Erkelenz-Lövenich: Eine Tafel am Grab des rheinischen Marco Polo

Erkelenz-Lövenich: Eine Tafel am Grab des rheinischen Marco Polo

Als im Dezember des vergangenen Jahres die eindrucksvolle Ausstellung über die Pilgerreise von „Arnold von Harff, Ritter, Pilger und Dichter” des Heimatvereins der Erkelenzer Lande im Haus Spiess in Erkelenz die Pforten schloss, lag den Besuchern am Ausgang eine weitere Einladung vor: „Besuch´ mich mal an meinem Grab in Lövenich.”

Dieser Aufforderung folgten jetzt viele Heimatfreunde zur Einweihung der Bronzetafel und Besichtigung der Grabplatte in der ausgemalten Krypta. „Um die Erinnerungen an Arnold von Harff dauerhaft aufrecht zu halten”, erklärte Günter Merkens in der Begrüßung, „hat der Heimatverein durch den Baubetriebshof der Stadt am Eingang zur Krypta der Lövenicher Pfarrkirche eine Bronzetafel anbringen lassen”.

Die Tafel informiert in gebotener Kürze über den Ritter von Harff. Die Bronzetafel hatte einer der Kuratoren der Ausstellung, Dipl.-Ing. Dieter M. C. Pradel, entworfen und Willi Wortmann sich um die Fertigung gekümmert. Im Text heißt es: „Arnold von Harff 1471-1505 Herr zur Nierhoven - Amtmann zu Caster - Schöffe zu Lövenich - Erbkämmerer in Geldern. Ritter - Pilger - Dichter. Er pilgert von 1496 bis 1498 von Köln aus zu den großen Pilgerzielen seiner Zeit: Rom - Jerusalem - Konstantinopel - Santiago - De Compostela. Seine Pilgerreise beschreibt er in einem Pilgertagebuch. So wurde er der rheinische Marco Polo. Seine Grabstätte fand er im Vorgänger dieser Kirche. Sein Grabstein steht heute in der Krypta. 2009 - Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V.”

Nach der Rückkehr von seiner Pilgerreise lebte Arnold von Harff ab 1898 auf Gut Nierhoven, zwischen Lövenich und Baal gelegen. An seinem Status als weit gereister Pilger und Ritter vom Heiligen Grab konnte er sich allerdings nur kurz erfreuen. Anfang 1505 verstarb er im Alter von 34 Jahren. „Die nähere Umständen seines Todes”, erklärte Vorsitzender Günter Merkens, „sind nicht bekannt”.

Ebenso ist sein Grab verschollen. Als beim Abbruch der alten Kirche im Jahre 1867 die Grabplatte von der Gruft genommen wurde, war diese leer. Die Grabplatte fand in der Krypta einen neuen Platz. Bevor die Besucher Krypta und Grabplatte besichtigten, gab Pfarrer Franz-Josef Semrau der Bronzetafel seinen Segen. Ergänzend zur Einweihung folgte abschließend in der Kirche ein Konzert mit mittelalterlicher Musik.

Mehr von Aachener Zeitung