Berlin: Frau Temme sucht das Glück

Berlin : Frau Temme sucht das Glück

Ein Mann steht mit Helm auf dem Kopf im Büro von Carla Temme. Der Geflügelfabrikant leidet unter einer ungewöhnlichen Phobie, und die Risikoanalystin (Meike Droste) soll ihm sofort eine Versicherung verkaufen.

Er hat Angst, von einem Tiefkühlhähnchen erschlagen zu werden. Sie versteht die Welt nicht mehr - aber Temmes Vorgesetzter reibt sich die Hände. Denn der Versicherungsfirma geht es mies, und Geld muss in die Kasse. Die neue Serie „Frau Temme sucht das Glück” - eine Mischung aus Komödie und ein bisschen Drama - startet am Dienstag (24. Januar, 20.15 Uhr) im Ersten. Sechs Folgen sind geplant.

Zu sehen sind zunächst einmal eine Menge Büro-Klischees: Der Abteilungsleiter (Martin Brambach) zockt im Internet, anstatt den Laden im Griff zu haben. Und dann gibt es den aufstrebenden Anzugträger (der Chef nennt ihn „Geheimwaffe”), der die Branche revolutionieren und um jeden Preis Karriere machen will. Die Ellenbogen sind ausgefahren. Der Arbeitsalltag zwischen Bürohefter und Mittagspause ist eintönig und angestaubt. Eine Versicherungsfirma und skurrille Stereotypen? Das weckt Erinnerungen an die Comedy-TV-Serie „Stromberg” mit Christoph Maria Herbst.

Meike Droste (36, „Mord mit Aussicht”) spielt in der neuen ARD-Serie die aufgeweckte und toughe Frau, die sich in der Welt der Zahlen, Statistiken und Analysen wohlfühlt. Von dem neuen Geschäftsmodell ihres Abteilungsleiters - der No-Limit-Versicherung, bei der alles, aber auch wirklich alles versichert werden kann - hält sie überhaupt nichts. „Wir versichern jetzt Durchgeknallte oder was?”, fragt sie ihn zu der Hähnchen-Geschichte. „Schluss jetzt, wir machen das!”, verlangt er. Also beginnt die Risikoanalyse, und Carla Temme besucht den Hähnchenfabrikanten in dessen Firma.

Ihre Welt der Zahlen überträgt die Protagonistin auch auf das Privatleben: „Nur 38 Prozent finden den richtigen Partner, von den Verheirateten lassen sich 42 Prozent wieder scheiden”, zählt Temme auf. „Von den Restlichen werden 25 Prozent krank, depressiv oder verarmen - das heißt: Die Wahrscheinlichkeit, im Leben glücklich zu werden, ist winzig.”

Carlas quirlige Schwester (Anna Blomeier), die in der Bar ihres neuen Freundes Platten auflegen will, ist ganz anders als sie. Sie sagt zu Carla: „Du musst Dir auch endlich mal einen Typen suchen, damit Du noch vor den Wechseljahren ins Schwitzen kommst.”

Und dann trifft Carla in der ersten Folge „Alles Gute kommt von oben” tatsächlich auf der Straße einen Mann (Richard Ulfsäter). Er heißt Mikael, hat überhaupt keine Versicherungen, fährt zu schnell durch die 50er-Zone und ist ein bisschen chaotisch veranlagt.

Ein Date steht an. „Ich mach dem einen Versicherungsplan”, behauptet Carla gegenüber ihrer Schwester. Die kontert: „Jetzt tu mal nicht so evangelisch!” Stattdessen rät sie ihr, sich umfassend vorzubereiten: „Du musst ein bisschen aufräumen. Was zu essen machen, Bett beziehen, Beine rasieren, Alkohol - das Mindeste.” Also nimmt Carla den Kochlöffel in die Hand.

Comedy mischt sich in der Serie mit Drama und Romantik - ein guter Mix. Carla erzählt bei dem Date, dass ihr Mann vor langer Zeit die Wohnung verlassen hat und nie wieder gekommen ist. Cliffhanger für die nächste Folge: Wird es nun was mit Carla und dem Neuen? Und findet Frau Temme ihr Glück?

(dpa)