Kreis Heinsberg: Ein Teil von Europas Kulturhauptstadt 2018?

Kreis Heinsberg: Ein Teil von Europas Kulturhauptstadt 2018?

Die niederländische Stadt Maastricht bewirbt sich um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2018”.

Nicht allein, sondern mit Unterstützung der Städte Aachen, Lüttich, Hasselt, Sittard-Geleen, Heerlen und Eupen, der Provinzen Niederländisch-Limburg, Belgisch-Limburg und Lüttich und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens sowie last but not least der Regio Aachen - und zwar offiziell als Bewerber „Maastricht und Euregio Maas-Rhein”.

Sollte die Bewerbung erfolgreich sein (die Entscheidung fällt 2014), dann würde auch der Kreis Heinsberg als Teil der Euregio zumindest ein bisschen Kulturhauptstadt ­Europas sein und wie selten zuvor in den Fokus der europäischen Öffentlichkeit geraten. Damit es was wird mit der Bewerbung, hatte die Regio Aachen zur Open-Space-Werkstatt „VIA 2018 - Wir als Region” auf die „Kulturbaustelle Begas-Haus”, sprich in das ehemalige Kreismuseum in Heinsberg eingeladen.

Vertreter aus Politik und Verwaltung, viele Künstler aus der Region, Mitglieder der Selfkantbahn, der Rurtal-Korbmacher und anderer Kulturträger sowie interessierte Bürger trafen sich im großen, von zwei Heizstrahlern provisorisch erwärmten Ausstellungssaal des Museumsgebäudes zum Gedankenaustausch und zur Ideenfindung. Neben Anregungen für die Kulturhauptstadt-Bewerbung sollte auch das Kulturleitbild der Regio Aachen aufgefrischt werden.

Landrat Stephan Pusch stellte in seiner Ansprache klar, dass die Bewerbung der Stadt Maastricht auch für den Kreis Heinsberg von Bedeutung sei, „steht hinter dieser Bewerbung doch ganz klar eine euregionale Ausrichtung”. Die „Kulturbaustelle Begas-Haus” solle signalisieren, so Pusch, „dass der Kreis Heinsberg dem Kulturempfinden des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt und bereit ist, neue Wege zu gehen”.

So solle der regionalen Kultur zu einem Aufschwung verholfen werden. Auch Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder hob die Bedeutung des Begas-Hauses, das 2013 eröffnet werden soll, hervor: „Wir freuen uns, dass wir hier in Heinsberg einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Kultur in unserer Euregio Maas-Rhein leisten können.”

Auch Johannes Arens, der die Open-Space-Werkstatt für die Regio Aachen begleitete, zeigte sich vom entstehenden Begas-Haus sehr beeindruckt: „Es ist sehr schön, hier im Museum zu Gast zu sein. Das hat eine tolle Signalwirkung für unser Anliegen. Das Begas-Haus ist ein Leuchtturmprojekt für die ganze Region.” Ein so modernes und innovatives Museum werde zurzeit sonst nirgendwo in der Region geplant.

Open-Space-Werkstatt sei so eine Art „organisierter Kaffeeklatsch”, sagte Arens. Da die guten Ideen eh meistens abseits der offiziellen Veranstaltungen beim gemeinsamen Bier entstünden, habe die Open-Space-Werkstatt das Ziel, Menschen direkt miteinander ins Gespräch zu bringen. Ein wenig wüst wirkte der Workshop schon.

Ein munteres Durcheinander der Gesprächsfetzen führte aber doch zu Anregungen für die Kulturhauptstadt-Bewerbung und das Kulturleitbild der Regio Aachen. Das Moderatorenteam der Veranstaltung um Dr. Franz Hees wird die Ideen, die von den Workshop-Teilnehmern auf Zettel geschrieben und auf Pinnwände gespickt wurden, nun auswerten, in Schriftform bringen und zusammen mit den Ergebnissen von zwei gleichartigen Workshops in Aachen, Düren und Schleiden den entsprechenden Gremien zuleiten.

Einige Vorschläge der Workshop-Teilnehmer haben Johannes Arens besonders gut gefallen: die Vernetzung von Künstlern über die Grenzen hinweg, ein Euregio-Unterricht in den Schulen, der die Geschichte der Nachbarländer lehrt, eine grenzüberschreitende Kulturzeitschrift oder die Pflege des Dialektes und alter Traditionen zur Weitergabe an die junge Generation, zum Beispiel. 2018 Malta und Niederlande

Malta (Kandidat ist die Hauptstadt Valetta) und die Niederlande sind 2018 an der Reihe, die Kulturhauptstädte ­Europas zu stellen.

In den Niederlanden sind außer Maastricht und der Euregio Maas-Rhein zurzeit noch weitere Städte im Rennen: Den Bosch, Den Haag, Utrecht, Leeuwarden und Almere.

Johannes Arens: „Maastricht als einziges grenzüberschreitendes Projekt hat gute Chancen dabei zu sein. Zudem jährt sich 2018 zum 25. Mal das Inkrafttreten der Maastrichter-Verträge. Maastricht ist bereits eine Marke.”

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