Dossier Tihange

Menschenkette gelingt mit einigen Lücken

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
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Protest in Lüttich: Hier formiert sich die Menschenkette entlang der Maas im Stadtzentrum. Foto: Alexander Barth
Menschenkette
Kurz vor 14 Uhr, Oost-Maarland südlich von Maastricht: Auch hier haben sich Menschen zusammengefunden, um gegen die beiden Kraftwerke in Tihange und Doel zu protestieren. Foto: Marc Heckert
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Protest in Lüttich: Hier formiert sich die Menschenkette entlang der Maas im Stadtzentrum. Foto: Alexander Barth
Menschenkette
Kurz vor 14 Uhr, Oost-Maarland südlich von Maastricht: Auch hier haben sich Menschen zusammengefunden, um gegen die beiden Kraftwerke in Tihange und Doel zu protestieren. Foto: Marc Heckert

Aachen/Tihange. 50.000 Menschen haben am Sonntag gegen den Betrieb der umstrittenen belgischen Atommeiler Tihange 2 und Doel 3 demonstriert. Das gab Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie, das die Menschenkette von Aachen nach Tihange organisiert hatte, bekannt. Im Vorfeld hatten sich 33.000 Teilnehmer angemeldet.

Zehntausende Menschen aus der Region und Atomkraft-Gegner aus ganz Deutschland forderten das sofortige Abschalten der beiden Meiler, die wegen Tausender Wasserstoffflocken im Reaktordruckbehälter umstritten sind.   Die Organisatoren und die Politik zeigten sich zufrieden. „Das gab es so noch nie: Eine Menschenkette durch drei Länder und drei Sprachräume gemeinsam gegen überalterte Reaktoren“, sagte Schellenberg. Die Menschenkette werde natürlich nicht zur Schließung der AKW führen, aber es sei ein Signal.

Das unterstreicht auch der designierte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). „Dass so viele Menschen aus drei Ländern sich an der Menschenkette beteiligen, ist ein großes und verbindendes Zeichen“, sagte er unserer Zeitung. Es zeige, dass die Gefahr, die von Tihange und Doel ausgehe, nicht einzelne Staaten, sondern viele Menschen in einer zusammengewachsenen Region betreffe. Es müsse nun Aufgabe der Politik sein, in Kooperation mit den europäischen Partnern Lösungen zu finden, um die beiden Reaktoren so schnell wie möglich abzuschalten. Dafür werde ich mich persönlich einsetzen“, versprach der Aachener, der aus Termingründen selbst nicht an der Menschenkette teilnehmen konnte.

Der Betreiber der Meiler, Engie-Electrabel, begrüßte die Aktion. „Wir respektieren die Meinungsfreiheit“, sagte Serga Dauby, Sprecher des Kraftwerks Tihange, unserer Zeitung. Wir werden den besorgten Menschen in der Grenzregion beweisen, dass unser AKW sicher ist, sagte er weiter.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) stand vor dem Aachener Rathaus und war sich sicher, dass die Menschenkette, die an vielen Stellen geschlossen war, nicht übersehen wird. „Diese Aktion ist eine Ermutigung weiterzumachen, der Protest wird Wirkung zeigen“, sagte Phillip.

Der Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) war mit der CDU-Europaabgeordneten Sabine Verheyen am Grenzübergang in Vaals und lobte besonders, dass es keine reine deutsche Aktion gewesen sei.  Die Politik aus der Region kämpfe weiter für das Aus von Tihange 2. „Das Thema muss aber auch in Berlin richtig ankommen.“

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