Wie Supercomputer kranke Herzen unterstützen

Wie Supercomputer kranke Herzen unterstützen

Jülich. Supercomputer und kranke menschliche Herzen haben auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Doch Forscher nutzen die leistungsstarken Rechner zum Beispiel, um mit Computer-Modellen die Wirkungsweise implantierbarer Mini-Pumpen zu verbessern.

Solche Implantate kommen dann zum Einsatz, wenn ein Patient auf ein Spenderherz wartet und sein eigenes Organ während der oft sehr langen Warteperiode dringend Unterstützung benötigt.

Ein US-Hersteller hat die sogenannte DeBakey-Pumpe entwickelt, die schon über 400 Menschen eingepflanzt worden ist. Um die Effizienz des etwa fingergroßen Gerätes aus Titan zu verbessern, setzt Professor Marek Behr von der RWTH Aachen auf Supercomputer am Forschungszentrum Jülich.

Mit dem dort tätigen Experten Professor Felix Wolf arbeitet er an einem Simulationsprogramm, das den Blutfluss innerhalb der Pumpe darstellen soll. Hierbei muss das mathematische Modell zahlreiche Faktoren berücksichtigen, darunter die komplexen Strömungseigenschaften des Blutes und die Form der Pumpe.

Basierend auf den bisherigen Ergebnissen des Projekts konnte bereits eine verkleinerte Version des Implantats entwickelt werden, das herzkranken Kindern im Alter zwischen fünf und sechs Jahren eingepflanzt werden kann.

Und je weiter die Experten ihr Computer-Modell verbessern, desto näher rücken sie an das von ihnen anvisierte Fernziel: Die Entwicklung von Blutpumpen, die nicht nur die Zeit bis zu einer Transplantation eines Spenderherzes überbrücken, sondern das Organ dauerhaft ersetzen können.

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