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Wohin geht der Tariftrend beim Internet?

Wohin geht der Tariftrend beim Internet?

Düsseldorf. Anfangs wurden Internet-Rechnungen pro Minute erstellt, später gab es Volumentarife. Hierbei schlug die übertragene Datenmenge zu Buche, und nicht die Zeit, in der die Bits geladen wurden. Inzwischen haben sich Flatrates durchgesetzt, um Online-Zeiten und Datenmengen machen sich Nutzer kaum mehr Gedanken.

Da die Gesellschaft zusehends datenhungriger wird, könnte das System aber bald an seine Grenzen stoßen. Für die Telekommunikationsanbieter sind vor allem sogenannte „Power User” ein Problem. Diese Anwender laden extrem große Datenmengen herunter oder stellen sie für andere Nutzer zur Verfügung.

Besonders häufig sind diese Nutzer in Tauschbörsen aktiv, bei denen von Anwender zu Anwender Daten ausgetauscht werden (Peer-2-Peer oder P2P). Im schlimmsten Fall sinkt durch exzessive P2P-Nutzung die Datenübertragungsrate für andere Konsumenten, denn die Leitungen haben nur eine bestimmte Kapazität. Wird diese weitestgehend von Power Usern ausgeschöpft, bleibt nur noch ein kleiner Rest übrig. Und die anderen Kunden dürften sicher nicht erfreut darüber sein, dass sie für ihr Geld eine vergleichsweise langsame Internet-Anbindung erhalten.

Wie groß das Problem für die Anbieter derzeit bereits ist, zeigt eine neue Studie des Unternehmens Sandvine, einem Hersteller von Breitband-Netzwerklösungen. Darin hat sich gezeigt, dass 61 Prozent des weltweiten Datenverkehrs von Kunden zu einem Verteiler (Upstream Traffic) auf P2P-Anwendungen zurückzuführen ist. Die von Nutzern über Tauschbörsen heruntergeladenen Daten (Downstream Traffic) machen rund 22 Prozent des gesamten Download-Datenvolumens aus.

Dies und die Tatsache, dass immer mehr Web-Nutzer Nachrichten-Videos, Spaß-Clips und Filme per Internet betrachten, könnten in Zukunft dazu führen, dass sich Flatrates für Telekommunikationsanbieter nicht mehr rechnen. Um den Ausbau und die Wartung der Infrastruktur finanzieren zu können, benötigen sie mehr Einnahmen, und es wäre denkbar, dass Flatrates gedeckelt werden könnten. Wer größere Datenmengen herunterladen will, würde dann wieder volumenabhängig zur Kasse gebeten.

Bei vielen Nutzern, insbesondere bei den Power Usern, dürfte dies Proteste hervorrufen. Es könnten deshalb schon bald stürmische Zeiten auf die nach digitalen Daten gierende Gesellschaft zukommen.