Erkelenz: Erkelenzer Kirchenmusikwochen: Oratorium „Paulus” setzt Glanzpunkt

Erkelenz: Erkelenzer Kirchenmusikwochen: Oratorium „Paulus” setzt Glanzpunkt

Zum Höhepunkt der elften Erkelenzer Kirchenmusikwochen stand die Aufführung des Oratoriums „Paulus” von Felix Mendelssohn-Bartholdy unter der Leitung von Kantor Stefan Emanuel Knauer auf dem Programm. In der ausverkauften Pfarrkirche St. Lambertus erlebten die Zuschauer ein musikalisches Glanzstück.

Das Oratorium „Paulus”, das am 22. Mai 1836 zur Eröffnung des 18. Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf uraufgeführt wurde, erfasste in seiner ganzen Dimension die Pfarrkirche. Zwischen Barock und Romantik verortet, gelang es Kantor Knauer eindrucksvoll, das Leben des Apostels Paulus musikalisch zu transportieren.

Bereits die Ouvertüre mit dem zentralen Choral „Wachtet auf” stand symbolhaft für Hoffnung sowie für Aufbruch und wurde vom Orchester der Philharmonie Düsseldorf in treffender Weise vorgetragen sowie melodiös umgesetzt.

Der Eintritt in die erste Szene erweckte einen deutlichen musikalischen Stilwechsel. Stand der Choral zunächst für Mut und Zuversicht, so rezitierten die ausgezeichneten Solisten Mechthild Georg (Sopran), Mareike Jankowski (Mezzosopran), Corby Welch (Tenor) und Manfred Bühl (Bass) im Zusammenspiel mit dem Projektchor von der Steinigung des Stephanus bis zur Taufe des Paulus im ersten Teil des Oratoriums. Entsprechend ausdrucksstark schafften die Stimmen der vier Solisten ein musikalisches Bild von der Bekehrung des Paulus, das die Dramatik entsprechend widerspiegelte.

Besonders positiv hervorzuheben war, dass sowohl das Orchester, der Chor und die vier Solisten in beeindruckender Weise harmonierten.

Der zweite Teil des Oratoriums beschäftigte sich mit der Arbeit des Paulus als Missionar, der zusammen mit Barnabas ausgesandt wurde. Die sich anschließende Heilung des Lahmen zu Lystra und der Widerstand von Juden und Heiden, erfreuten sich einer feinsinnigen musikalischen Umsetzung. Der Abschied von der Gemeinde und der Märtyrertod von Paulus in Rom als Schlussakkord des Oratoriums, ließen noch einmal den musikalischen Spannungsbogen erkennen, der das Stück bereits zu Beginn auszeichnete. Mit stehenden Ovationen des Publikums wurde das Oratorium „Paulus” am Ende bedacht und alle Teilnehmer für ihre herausragende Leistung geehrt.

„Erleben Sie welchen Stellenwert Kirchenmusik in Erkelenz hat. Nehmen Sie heute dieses Geschenk an”, hatte Pastor Werner Rombach zu Beginn der Aufführung verlauten lassen. Der hohe Stellenwert der Erkelenzer Kirchenmusik wurde mit der Aufführung des Oratorium „Paulus” eindrucksvoll unterstrichen.

Mehr von Aachener Zeitung