Simmerath: Eifel-Bevölkerung geht massiv zurück

Simmerath: Eifel-Bevölkerung geht massiv zurück

Alle reden von der demografischen Entwicklung. Gemeint ist damit der Rückgang der Bevölkerungszahl und ein wachsendes Missverhältnis zwischen alten und jungen Menschen. Als Beispiel sei hier die Gemeinde Simmerath genannt.

Im Jahr 2008 lebten in der Gemeinde 754 Personen, die 80 Jahre und älter waren. Im Jahr 2030 werden es dagegen 1720 Personen dieser Altersgruppe sein. Das entspricht einer Steigerung von rund 130 Prozent in in einem Zeitraum von nur gut zwei Jahrzehnten.

Diese Entwicklung zeichnet sich überall in der Städteregion Aachen ab, aber nirgendwo so signifikant wie in Simmerath und Roetgen (dort ist die Steigerung prozentual ähnlich hoch - von 505 auf 920 Personen).

„Simmerath ist in einigen Punkten der Ausreißer”, sagte Dr. Nina-Mika Helfmeier am Dienstagabend in der Sitzung des Simmerather Generationen-, Schul und Sozialausschusses, wo sie als Vertreterin der Stabsstelle Empirische Forschung ein Kompendium zum demografischen Wandel in der Städteregion mit besonderem Augenmerk auf Simmerath vorstellte.

Minus 14,6 Prozent in Monschau

Der Ausschuss lauschte mit Interesse und auch Sorgenfalten den Ausführungen. Zwar ist hinreichend bekannt, dass die Menschen immer älter werden und die Geburtenzahl rückläufig ist, aber wenn einem dann die konkreten Prognosen bis zum Jahr 2013 einmal vor Augen geführt werden, ist der Handlungsbedarf nicht mehr von der Hand zu weisen. Grundlage der Erhebung sind vom Landesamt für Statistik zur Verfügung gestellte Zahlen.

Auf 500 Seiten macht die Erhebung deutlich, dass insbesondere der ländliche Raum gegenüber den Ballungsgebieten in der Städteregion beim demografischen Wandel die schlechtesten Karten hat.

Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung insgesamt bis zum Jahr 2030 dann wird innerhalb der Städteregion die Stadt Würselen mit einem Plus 13,3 Prozent den stärksten Zuwachs erleben. Roetgen steht mit einem leichten Plus von 4,5 Prozent auch noch recht gut da, während Simmerath eine Abnahme von 9,0 Prozent verkraften muss und die Nachbarkommune Monschau mit einem Minus von 14,6 Prozent innerhalb der Städteregion sogar das Schlusslicht bildet.

Dramatisch fällt laut der Erhebung der Bevölkerungsrückgang bis 2030 in der Altersgruppe der Fünf- bis 20-Jährigen aus. Auch hier bildet die Stadt Monschau mit minus 44 Prozent das Schlusslicht. Nicht viel besser sieht es auch in Simmerath (minus 37 Prozent) aus.

Auch bei wichtigen Altersgruppe der 20- bis 45-Jährigen sieht es düster in Simmerath und Monschau aus. Für Simmerath wird ein bedenkenswerter Rückgang bis zum Jahr 2030 um minus 42 Prozent vorausgesagt, in Monschau sind es minus 35 Prozent in dieser Altersgruppe.

„Die Zahlen sind ein Anlass, sich ernsthaft Gedanken zu machen”, bilanzierte Nina-Mika Helfmeier, selbst wenn sich in Kommunen mit ohnehin geringer Bevölkerungszahl Veränderungen in den Zahlen stärker bemerkbar machen würden. Die Aufgabe der Politik sei es nun, die entsprechenden Rückschlüsse aus der Statistik zu ziehen.

Eine Erkenntnis lässt sich schon auf den ersten Blick gewinnen: Die Bevölkerungs-Entwicklung in Roetgen ist positiv. Hier dürfte die Nähe zu Aachen ein großer Pluspunkt sein.

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