Kreis Heinsberg: Filmprojekt „Heimat in der Fremde“ nimmt Formen an

Kreis Heinsberg: Filmprojekt „Heimat in der Fremde“ nimmt Formen an

Das Filmprojekt „Heimat in der Fremde“, das im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern — Kompetenz stärken“ am Berufskolleg Wirtschaft (BKW) des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen realisiert wird, ist jetzt in die nächste, wichtige Phase gestartet.

Aus dem filmischen Rohmaterial wird im Medienlaboratorium des Internationalen Zeitungsmuseums in Aachen der Film geschnitten, der am 28. April im Forum des Berufskollegs Premiere haben soll. Noch am selben Abend soll für alle Interessierten die Möglichkeit bestehen, den Film abends im Jugendzentrum im Städtischen Mehrgenerationenhaus in Übach-Palenberg am Bahnhof anzusehen. Anschließend soll eine kleine Premierefeier stattfinden.

Bei Dreharbeiten im Jugendzentrum im Städtischen Mehrgenerationenhaus in Übach-Palenberg: Die Jugendlichen waren auch dort im Einsatz.

Nachdem im Dezember die redaktionellen Vorarbeiten abgeschlossen worden waren, drehten die Jugendlichen „ihre Geschichten“ unter der Anleitung der beiden Regisseure Miriam Pucitta und Michael Chauvistré Anfang Februar an verschiedenen Orten im Kreisgebiet.

Ahmad erzählte seine Geschichte, wie er als syrischer Flüchtling mit deutschem Pass als Deutscher Jugendmeister im Boxen wurde. Anschließend vertrat er Deutschland bei der Welt­meisterschaft in Kasachstan. Maurely berichtet stolz, dass er als Sohn kongolesischer Einwanderer zum Schülersprecher der Realschule Geilenkirchen gewählt wurde. Und Sharuga begeisterte die Jugendlichen mit den Köstlichkeiten der tamilischen Küche. Aber auch eine Reihe anderer Geschichten wurden vom Filmteam in Szene gesetzt. Dass die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulformen begeistert und motiviert bei der Sache waren, zeigt sich auch daran, dass sie einen Großteil ihrer Freizeit investiert haben.

Maurely Maloko, dessen Eltern aus dem Kongo stammen, erklärte zum Filmprojekt: „Ich habe Miriam Pucitta und Michael Chauvistré bei der Filmaufführung von ,Wie geht Deutschland‘ in der Schule kennengelernt. Weil die Themen und Inhalte des Films mich persönlich angesprochen haben, habe ich sofort zugestimmt, als ich von Herrn Klaming, dem Projektverantwortlichen am BKW, gefragt wurde, ob ich Lust hätte, bei einem ähnlichen Filmprojekt mitzumachen. Es macht wirklich Spaß, wir haben einen tollen Teamgeist und können frei und selbstständig arbeiten.

Das ist viel spannender als normaler Unterricht! Außerdem wird durch unseren Film gezeigt, wie vielfältig das Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen und Lebensgeschichten sein kann und dass viele Vorurteile einfach nicht stimmen.“ Landrat Stephan Pusch hat die Schirmherrschaft über dieses Projekt übernommen.