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Wenn die Festplatte nicht mehr erkannt wird: Das kannst du tun!

Datenverlust : Wenn die Festplatte nicht mehr erkannt wird

Ein Datenverlust ist für jeden Computernutzer eines der größten Schreckgespenster. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger zu wissen, wie man sich vor einem solchen Notfall schützen kann und wie man in einem entsprechenden Notfall vorgehen sollte.

Im Internet finden sich zu unterschiedlichen Problemstellungen hilfreiche Ratgeber. In diesem Artikel sollen ein paar Tipps rund um das Thema Datenrettung geben werden.

Die Vorstellung, dass zum Beispiel durch einen Defekt an der Festplatte die komplette Musik- und Fotosammlung plötzlich verloren ist, kann einem den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Wenn man sich vorab ein wenig intensiver mit diesem Thema auseinandersetzt, erkennt man schnell, dass es zahlreiche gute präventive Schutzmaßnahmen und gute Möglichkeiten für eine Datenrettung gibt.

Einer der Hauptgründe für Datenverlust sind das Herunterfallen von externen Festplatten, sagt Jan Bindig, Geschäftsführer der Bindig Media GmbH. Bindig Media ist ein erfahrenes Unternehmen, wenn es um die professionelle Datenrettung geht. Weiterhin entstehen Datenverluste nicht selten durch stark beanspruchte Speichermedien wie SD-Speicherkarten oder USB-Sticks.

Darüber hinaus sind unbeabsichtigte Löschaktionen häufig ein Grund für einen ärgerlichen Datenverlust. Weitere Ursachen für Datenverlust sind laut Jan Bindig oftmals Kurzschlüsse und Überspannungsschäden durch verschüttet Getränke oder andere Flüssigkeiten. Am besten schützt man sich vor einem Datenverlust durch eine sinnvolle Vorsorge.

Festplatte wird nicht mehr erkannt

Eines der häufigsten Symptome für Datenverlust ist die Feststellung, dass eine Festplatte nicht erkannt wird. Die Ursachen dafür können verschiedener Natur sein. Man muss zunächst unterscheiden, ob die Festplatte (oder auch der USB-Stick / die SSD) im BIOS des Computers nicht mehr angezeigt wird, oder direkt im Betriebssystem, also der Datenträgerverwaltung verschwunden ist.

Wenn das BIOS keinen Datenträger mehr erkennt, ist meist ein größerer Schaden an dem Medium vorhanden. Wenn er im BIOS aber nicht im Explorer erkannt wird, handelt es sich oftmals nur um kleine Probleme, die durch eine Reparatur des Dateisystems durchgeführt werden kann. Selbst sollte man dies möglichst nicht probieren, da Experimente oft zur Verschlimmerung des Schadens führen.

Bei Datenverlust nicht gleich in Panik geraten

Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Sicherungen Probleme gibt, ist das noch lange kein Grund, in Panik zu verfallen. Denn es ist bei einem tatsächlichen Datenverlust häufig möglich, die entsprechenden Daten wiederherzustellen. Lars Müller ist der Laborverantwortliche bei Bindig Media und macht für eine solche Situation Mut: „Es gilt natürlich immer den jeweiligen eingetragenen Schaden zu bewerten, aber durchschnittlich ist eine Rettungsquote von rund 80 Prozent durchaus realistisch.“

Auf welchem Weg sich die verloren gegangenen Daten am besten wiederherstellen lassen, hat unter anderem damit zu tun, wie der Schaden entstanden ist.

Datenlöschung

Hat man Daten versehentlich vom Computer gelöscht, gibt es Software, mit der man die gelöschten Dateien häufig wiederherstellen kann. Beispielsweise werden bei einem Formatierungsvorgang lediglich die Dateiverweise gelöscht. In einem solchen Fall sind die Daten weiter vorhanden, aber das verwendete Betriebssystem kann die gelöschten Daten nicht mehr auffinden. Mit speziellen Programmen kann man die auf diese Art und Weise verloren gegangenen Daten häufig noch retten, und zwar selbst wenn das Betriebssystem nicht mehr starten sollte.

Ein physikalischer Schaden

Bei Materialschäden, die beispielsweise durch Überspannungen, einen Sturz oder Flüssigkeiten entstanden sind, sollte man besser auf einen professionellen Datenretter zurückgreifen. Ein solcher professioneller Anbieter analysiert im ersten Schritt den genauen Schaden und schätzt nach dieser Analyse ein, ob eine Rettung von Daten möglich ist. Dabei sollte man berücksichtigen, dass es nicht immer möglich möglich ist, alle Daten wiederherzustellen.

Bei einem seriösen professionellen Anbieter für Datenrettung bekommt man nach einer genauen Analyse des Datenträgers einen Kostenvoranschlag für die anfallenden Arbeiten. Dadurch kann man entscheiden, ob eine entsprechende Datenrettung sich unter den angegeben Kosten lohnt.

Vor Datenverlust schützen: Alles gesichert?

Grundsätzlich ist der beste Schutz vor einem Datenverlust die regelmäßige Sicherung von Daten. Der Begriff „Backup“ ist jedem Nutzer eines Computers mit Sicherheit begegnet. Mit dieser Methode ist das Duplizieren von persönlichen Daten und Systemdaten gemeint, welche auf einem separaten Sicherungslaufwerk abspeichert werden. Das ist leicht umsetzbar und ein effektiver Schutz der Daten.

Aus diesem Grund ist es umso überraschender, dass laut dem Geschäftsführer der Bindig Media GmbH rund ein Drittel der Nutzer die eigenen Daten äußerst selten oder im schlimmsten Fall gar nicht speichern. Viele Computernutzer denken, dass eine Datensicherung kompliziert, zeitintensiv und aufwendig ist. Das ist aber nicht richtig und normalerweise kann man eine Datensicherung ohne größeres Fachwissen problemlos durchführen. Wichtig ist, dass bei einer Erstellung eines Backups und bei der anschließenden Pflege der Backups die folgenden Punkte beachtet werdem.

Geeignetes Ziel für ein Backup

Als Back-up-Ziel nutzt man am besten eine externe Festplatte, die ausschließlich für die Datensicherung benutzt wird. Man sollte darauf achten, dass die entsprechende Festplatte für einen längeren Zeitraum ausreichend Speicherplatz bietet. Schließlich wachsen die zu speichernden Datenmengen im Laufe der Zeit. Einen häufigen Fehler vermeide man, indem man dieses Speichermedium wirklich nur für die Erstellung von Datensicherungen an den Computer anschließt. Ansonsten könnten bei häufigerer Verwendung dieser Festplatte schneller Probleme an diesem Back-up-Medium entstehen. Wichtig ist außerdem, dass man regelmäßige Backups von persönlichen Daten und vom Betriebssystem macht. Hierfür kann man problemlos von Windows bereitgestellte Backup-Werkzeuge verwenden.

Parallel zur lokalen Datensicherung sollte möglichst ein zweites Ziel in einem sicheren Cloudspeicher gewählt werden. Durch ein so genanntes hybrides Backup ist es nahezu unmöglich, Daten zu verlieren.

(vo)