Aachen: Fastelovvend startet künftig nicht mehr am Elften im Elften

Aachen : Fastelovvend startet künftig nicht mehr am Elften im Elften

Wenn im Karneval alles so harmonisch über die Bühne gehen würde wie bei der Jahreshauptversammlung des Ausschusses Aachener Karneval (AAK), dann wäre alles in Butter. Denn Präsident Wilm Lürken (Aachener Narrenzunft) konnte sich bei seiner Neuwahl über 100 Prozent der abgegebenen Stimmen freuen.

Auch seine Stellvertreter, die Vizepräsidenten des obersten Öcher Fastelovvend-Gremiums, Willi Schillings (Oecher Börjerwehr) und Axel Wichterich (Öcher Spritzemänner), wurden mit 100 Prozent der Stimmen in ihren Ämtern bestätigt.

Damit nicht genug, ein gleiches Ergebnis strich Schatzmeister Peter Brust (Öcher Duemjroefe) ein - den sieben Beisitzern Georg Cosler (Oecher Penn), Nicole Dincer (KG Eulenspiegel), Dirk Geller (Aachener Prinzengarde), Michael Hamacher (Öcher Prente), Günter Hintzen (Öcher Duemjroefe), Cornel Thevis (KG Eulenspiegel) und Dietmar Werner (Aachener Karnevalsverein) konnte ebenfalls keine Gegenstimme die gute Laune vermiesen.

Und damit nicht genug: Wolfgang Radermacher wurde als Chef des Akika, des Aachener Kinderkarnevals, genauso hundertprozentig bestätigt wie Udo Rohner als Leiter des AAK-Archivs und Thomas Sieberichs als Leiter der Wagenhalle Talstraße. Alle drei sind auch dem Vorstand als Mitglieder beigeordnet. Boris Bongers, der bisher den AKV im Vorstand repräsentierte, kandidierte nicht mehr.

Der Öcher Fastelovvend wäre nicht er selbst, würden nicht auch kritische Töne die Abendstimmung im gut besetzten Forster Saalbau Kommer „würzen”. Diesmal kam die Kritik von Lürken höchstpersönlich.

Die 178 anwesenden Vertreter des verfassten Öcher Frohsinns mussten harsche Wort zum Ball der Mariechen verdauen. Obwohl der Ball der Mariechen im Großen und Ganzen erfolgreich gewesen sei, ist Lürken und seinen Vorstandskollegen doch einiges sauer aufgestoßen: „Da sind Tanzmariechen an den Start gegangen, die gar nicht zum Wettbewerb antreten durften”, stellte Lürken erzürnt fest.

Nur Tanzmariechen, die sich im anmeldenden Verein für die laufende Session verpflichtet haben, hätten auch um die Ehre der Besten kämpfen dürfen. „Und das war nachweislich bei zwei Mädchen nicht der Fall. Die hatten nichts mit dem Verein zu tun, für den sie antraten.”

Bisher habe sich der AAK-Vorstand immer auf das Wort des jeweiligen Präsidenten oder Kommandanten verlassen, das die gemeldete Marie auch für die Gesellschaft tanzt.

AAK droht mit Konsequenzen

In Zukunft werde der AAK sich nicht scheuen, auch im Nachhinein Tanzmariechen zu disqualifizieren, wenn sie nicht für den Meldeverein tanzen würden.

Und, für die Vereine vielleicht noch schlimmer: Die Gesellschaft, die eine Marie, die nicht für sie tanzt, zum Tanzwettbewerb anmeldet, soll für eine gewisse Zeit gesperrt werden. „Für wie lange, darüber werden wir im Vorstand noch reden.”

Auch vom Fastelovvends-Auftakt am 11. im 11. am Holzgraben sind Lürken & Co. nicht begeistert. „Zu wenig Leute kommen, wir finden nicht genug Künstler, die sich an dem Tag freinehmen um aufzutreten.”

Er hat sich mit dem zweiten Veranstalter, dem Stammtisch der Präsidenten und Kommandanten, ins Benehmen gesetzt. Herausgekommen ist eine Verlegung des Auftaktortes vom Holzgraben auf den Markt.

Und auch der 11. November ist nicht mehr maßgeblich. Karnevalspuristen werden sich zwar schütteln, aber der AAK hat vor, immer am Samstag vor dem Martinstag die Chose über die Bühne gehen zu lassen. In diesem Jahr wird das der 7. November sein.

Stolz blickte Lürken auf die Tagung des Bundes Deutscher Karneval zurück, die im August in Aachen stattfand. „400 Delegierte waren begeistert.”

Schatzmeister Peter Brust konnte nachher sogar noch einen „überhaupt nicht erwarteten Überschuss” vermelden. Brust schloss die AAK-Kasse mit einem Plus von 68.000 Euro ab. Da war es kein Wunder, dass der Vorstand für seine Arbeit einstimmig entlastet wurde.