Würselen: Dritter Streik am MZ

Würselen: Dritter Streik am MZ

Während in den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes derzeit die Schlichtungsverhandlungen laufen und Friedenspflicht herrscht, droht der Tarifstreit zwischen Verdi und der Servicegesellschaft des Medizinischen Zentrums der Städteregion (MZ) zu eskalieren.

So ruft die Gewerkschaft für den heutigen Dienstag die rund 180 Mitarbeiter, die in dem Würselner Krankenhaus in Bereichen wie Reinigung und Küche arbeiten, zum inzwischen dritten Streik auf. Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Jungheim hofft, dass der Arbeitgeber bei der Aufsichtsratssitzung ein neues Angebot vorlegen wird.

Zuvor hatte Jungheim den Aufsichtsratsmitgliedern einen offenen Brief geschrieben, in dem er unter anderem der Geschäftsführung vorwirft, „dass von den in der MZ-Service GmbH gezahlten Löhnen niemand leben kann”. Mit dem Wechsel zum Arbeitgeberverband Dehoga sei zudem eine „Tarifflucht” mit dem Ziel betrieben worden, den „Mindestlohn des Gebäudereinigerhandwerks zu unterlaufen”.

Robert Dahmen wehrt sich als Geschäftsführer der Service GmbH in einem Positionspapier gegen die Vorhaltungen: „Es ist sichergestellt, dass kein Mitarbeiter weniger Gehalt erhält als mit dem letzten Abrechnungsmonat vor Anwendung des neuen Tarifvertrages.” Auch den Vorwurf, dass Service-Mitarbeiter trotz Vollzeit-Jobs ihren Verdienst mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken müssen, kontert er.

Dies sei kein MZ-spezifisches Problem. Vielmehr sei es möglich, dass je nach individueller Lebenslage auch Beschäftigte von Kommunen oder Firmen Leistungen beziehen müssen.