Aachen - „Es ist abscheulich“: Enrico P. aus Aachen gesteht Vergewaltigung

„Es ist abscheulich“: Enrico P. aus Aachen gesteht Vergewaltigung

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Klamotten in der Hand statt am Hinterteil: Enrico P. gab die Vergewaltigungstaten zu. Foto: Archiv

Aachen. Als Enrico P. (24) am 26. März 2015 in Übach-Palenberg nur mit einer Sportjacke bekleidet und mit nacktem Hinterteil mitten durch die Stadt lief, wollte der mutmaßliche Vergewaltiger wieder zuschlagen. Denn kurz vor ihm ging eine 18-jährige junge Frau, die er zuvor im Zug beobachtet hatte und die bereits wegen seiner merkwürdigen Erscheinung unmittelbar zuvor die Straßenseite gewechselt hatte. Dann schlug er zu.

Der gebürtige Aachener gab am Mittwoch mit stockender Stimme die Vorwürfe zu, so wie sie in der vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht verlesenen Anklageschrift formuliert waren. Die 18-Jährige schrie unter seinen Griffen, er wollte sie von hinten niederdrücken und vergewaltigen. Sie wehrte sich heftig, konnte letztlich den Angreifer abschütteln. Der verschwand, P. hatte es nicht weit zu seiner Wohnung in Übach-Palenberg.

Insgesamt drei Taten wirft die Anklagebehörde Enrico P. vor, alle drei gab der Einzelhandelskaufmann am Mittwoch zu. „Ich schäme mich, ich weiß selber nicht, wie das so kommen konnte“, antwortete er auf die Fragen der Vorsitzenden Richterin Regina Böhme. Seine zweite Tat ist wohl die schwerste, sie fand am 26. Oktober 2014 in Aachen gegen 18.45 Uhr auf der Vaalser Straße statt. Hier warf sich P. in der Nähe der Einmündung Bleiberger Straße auf eine damals 33 Jahre alte Joggerin, rang sie nieder und zerrte sie in ein nahes Gebüsch.

Damit sie nicht schrie, habe er ihr ein zusammengeknotetes Handtuch in den Mund gesteckt. P. kam, wie er angab, vom Fußballspielen, der Sport sei seit seiner Kindheit sein Hobby, beteuerte er dem Gericht. Damals fiel er nach einem Spiel über die Joggerin her, in dem Gebüsch vergewaltigte er sie, auch hier verschwand er unerkannt.

Die Vergewaltigungsserie, die 2015 Gegenstand einer Aktenzeichen XY-Fahndung wurde, begann bereits am 17. April 2014 in Aachen, als sich P. bei einem Spaziergang von hinten an eine 17-jährige Schülerin heranschlich, sie an der Schulter packte und ebenfalls zu Boden riss. Die 17-Jährige hatte Glück im Unglück, sie wehrte sich und schrie, bis weitere Passanten aufmerksam wurden, der Täter verschwand.

Der Angeklagte gab am Mittwoch an, seit 2015 in einer intakten Beziehung zu leben, er wurde erst im Mai 2017 gefasst. Er könne sich die Taten nicht erklären, betonte er wiederholt und verurteilte sich ausdrücklich: „Ich selber finde so etwas abscheulich.“ Der Prozess wird diesen Freitag fortgesetzt.

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