Selfkant-Hillensberg: Eneco-Tour: Olympiasieger führt das BMC-Team zum Sieg

Selfkant-Hillensberg: Eneco-Tour: Olympiasieger führt das BMC-Team zum Sieg

Zum dritten Mal nach 2007 und 2012 hat sich am Freitag der Selfkant-Ort Hillensberg in eine stimmungsvolle Radsport-Arena verwandelt, in der viele begeisterte Fans die internationale Radsport-Elite hautnah erleben konnten. Das Mannschaftszeitfahren der Eneco-Tour, die im Vorfeld der Weltmeisterschaften hochklassig besetzt ist, bot exzellenten Sport.

Und die Gemeinde Selfkant hatte gemeinsam mit Partnern für den passenden Rahmen gesorgt: So wurde es ein perfekter Sportnachmittag der Extraklasse. Wie formulierte es Friedhelm Kirchhartz, der Vorstandsvorsitzende der NEW, in einem Wortspiel mit Blick auf Welt- und Europameister Peter Sagan, der mit von der Partie war: Diese Veranstaltung in Hillensberg sei „sagenhaft“ und „saganhaft“ zugleich.

Expertentalk: Der ehemalige Bahnrad- und Straßenradrennfahrer Andreas Beikirch (l.) steuerte in der heißen Phase des Mannschaftszeitfahrens im Gespräch mit Regionalredakteur und Moderator Dieter Schuhmachers fachkundige Einschätzungen zum Renngeschehen bei. Foto: agsb

Doch am Ende triumphierte nicht der Champion aus der Slowakei mit seinem Team Tinkoff, sondern der frischgebackene Olympiasieger Greg Van Avermaet aus Belgien. Er führte sein BMC ­Racing Team zum Sieg. Und dieser Erfolg machte es möglich, dass der Australier Rohan Dennis, der am Dienstag auch das Einzelzeitfahren in Breda gewonnen hatte, das Trikot des Führenden in der Gesamtwertung von Sagan zurückeroberte.

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit: Herbert Corsten (Bildmitte), der Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, mit Herman Brinkhoff (r.) von der Eneco-Tour-Organisation und Bert van Soest (l.) von der Stichting Wielerpromotion Sittard-Geleen. Foto: agsb

Für BMC mit Van Avermaet, Dennis & Co. standen am Ende 23:11 Minuten für die 20,9 Kilometer lange Strecke zu Buche. Dies war der erste Rang mit sechs Sekunden Vorsprung vor Etixx — Quick Step (mit den deutschen ­Assen Tony Martin und Marcel Kittel) und 23 Sekunden Vorsprung vor dem Team Lotto NL — Jumbo. Für Sagan und sein Tinkoff-Team sprang mit 34 Sekunden Rückstand nur der achte Rang heraus.

Ein Radsport-Urgestein und seine erfolgreichen Kinder: Hans Matwew (l.) aus Oberbruch war gemeinsam mit Tochter Heidi und Sohn Robert nach Hillensberg gekommen. Alle drei verfügen über etliche Jahre Erfahrung im Radrennen. Foto: agsb

Wer sich am Freitag schon am Mittag an der Strecke postiert hatte, war in den ­Genuss einer Vorab-Zugabe gekommen: Die Profiteams absolvierten vom niederländischen Start- und Zielort Sittard aus Trainingsfahrten auf dem Parcours, der auf deutscher Seite über 4,2 Kilometer durch Wehr und Hillensberg führte. Da war der Deutsche Meister André Greipel in der Formation von Lotto Soudal ebenso zu ent­decken wie Tom Dumoulin oder John Degenkolb im Team Giant — Alpecin, der sich sichtlich über die Anfeuerungsrufe freute.

Sprachen für die vielen Helfer: Josef Neiß (l.), Leiter der Führungsstelle Verkehr bei der Kreispolizeibehörde, Gemeindebrandinspektor Josef Dahlmanns (r.) und Bauhof-Leiter Werner Meiers. Foto: agsb

Exakt um 14.34 Uhr war dann Dimension Data mit dem norwegischen Meister Edvald Boasson Hagen als erstes Team im Wettkampf in der Innenstadt von Sittard von der Startrampe gerollt — sieben Minuten später war Hillensberg erreicht.

Brachten die Verbundenheit zur Region zum Ausdruck: Friedhelm Kirchhartz von der NEW AG, Arnd Schürmann von der Kreissparkasse und Thomas Giessing von der Volksbank Heinsberg (v. r. n. l.). Foto: agsb

Während die Zuschauer an der Bergstraße ein Spalier für die Radrennfahrer bildeten, kreiste immer wieder der Hubschrauber für Fernseh-Live-Bilder über dem Ort. Zwei kurzweilige Stunden währte das Spektakel, dann stand nach der letzten Zielankunft in Sittard der Sieg von BMC fest.

Die Radwanderfreunde Havert freuten sich ebenfalls über das Radsport-Ereignis im Selfkant: Günther Jessen (r.) und Hubert Vogten waren als Interviewpartner nach Hillensberg gekommnen. Foto: agsb

22 Mannschaften hatten die Zuschauer gesehen; nicht alle Teams waren noch achtköpfig, da es in den ersten Etappen sechs Ausfälle gegeben hatte. So jagten insgesamt 170 Fahrer die Bergstraße hinauf, ein tückischer Anstieg gerade in einem Teamzeitfahren. Da sagte nicht nur der ehemalige Bahnrad- und Straßenradrennfahrer Andreas Beikirch: „Das tut schon richtig weh!“ Einige Fahrer mussten in der Tat kämpfen.

Lieferte eine Einschätzung zum Streckenprofil: Helmut Cohnen vom Velo-Club Selfkant war einer der Gesprächspartner von Regionalredakteur und Moderator Dieter Schuhmachers (l.). Foto: agsb

Die Rundfahrt der Radrennprofis durch die Niederlande und Belgien geht am Sonntag im belgischen Geraardsbergen zu Ende. Und sie wird, dies wurde am Freitag noch bekannt, in Zukunft nicht mehr Eneco-Tour heißen. Da sich das niederländische Energieversorgungsunternehmen als Titelsponsor zurückzieht, wird sie ab 2017 unter einem neuen Namen firmieren. Aber das schließt ja eine Rückkehr in den Selfkant nicht aus...

Eskorte für die Radsport-Elite: Niederländische und belgische Polizisten auf Motorrädern begleiteten gemeinsam die Tour auch durch Hillensberg. Foto: agsb

www.enecotour.com

Es war richtig was los in Hillensberg: Unter den begeisterten Radsportfans herrschte beim Teamzeitfahren der Eneco-Tour eine tolle Stimmung. Foto: agsb
Mehr von Aachener Zeitung