Ermittlungen nach Tötung eines 29-jährigen Aacheners

Schießerei in Heerlen : Polizei untersucht „alle möglichen Szenarien“

25 Polizeibeamte und ein Staatsanwalt arbeiten an dem Fall des in Heerlen getöteten 29-jährigen Aacheners. Sie bittet die Bevölkerung um weitere Hinweise.

Mit einem Großaufgebot arbeitet die niederländische Polizei an der Aufklärung der spektakulären Schießerei vom vergangenen Sonntag in Hoensbroek, einem Ortsteil von Heerlen, bei der ein 29-Jähriger aus Aachen getötet wurde. Allerdings halten die Ermittler sich mit Einzelheiten sehr zurück. Die Mediadesk-Einheit Limburg erklärt jetzt, dass 25 Beamte unter Leitung eines Staatsanwalts (Team Grootschalige Opsporing) auf den Fall angesetzt worden ist. Die Obduktion des Mannes hat ergeben, dass mehrere Male auf den 29-Jährigen geschossen wurde. Genauere Angaben wolle man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Zu Informationen unserer Zeitung, dass der 29-Jährige im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeibekannt ist und es eventuell eine Spur zu der rockerähnlichen Gruppierung Bahoz gibt, wollen die niederländischen Behörden zurzeit ebenfalls keine Stellung nehmen: „Es ist momentan noch zu früh, darauf inhaltlich einzugehen, alle möglichen Szenarien werden untersucht.“

Gegen vier Angeklagte, die dieser Gruppierung zugerechnet werden, darunter der ehemalige Fußballer Deniz Naki, ist vor kurzem Anklage vor dem Aachener Landgericht erhoben worden. Der kurdisch geprägten Gruppe wird Schutzgelderpressung, Rauschgifthandel und unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen. Die kriminelle Vereinigung soll die Straftaten auch jahrelang in der Grenzregion begangen haben.

Bahoz wurde 2016 in Baden-Württemberg gegründet und hat bundesweit mehr als 1000 Mitglieder, sie liefert sich mitunter gewalttätige Auseinandersetzungen mit den Osmanen Germania, einer ebenfalls rockerähnlichen, türkisch-nationalistischen Box-Gruppierung, der eine Nähe zu den „Grauen Wölfen“ nachgesagt wird.

Die Polizei in Limburg sucht immer noch nach Hinweisen, um die Vorgänge vom Sonntagnachmittag gegen 17.30 Uhr auf dem Schuureikenweg genau rekonstruieren zu können. Zeugen hatten mehrere Fahrzeuge beobachtet. Ein Auto war sichergestellt worden, dessen Insassen nach Hoensbroek geflüchtet waren. Allerdings müssen auch Personen kurz nach dem Anschlag den nahegelegenen Außenring (N 300) überquert haben. Wer dazu nähere Angaben machen kann, wird gebeten, sich unter der niederländischen Rufnummer (+31)0800-6070 oder anonym unter (+31)0800-7000 zu melden.

(red)