1. Digital

Düsseldorf: Zahl der dubiosen Internet-Angebote nimmt zu

Düsseldorf : Zahl der dubiosen Internet-Angebote nimmt zu

Die Verbraucher in Deutschland werden zunehmend von dubiosen Internet-Anbietern mit Geldforderungen überzogen. Allein in den vergangenen vier Wochen seien bundesweit etwa 22.000 Beschwerden bei den Verbraucherschützern eingegangen, schätzte die Verbraucherzentrale NRW am Donnerstag in Düsseldorf. „Das Problem gewinnt enorm an Bedeutung”, sagte Vorstand Klaus Müller.

Die zwielichtigen Anbieter werben mit Model-Castings, Intelligenz-Tests, Ahnenforschung, Hausaufgabendiensten oder Gratis-SMS. Hinter den vermeintlich kostenlosen Angeboten steckten im Kleingedruckten vieler Internet-Seiten teure Dienste oder sogar Abonnements mit zwei Jahren Laufzeit. Die Opfer sollten die Zahlung der Rechnungen verweigern und sich vom massiven Auftreten von Inkasso-Büros und Anwälten nicht einschüchtern lassen, rieten Verbraucherschützer und Medienwächter am Weltverbrauchertag in Düsseldorf.

„In den meisten Fällen ist kein wirksamer Vertrag zu Stande gekommen”, so die Juristen der Verbraucherzentrale. So müsse den Kunden eine Belehrung über ihr Widerrufsrecht zugeschickt werden. Binnen zwei Wochen kann der angebliche Vertragsabschluss dann rückgängig gemacht werden. Verträge mit Minderjährigen seien ohnehin nichtig. Bei den Internet-Seiten der Verbraucherzentralen seien Musterbriefe mit Widersprüchen abrufbar.

Vorsicht sei geboten, wenn die Dienste persönliche Daten wie die Wohnadresse abfragen. Dann sollte die Internet-Seite auf versteckte Kosten-Hinweise angesucht werden. Der Vorsitzende der Landesanstalt für Medien NRW, Professor Norbert Schneider, regte eine gesetzliche Verbesserung der Verbraucherrechte im Internet an. Betrügerische Anbieter nutzten die Unsicherheit ihrer Opfer aus und führten sie systematisch in die Irre.