Kreis Heinsberg: „Ehrenamt im Katastrophenschutz“: Mehr Wertschätzung gefordert

Kreis Heinsberg: „Ehrenamt im Katastrophenschutz“: Mehr Wertschätzung gefordert

Mehr Wertschätzung für die Menschen, die sich im Katastrophenschutz engagieren, mehr Gemeinsamkeit im Handeln, von Schulung bis Einsatz, und auch mehr Öffentlichkeitsarbeit: Das sind Forderungen nach einer Veranstaltung zum Thema „Ehrenamt im Katastrophenschutz“ mit rund 60 Teilnehmern von Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Technischem Hilfswerk und Rettungsdienst im Heinsberger Kreishaus.

Ohne die ehrenamtlichen Kräfte würden Teile des Katastrophenschutzes nicht funktionieren, so Landrat Stephan Pusch. „Genau deswegen ist es so wichtig, dass wir es nicht dazu kommen lassen, eines Tages ohne oder mit zu wenigen ehrenamtlichen Kräften im Katastrophenschutz auskommen zu müssen.“

In einem Impulsreferat stellte Ulrich Cronenberg vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine Studie zum Ehrenamt im Zivil- und Katastrophenschutz vor. Danach schickte Moderator Dr. Christian Hermanns, Arzt und Journalist, die Teilnehmer in vier verschiedene Workshops: Helfergewinnung, Helferbindung, Kooperation/Net-Working und Rahmenbedingungen waren sie überschrieben. Am Nachmittag stellten die Workshop-Leiter die Ergebnisse vor.

Jan-Christoph Czichy, Leiter der Notfallseelsorge NRW im Malteser-Hilfsdienst, tat dies zunächst zum Thema Rahmenbedingungen. Als Kernpunkte für Verbesserungen waren herausgearbeitet worden: Wertschätzung und Motivation sowie unter dem Punkt Ressourcen die Themen Zeit und Geld. Czichy sprach unter anderem die Probleme an, die Ehrenamtler hätten, für Einsätze ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Er regte an, eventuell sogar eine Gesetzesänderung anzustoßen, die eine Freistellung in den Betrieben verbessern könne.

„Wir können mit jedem was anfangen“, erklärte Thomas Kähler, Leiter des Feuerschutzzentrums, für die Gruppe Helfergewinnung. Ehrenamtliche Mitarbeit sei nicht nur am Einsatzort gefragt, sondern auch in anderen Aufgabenbereichen. Schon früh, zum Beispiel in Schulen, könne mit der Helfergewinnung begonnen werden. Weiterhin benötige das Ehrenamt mehr Wertschätzung, pflichtete er Czichy bei und regte zum Beispiel eine Art „Blaulichttag“ an, eine gemeinsame Feier aller Ehrenamtler im Katastrophenschutz. Geldleistungen lehnte er strikt ab. „Eine Bezahlung würde das Ehrenamt kaputt machen!“

Mehr Wertschätzung war auch das Ergebnis der Gruppe Helferbindung unter Leitung von Rettungsdienst-Geschäftsführer Ralf Rademacher. Ehrlich Danke sagen und das auch persönlich, vor Ort, lautete eine seiner Forderungen. Der Ehrenamtspass, ein T-Shirt oder eine Urkunde nach einem großen Einsatz oder ein Fest waren weitere Beispiele. Schließlich könnten auch Arbeitgeber unter dem modernen Motto der „Corporate Social Responsibility“ stärker in ihre gesellschaftliche Verantwortung genommen werden.

Die Bereitschaft zur Kooperation sei bereits hoch entwickelt, so das Ergebnis der Gruppe Kooperation / Net-Working unter Leitung von DRK-Geschäftsführer Lothar Terodde. Da jedoch der „Nasenfaktor“ eine große Rolle spiele, appellierte er an tatsächlich viel mehr Gemeinsamkeit in Ausbildung, Übung, Einsatz und auch beim Feiern, zugleich aber auch an eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit.

„Darum müssen wir uns kümmern, und wir werden es tun“, versprach Franz-Josef Dahlmanns, zuständiger Dezernent in der Kreisverwaltung. Er schlug vor, sich in gleicher Runde innerhalb eines halben Jahres wiederzutreffen und die angestoßene Diskussion „zu schärfen“.

(anna)