Kreis Heinsberg: Foto-Collagen vereint mit abstrakter Malerei

Kreis Heinsberg: Foto-Collagen vereint mit abstrakter Malerei

Wer sie noch nicht gesehen hat, hat am kommenden Wochenende noch eine Chance: Zur Finissage der Ausstellung mit Foto-Collagen von Gerda Zuleger-Mertens und Malerei von Professor Dieter Crumbiegel lädt dann die Galerie im End in Heinsberg-Karken ein.

Dieter Crumbiegel, der auch Vorsitzender des Übach-Palenbergher Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen ist, erinnert mit einer jährlichen Ausstellung an den Geburtstag seiner verstorbenen Frau, der Künstlerin Marlies Seeliger-Crumbiegel (1946 — 2012). Er lädt dazu stets einen Gastkünstler in die Galerieräume in Karken ein. Nach Hermann-Josef Mispelbaum aus Übach-Palenberg im vergangenen Jahr ist nun die Stolberger Künstlerin Gerda Zuleger-Mertens mit ihren Kunstwerken zu Gast in der Galerie im End.

Zuleger-Mertens hat Motive im Ruhrgebiet fotografiert, aber auch im verlassenen Militärareal Camp Astrid bei Eschweiler hat sie Bilder der Vergänglichkeit aufgenommen. In der Galerie im End sind Bearbeitungen dieser Fotografien zu sehen. Die Künstlerin hat die Fotos auf Metallplatten aufgeklebt und mit Farbe übermalt. Gerda Zuleger-Mertens möchte die Stimmungen wiedergeben, die sie an den aufgesuchten Orten empfunden hat.

„Spuren der Vergänglichkeit“

„Spuren der Vergänglichkeit“ hat sie den 13-teiligen Bilder-Zyklus genannt. Vieles von dem, was Zuleger-Mertens in ihren Bildern festgehalten hat, existiert nicht mehr. Eine Uhr an der Außenmauer auf einem Werksgelände im Ruhrgebiet ist zu sehen. Gerda Zuleger-Mertens: „Ich habe dort einen Mann getroffen, der erzählte, auf diese Uhr habe er immer, wenn er zur Arbeit ging geschaut.“

Die Uhr und die Wand, auf der sie hing, gibt es nicht mehr, nur noch auf dem Bild von Gerda Zuleger-Mertens und in der Erinnerung des Arbeiters. Im Camp Astrid holt sich derzeit die Natur zurück, was der Mensch ihr genommen hat. Seit das belgische Militär die Anlage verlassen hat, herrscht dort Stillstand, zumindest was das Tun des Menschen anbelangt. Es ist wohl dieser seltsame Zustand, dass etwas sich verändert und vergeht, der eine Stimmung erzeugt, die die Künstlerin fasziniert.

Dieter Crumbiegel zeigt parallel zu den Werken von Gerda Zuleger-Mertens eigene Arbeiten. Darunter zwei ganz frische. Crumbiegel setzt auf die Farbe als Kommunikationsmittel. Seine abstrakten Bilder reden von etwas, „das ich selber nicht kenne“. Er sieht die abstrakte Malerei als Chiffre für etwas, das sich mit Worten nicht sagen lässt. Crumbiegel bleibt nicht vage, sondern wird sehr präzise in seiner Malerei: eine präzise Kommunikation über das, was man selber nicht kennt. Geht das? Einfach mal ausprobieren am kommenden Wochenende!

Am Samstag und Sonntag, 9. und 10.Dezember, von 15 bis 19 Uhr ist die Ausstellung in der Galerie im End in Karken geöffnet.

(Im End 61)