Alsdorf: Euregiobahn: Ringschluss nimmt konkrete Formen an

Alsdorf: Euregiobahn: Ringschluss nimmt konkrete Formen an

Schon in zwei bis drei Monaten könnte die Euregiobahn bis nach Kellersberg durchfahren. Derzeit macht der Zug noch am Annapark kehrt und fährt über Herzogenrath und Aachen zurück nach Stolberg. Geplant ist der Ringschluss der Strecke. Bis dahin sind allerdings noch einige Anstrengungen seitens des Betreibers - der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) - nötig.

13 Bahnübergänge erneuern

Bei einer Informationsveranstaltung des SPD-Ortsvereins Mariadorf-Hoengen stellten sich EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil und Alsdorfs Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg den Fragen interessierter Bürger. „Wir stehen sozusagen mit dem Spaten vor der Tür”, sagte Fürpeil. Denn schon am 26. April sollen „die ersten Großgeräte” anrollen. Zwar liegen alte Gleise auf der Strecke zwischen dem Anna-Park und dem letzten geplanten Alsdorfer Halt an der Poststraße, doch die Schienen und das komplette Gleisbett werden ausgetauscht. Zudem müssen 13 Bahnübergänge erneuert werden.

Der EVS-Geschäftsführer peilt für die Fertigstellung des Haltepunkts in Kellersberg den Zeitraum zwischen Juni und August an. Die Haltepunkte Mariadorf und Poststraße sollen bis Ende des Jahres fertig sein.

In Mariadorf wird die Haltestelle zwischen Blumenrather und Straßburger Straße liegen. Die Anwohner befürchten, dass sich die ohnehin schon strapazierte Parksituation durch den Bahnhaltepunkt verschlechtern könnte. Die Verwaltung wolle in diesem Bereich versuchen, einige Parkplätze „mit geringem Aufwand” zu schaffen. Für mehr fehle das Geld, denn dabei handele es sich um eine „freiwillige Leistung”, so Susanne Lo Cicero-Marenberg. Sie rechnet aber ohnehin nicht damit, dass dieser Haltepunkt von vielen Leuten mit dem Auto angefahren wird. Dafür eigneten sich die Haltestellen am Annapark und an der Poststraße weitaus besser. Insgesamt wolle man erreichen, dass die Nutzer der Euregiobahn völlig auf ihren eigenen Pkw verzichten. Dazu werden die Busfahrpläne auf den Fahrplan der Bahn abgestimmt. Der Haltepunkt an der Poststraße wird dann von der Linie 11 der Aseag sowie von Alsdorfer Stadtbussen angefahren werden.

Wartezeit unter zwei Minuten

Was die Anwesenden ebenfalls interessierte, war die Frage nach der Sicherheit der Bahnübergänge. Fürpeil erklärte, dass es nicht Aufgabe der EVS sei, Zäune an den Gleisen zu errichten. Mit der Beschrankung der Übergänge komme das Unternehmen seiner Schuldigkeit nach. Was darüber hinausgehe, sei Aufgabe der Stadt beziehungsweise der Eigner anliegender Grundstücke. Es wurde angeregt, dass die Polizei Kinder in der Schule über die Gefahren des Bahnverkehrs aufklären solle.

Auch die Wartezeit für die Autofahrer vor heruntergelassenen Schranken interessierte die Bürger. Fürpeil erklärte, dass die Schließungszeit an den meisten Schranken unter zwei Minuten liege. Bei den Übergängen an der Blumenrather und Straßburger Straße könne dieser Wert nicht erreicht werden, da die beiden Übergänge zu nah aneinander liegen.

2012 möchte die EVS den Ringschluss der Euregiobahn realisieren. Dann fährt der Zug von Alsdorf weiter über St. Jöris und Merzbrück nach Stolberg. Drei weitere Euregiobahn-Haltepunkte sind in Alsdorf geplant. Zunächst wird der Haltepunkt in Kellersberg an der Bahnstraße auf Höhe des Friedensplatzes realisiert. Dann folgt die Haltestelle Mariadorf zwischen Blumenrather und Straßburger Straße. Der letzte Alsdorfer Haltepunkt wird an der Pestalozzistraße in Höhe der Poststraße sein. Die Bahnsteige werden 120 Meter lang sein. Sie sollen behindertengerecht ausgebaut und mit Lautsprechern, Videoüberwachung, Unterstellmöglichkeiten und Mülleimern versehen werden.

Mehr von Aachener Zeitung