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Berlin: Tipps: Steuern digital abwickeln

Berlin : Tipps: Steuern digital abwickeln

Noch vor wenigen Jahren mussten die notwendigen Formulare für die jährliche Steuererklärung erst in Papierform herbeigeschafft werden. Die Zeiten haben sich bekanntlich geändert. Mittlerweile wird digital erklärt.

Dabei kann sich der Bürger, jetzt auch bei Finanzbehörden als Datenübermittler geführt, zwischen Software- und webbasierten Lösungen entscheiden. Einfache Steuerfälle lassen sich ohne großes Fachwissen auch elektronisch von jedermann abwickeln. In kniffligeren Fällen sollten Steuermuffel aber weiterhin auf professionellen Rat setzen. Sonst droht manche Einsparmöglichkeit zu verpuffen.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Hausmarke der Finanzämter, Elster genannt. Die Abkürzung steht für elektronische Steuererklärung. Unter diesem Namen können Arbeitnehmer, Rentner, Pensionäre, Unternehmer und Arbeitgeber seit 1999 ihr Anliegen via Internet abwickeln.

Bis Ende 2005 noch musste im Rahmen von Elster eine komprimierte Erklärung ausgedruckt, unterschrieben und an das Finanzamt geschickt werden. Seit zwei Jahren ersetzt ein elektronisches Zertifikat die Unterschrift, die Erklärung kann papierlos erfolgen.

Für die Nutzung von Elster steht das kostenlose Steuerprogramm der Finanzverwaltung, genannt ElsterFormular, im Internet unter elster.de zum Download bereit. Alternativ bietet der Markt eine Fülle an komfortableren Softwareprodukten, in die die Elster-Software integriert ist.

Einen Überblick gibt es im Internet unter elster.de/elster_soft.php. „Wer als Angestellter einen relativ einfachen Steuerfall hat, zum Beispiel nur Werbungskosten für eine Fortbildung oder den Weg zur Arbeit geltend machen kann, wird sicherlich auch ohne PC-Steuerprogramm auskommen”, sagt Software-Expertin Isabell Pohlmann von der Zeitschrift „Finanztest”.

Für komplexere Fälle könnten die Kaufvarianten mit ihren dick geschnürten Paketen an Hintergrundmaterial und Hilfsdialogen jedoch eine günstige Alternative zu den Tipps des Steuerberaters sein. In jedem Fall verspreche die digitale Variante aber eine Zeitersparnis, denn die Finanzbehörden bearbeiten die elektronisch eingegangenen Erklärungen bevorzugt gegenüber den Papiervarianten.

Eine gewisse Affinität zum Thema Steuern sollte vor allem in komplizierteren Fällen allerdings mitgebracht werden. „Die Software ist teilweise sehr komplex”, weiß Pohlmann. Sie warnt: „Auch mit einem PC-Steuerprogramm läuft nicht alles automatisch.”

Ohne Grundkenntnisse, etwa über den individuellen Anspruch auf Freibeträge, sei der Gang zum Steuerberater oder zu einem Lohnsteuerhilfeverein womöglich der bessere Weg, um Einsparpotenziale optimal zu nutzen. Wer jedoch genügend Motivation mitbringe, für den böten die Programme eine gute Gelegenheit, „sich einmal in die Steuerthematik reinzufuchsen”.

Eine Alternative sind Programme wie beispielsweise das „ZDF Wiso Sparbuch” von Buhl Data, die „Steuersparerklärung” der Akademischen Arbeitsgemeinschaft, „Taxman” von Lexware und „MaxTax Steuersparen” von Eurowin Media. Aktuelle Versionen für 2008 kosten zwischen rund 5 Euro (MaxTax) und 40 Euro (Wiso Sparbuch).

Einige Anbieter haben für verschiedene Ansprüche zusätzlich Billig- und Luxusversionen im Programm. Auch Lebensmitteldiscounter bieten von Zeit zu Zeit PC-Steuersoftware für unter zehn Euro an.

Ein Knackpunkt ist jedoch die Aktualität der Software. „Die PC-Steuerprogramme liegen ja meist schon im Dezember auf dem Ladentisch”, sagt Pohlmann. Um die neueste Entwicklung im Steuerrecht mitzubekommen, sollten Anwender deshalb nach dem Kauf von der Herstellerseite im Internet ein Update herunterladen, rät die Expertin.

Dieser Schritt erübrigt sich bei rein webbasierten Lösungen. Auch Kompatibilitätsprobleme der Software mit dem Betriebssystem, die vor allem Mac-User ärgern dürften, gibt es im Falle der reinen Online-Erklärung nicht. Eine Software muss schließlich erst gar nicht auf dem heimischen PC installiert werden. Bei der Web-Anwendung „SteuerFuchs” wird die Gebühr in Höhe von 14,95 Euro erst fällig, wenn die Daten an das Finanzamt weitergegeben werden. Auch Buhl Data bietet unter sparbuch.de eine Web-Lösung an.

Egal auf welchem Wege die Erklärung elektronisch eingereicht wird, eines steht fest: Auch in der Welt der Steuern hält die Digitalisierung ungebremst Einzug: Bedienten sich 1999 bundesweit noch 27 000 Steuerpflichtige der Hilfe von Elster, so waren es im vergangenen Jahr bereits 4,9 Millionen.

Elster und Datensicherheit

Datensicherheit ist im Internet keine Selbstverständlichkeit. Die Finanzverwaltung verspricht bei der Übermittlung der Informationen im Rahmen von Elster ein Verfahren nach dem „aktuellen Stand der Sicherheitstechnik”. Zum Schutz des Steuergeheimnisses werden die Steuerdaten demnach verschlüsselt vom Anwender in die Rechenzentren der Bundesländer übermittelt.

Bei der hybriden Verschlüsselung kommen die kryptografischen Verfahren 3-DES (112 Bit Schlüssellänge) und RSA (2048 Bit Schlüssellänge) zum Einsatz. Die Unversehrtheit der Daten wird über einen sogenannten Hash-Code gewährleistet. Die Elster-Infrastruktur ist den Angaben zufolge mit dem Sicherheitszertifikat der TÜV Informationstechnik GmbH bestätigt worden.

Das Elster-System selbst soll durch eine Firewall gegen Hacker-Zugriffe aus dem Internet geschützt werden. Sicherheitslücken können sich theoretisch bilden, wenn das Elster-Formular als an sich nicht manipulierbares Modul in Steuererklärungsprogramme von Drittanbietern eingebunden ist. Die Zeitschrift „Finanztest” stellt in diesem Zusammenhang bislang jedoch keine Mängel fest. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lädt sich den Elster-Leitfaden herunter.