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15.000 Digitalabos: Vielen (fünfzehn-)tausend Dank!

15.000 Digitalabos : Vielen (fünfzehn-)tausend Dank!

15.000 Menschen beziehen inzwischen eines unserer digitalen Produkte. Wir sind dankbar und auch ein wenig stolz. Und wir wissen, dass das erst der Anfang ist.

Journalistinnen und Journalisten sind in der Regel recht skeptische und kritische Menschen. Müssen sie sein, weil die Skepsis dem Journalistenberuf von jeher eingeschrieben ist. Da wird ständig das Haar in der Suppe und der Haken an der Sache gesucht. Selbst dann, wenn es vielleicht weder Haar noch Haken gibt. Déformation professionelle nennen das elegant die Franzosen, was mit „beruflicher Entstellung“ nur unzureichend übersetzt ist.

Was Sie als Leserinnen und Leser vermutlich nicht wissen, ist, dass diese Kritik und Skepsis auch vor den eigenen Leistungen nicht haltmachen. Anders als etwa Politiker, die ständig glauben erzählen zu müssen, was sie alles Großartiges in dieser oder jener Legislatur erreicht haben, genießen Journalisten – wenn überhaupt – eher still. Darum gibt es für die journalistische Feder wohl kaum einen undankbareren Artikel als den über eigene Erfolge. „Das eigene Unternehmen abfeiern? Pfui! Das ist was für Pressesprecher“, dürften wohl viele leicht abfällig denken.

Ich nutze diese lange Vorrede aus zweierlei Gründen: Zum einen, um mich gegen bevorstehende Anwürfe der Kolleginnen und Kollegen zu wappnen (kleiner Scherz). Zum anderen, um Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zu verdeutlichen, dass – wenn wir dann schon mal etwas feiern – das aus einem guten Grund tun. In diesem Fall sogar aus 15.000 guten Gründen.

So viele Menschen haben nämlich inzwischen eines unserer Digitalprodukte abonniert. Eine Zahl, die uns stolz und dankbar macht, vor allem, weil sie noch vor ein paar Jahren undenkbar erschien.

Umdenken in schweren Zeiten

Wie Sie sicherlich wissen, durchlebt der Journalismus seit nun fast zwei Jahrzehnten schwere Zeiten. Vor allem in ökonomischer Hinsicht. Die anfängliche Vorstellung in nahezu allen Verlagen, dass man Online-Journalismus mit Werbeerlösen finanzieren kann, hat sich nicht nur für regionale Medien als Trugschluss erwiesen. In der gesamten Branche wurde mit Blick auf Journalismus im Netz eine Gratismentalität befördert, während parallel dazu die Print-Zahlen kontinuierlich sanken.

Seit etwa fünf Jahren gibt es ein Umdenken in der Branche. Die Erkenntnis setzt sich durch, dass nur Qualitätsjournalismus, für den Menschen zahlen, in der medialen Gemenge-Lage aus Facebook, Blogs, Google & Co. eine Überlebenschance hat. Auch wir im Medienhaus Aachen gehen diesen Weg inzwischen immer konsequenter.

Wir haben unsere Redaktionsstruktur und Prozesse verändert, und versuchen nun alle Themen leserzentriert anzugehen. So haben wir etwa unser Schicht- und Konferenzsystem angepasst, um über den gesamten Tag gute Inhalte anbieten zu können. E-Paper, News-App, Newsletter, Liveblog, Videos, Facebook, Twitter, Bildergalerien, Podcast, Browser-Notifications, Telegram. Wir haben viele neue Wege zu unseren Leserinnen und Lesern gefunden. Und die wiederum finden verstärkt den Weg zu uns.

Wandel, um dem Journalismus treu zu bleiben

Das liegt natürlich auch an Corona und in den letzten Wochen vor allem an der Hochwasserkatastrophe. Noch nie zuvor im Internetzeitalter gab es ein so großes Informationsbedürfnis. Zum einen, weil es ständig Veränderungen und neue Entwicklungen gibt, zum anderen, weil es wohl selten so viel Desinformation gab. So schwer die Corona-Krise das Medienhaus Aachen mit seinen unterschiedlichen Unternehmensteilen ökonomisch getroffen hat, so sehr haben wir publizistisch von ihr profitiert. Weil viele Menschen erkannt haben, dass Journalismus einen Wert hat. Das Ergebnis sind die nun erreichten 15.000 Digitalkunden, die sich aus Webabonnenten, E-Paper- sowie Printkunden, die ein Web-Abo hinzugebucht haben, zusammensetzen.

Und jetzt? Wir wollen diesen Weg weitergehen. Mit Ihnen! Einen Weg, der – so viel Ehrlichkeit muss sein – mit Schmerzen verbunden ist, die grundlegende Veränderungen häufig mit sich bringen. Für uns, weil sich das journalistische Tun stark verändert, aber natürlich auch für Sie, liebe Leserinnen und Leser. Wer seit 30, 40 oder 50 Jahren Abonnent unserer Printausgabe ist, mag „seine“ oder „ihre“ Zeitung in Teilen kaum wiedererkennen, weil wir uns von manch Liebgewonnenem verabschiedet haben. Wir tun das nicht, um Sie zu ärgern, sondern weil wir der Überzeugung sind, dass Journalismus sich heutzutage stark wandeln muss, um auch in Zukunft seiner historischen Aufgabe gerecht werden zu können. Und weil wir wissen, dass die Qualität von Journalismus nicht davon abhängt, ob er gedruckt oder auf einen Bildschirm geworfen wird.

Sollten Sie also schon Abonnent oder Abonnentin sein: Vielen (fünfzehn-)tausend Dank!

Sollten Sie es noch werden: Wir freuen uns auf Sie.