Kreis Heinsberg: Facebook, Flüchtlinge, Flaschenpfand: Internationale Comedy

Kreis Heinsberg: Facebook, Flüchtlinge, Flaschenpfand: Internationale Comedy

Der Comedy-Abend, der beim Fest der Begegnung zum 25-jährigen Bestehen der Sparkassen-Stiftung in der Hückelhovener Aula angesagt war, hatte internationalen Charakter — mit dem polnischen Comedian Marek Fis, dem amerikanischen Komiker John Doyle und, mit viel Lokalkolorit, der „erfolgreiche Landwirt und charismatische Ortsvorsteher“, wie Hastenraths Will sich selbst bezeichnet.

Will (alias Christian Macharski) übernahm dann auch gleich die Moderation „in einer restlos mit Freikarten ausverkauften Halle“. Als Beispiele erfolgreicher Arbeit der Stiftung nannte er die „Integration von Holländern auf der A46“ oder die Herausgabe von Wörterbüchern Deutsch — Platt. „Kaum war sie 1990 gegründet, da kam schon die Wiedervereinigung“, so Will.

Natürlich sei auch mit dem Abend ein gewisser Bildungsauftrag verbunden, „damit keiner von Sie dööfer nach Hause geht als wie der gekommen ist“, sagte der Moderator, bevor er unter Fanfarenklängen Thomas Pennartz, den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Heinsberg, und Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen zu Grußworten auf die Bühne bat.

„Es geht immer um die Menschen“, betonte Pennartz. „Wenn Begegnung stattfindet, sind die Brücken da.“ Mit 97 Nationen lebe Hückelhoven Integration, ergänzte Jansen und meinte mit Blick auf die aktuellen Flüchtlingsströme nach Deutschland: „Wir sind sehr erfolgreich dabei, eine Willkommenskultur zu leben.“

Marek Fis bediente in seinen Auftritten an diesem Abend die Klischees der Deutschen gegenüber Polen perfekt bediente. „Ich freue mich, dass Sie hier sind. Da sieht man auch mal die Gesichter zu den Autos“, polterte er in sein Programm. Aber Fis rechnete auch ab mit den Doku-Soaps im Fernsehen ebenso wie mit seinen eigenen Kollegen. Und er konnte auch ganz gesellschaftskritisch sein: „Solange Menschen Flaschen aus Mülleimern holen müssen, geht es diesem Land nicht gut!“

Doyle brachte den Blick des Amerikaners auf Deutschland mit und mokierte sich vor allem darüber, dass man mit jedem Deutschen problemlos über Rückenschmerzen ins Gespräch kommen könne. Er spielte mit Feinheiten deutscher Redewendungen und hielt der Gesellschaft ebenfalls den Spiegel vor, als er etwa über die Inhalte deutscher Facebook-Einträge herzog.

Natürlich kamen alle drei in der Hückelhovener Aula nicht ohne Zugabe von der Bühne.

(anna)
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