Suzuki Vitara 1.4 Boosterjet Allgrip: Durchzugsstarker Benziner und üppige Ausstattung

Suzuki Vitara 1.4 Boosterjet Allgrip : Durchzugsstarker Benziner und üppige Ausstattung

Angesichts der SUV-Schelte gerät eines in Vergessenheit: sie können spätestens dann mehr als nur schick auszusehen, wenn die Antriebskraft bei Schnee oder nassen Straßen auf mehr als zwei Räder geht. Als einer der wenigen Anbieter im Kompakt-Segment nutzt Suzuki seine langjährige 4x4-Erfahrung und setzt die Technik im Vitara ein.

So macht der modern gezeichnete Wagen nicht nur auf dem Boulevard eine gute Figur, sondern punktet bei einem plötzlichen Wintereinbruch, einem Abstecher in leichteres Gelände oder mit einem Plus an Sicherheit bei rutschigen Fahrbahnen.

Bullige Front, kastige Form mit leicht abgerundeten Kanten sowie kurze Überhänge vorne wie hinten – eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Range Rover Evoque kann der 4,17 Metern lange Vitara nicht verhehlen. Das Heck zieren außer dem Unterfahrschutz recht dominante LED-Heckleuchten, die sich weit in die seitlichen Flanken ziehen. Ein Detail, bei dem nur jeder selbst entscheiden kann, ob es gefällt oder nicht. Das schwarz abgesetzte Dach oder die 17-Zoll-Alufelgen passen auf jedem Fall gut zu dem sportlichen gezeichneten Suzuki.

Im Innenraum ist es den Gestaltern gelungen, durch einige hochwertige Details eine angenehme und sympathische Atmosphäre zu schaffen. Dazu gehören Softtouch-Oberflächen im oberen Bereich des Armaturenträgers und der Türen ebenso wie Verblendungen in Chrom-Optik, eine saubere Verarbeitung der Materialien, eine klare und übersichtliche Grafik der Instrumente oder bequemes Mobiliar. Der Radstand von 2,50 Metern sorgt im Fond für ausreichend Kniefreiheit. Auf den vorderen Plätzen muss sich ohnehin niemand über ein mangelndes Platzangebot Gedanken machen. Der Kofferraum bietet ein Fassungsvolumen von 375 bis 1120 Liter. Damit steht der Familienreise mit mehreren Koffern zwar nichts im Weg. Dem sechs Zentimeter kürzeren VW T-Cross mit 455 bis 1281 Litern kann der Vitara allerdings in dieser Hinsicht nicht das Wasser reichen.

Der Allradantrieb, für den T-Cross nicht zu haben, fordert seinen Tribut. Die Ladekante des Suzuki liegt mit 72 Zentimetern in akzeptabler Höhe. Der doppelte Ladeboden hat zum einen den Vorteil, dass es keine Kante gibt, über die das Gepäck gehoben werden muss. Zum anderen sind die im Staufach darunter platzierten Taschen gegen neugierige Blicke geschützt. Dass es zum Schließen der Heckklappe nur rechts eine Griffmulde gibt, dürfte nur Linkshändern auffallen.

Gut in der Hand für jeden liegt indessen das längs- und höhenverstellbare Multifunktions-Lederlenkrad. Der Sieben-Zoll große Touchscreen zur Bedienung von Navigation (Serie in der Comfort+-Variante), Multimediasystem oder Telefon lässt sich gut erreichen, obwohl er nur dezent auf den Fahrer ausgerichtet ist. Im Alltag lästig ist der fehlende Lautstärkeregler - das Wischen über eine Leiste auf dem Touchscreen ist während der Fahrt sehr ungenau. Allerdings gibt es entsprechende Tasten am Volant. Mit an Bord der Topversion sind zudem Rückfahrkamera und Klimaautomatik.

Zwischen den Sitzen befindet sich außer einer praktischen Ablagemöglichkeit für Schlüssel und Krimskrams der Drehknopf für den Allradantrieb. Der japanische Autobauer gibt dem Fahrer vier Wahlmöglichkeiten: Auto, Sport, Snow und Lock. Die meiste Zeit des Jahres dürfte sich der Schalter im Auto-Modus befinden. Hier werden die Vorderräder so lange vorrangig angetrieben bis die Sensoren mangelnden Grip melden und die Antriebskraft daraufhin zusätzlich an die Hinterachse geht. Mehr Dynamik beim Anfahren und Beschleunigen generiert der Sport-Modus.

Gleichzeitig strafft sich das generell gut zwischen Komfort und Sportlichkeit austarierte Fahrwerk etwas mehr. Die Lenkung wird direkter. Die beiden weiteren Einstellungen sind es, die den Vitara zum Allrounder werden lassen, wenn Schnee die Straßen rutschig macht oder es gilt, steinige Feld- und Forstwege zu passieren. Viel mehr Gelände ist bei gerade einmal 18,5 Zentimeter Bodenfreiheit sowie einem Böschungswinkel von 18 Grad allerdings nicht möglich.

Der 1,4-Liter-Benziner-Vierzylinder (140 PS/Drehmoment 220 Newtonmetern) arbeitet durchzugsstark und so laufruhig, dass er auch für lange Fahrten gut geeignet ist. In 10,2 Sekunden erreicht die Tachonadel aus dem Stand die Tempo-100-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit ist gemäß den technischen Daten bei 200 Kilometern in der Stunde (km/h) erreicht. Und natürlich rückt der Normverbrauch von 6,1 Litern schnell in weite Ferne, wenn das Gaspedal zu lange gen Boden gedrückt wird. Doch bei einem ausgewogenen Mix aus Stadt-, Landstraßen- und Autobahnfahrten pendelt sich der auf dem Bordcomputer angezeigte Wert bei 7,6 Litern ein.

Mit der Entscheidung für den großen Motor mit Allrad und der Comfort+-Ausstattung klettert der Preis auf 28.840 Euro – 9590 Euro über dem des Einstiegsmodells. Doch dann ist das Sicherheitspaket mit allem geschnürt, was Suzuki im Angebot hat. Dazu zählt der Ausparkassistent ebenso wie das Spurhaltewarnsystem mit Lenkeingriff oder der Tot-Winkel-Warner. Annehmlichkeiten wie das riesige Panorama-Schiebedach, Teilleder-Ausstattung, LED-Scheinwerfer, adaptive Tempomat oder Sitzheizung gehören dann ebenso zum Lieferumfang wie das gute Gefühl für alle Situationen gewappnet zu sein.

(amv)