steigerung der Beschäftigung um 11,2 Prozent (in Deutschland insgesamt um 3,8 Prozent) weit überdurchschnittlich entwickelt hat, zeigt sich bei der Betrachtung der Frauenbeschäftigung ein ganz anderes Bild. Da rangiert der Kreis Heinsberg mit einer Beschäftigungsquote von nur 40,3 Prozent aller Frauen im erwerbsfähigen Alter landesweit fast ganz hinten.

Eine gleiche oder schlechtere Quote haben nur die Stadt Duisburg (40,3 ), die Stadt Herne (38,6 ) und die Stadt Gelsenkirchen (37,8 ). In Nordrhein-Westfalen liegt die Quote bei 45,1 Prozent.

Hemmnisse

Andrea Hilger, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Agentur für Arbeit ­Aachen-Düren, hat die Gründe für diese schlechte Quote im Kreis Heinsberg in Seminaren dokumentiert, die sie einmal monatlich zum Thema Wiedereinstieg anbietet.

Die Kinderbetreuung in sogenannten Rand-, Not- und Ferienzeiten sei ein Problem, erklärt sie, fehlende Teilzeitangebote für Frauen ein anderes. Weitere Hemmnisse sieht sie beim Thema Mobilität und in der Qualifikation.

„Dabei gibt es dazu viele Angebote und viele Kurse auch in Teilzeit“, sagt sie. Sogar Ausbildungen in Teilzeit seien möglich, berichtet sie von einer 32-jährigen Mutter mit vier Kindern, die gerade eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen hat — in Teilzeit!

„Zudem denken Frauen vielfach, dass sie nur an Qualifikationsmaßnahmen teilnehmen könnten, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen“, sagt Hilger. Die Kurse stünden jedoch allen Frauen offen, die wieder in ihren erlernten oder in einen anderen Beruf einsteigen wollen.

„Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte im Kreis Heinsberg“, pflichtet ihr Sabrina Reichler bei; sie ist Standortleiterin für den Nordkreis. „Die Nachfrage ist da.“ In einigen Bereichen, etwa in der Pflege, zeichne sich aufgrund der demografischen Entwicklung ein Nachfrageüberhang ab.

Daher sei es wichtig, bisher nicht genutzte Potenziale verstärkt zu aktivieren. Viele Frauen, die sich während ihrer Familienphase aus dem Berufsleben zurückgezogen hätten, seien nirgendwo erfasst. „Aber wir vermuten, dass diese stille Reserve im Kreis Heinsberg sehr groß ist“, betont Hilger.

Informationen

Genau diese Frauen spricht die Agentur für Arbeit jetzt mit einem neuen Kurs an, der ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern soll. Über einen Zeitraum von acht Wochen erhalten die Teilnehmerinnen dabei jeweils von montags bis freitags in der Zeit von 8.30 bis 12.30 Uhr wertvolle Informationen, die ihnen bei der Rückkehr ins Berufsleben helfen sollen.

Im Rahmen eines individuellen Coachings wird dabei in einem vertrauten Umfeld auch die eigene Situation jeder Teilnehmerin in den Blick genommen, um daraus den optimalen Weg zurück in den Beruf zu planen und zu begleiten. Eine individuelle Unterstützung bietet die Agentur während dieser Zeit auch in puncto Kinderbetreuung und Fahrtkosten.

(anna)