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Berlin: Städtebau und Sklavenbefreiung: Neue Spiele für den PC

Berlin : Städtebau und Sklavenbefreiung: Neue Spiele für den PC

Die Zukunft ist digital: Viele interessante PC-Spiele erscheinen nicht mehr klassisch auf Disc, sondern ausschließlich als Download. Regulär im Handel gibt es in diesem Monat nur das South-Park-Spiel „Der Stab der Wahrheit“ und „Reaper of Souls“, die lang erwartete Erweiterung zu „Diablo 3“. Andere Titel wie „Banished“ und „TowerFall Ascension“ stehen dagegen nur im Netz.

Eigentlich sollte „Freedom Cry“ nur eine zusätzliche Mission für „Assassins Creed 4: Black Flag“ werden, jetzt hat Ubisoft den Titel aber doch als eigenständigen Download für PC und Konsolen veröffentlicht. Diesmal schlüpft der Spieler nicht in die Rolle von Piratenkapitän Edward Kenway, sondern steuert seinen Freund Adéwalé. Der strandet Anfang des 18. Jahrhunderts in der französischen Kolonie Saint-Domingue. Das heutige Haiti war damals eines der Zentren des Sklavenhandels. Gemeinsam mit einigen Verbündeten versucht Adéwalé, selbst ehemaliger Sklave, die Herrschaft der Menschenhändler zu beenden und möglichst viele ihrer Opfer zu befreien.

Dafür schleicht und klettert der Freiheitskämpfer unter anderem durch das Port-au-Prince der Vergangenheit, durch Urwälder und über Plantagen. Spieler anderer „Assassins Creed“-Titel werden sich in „Freedom Cry“ sofort heimisch fühlen. Ein Schiff gibt es ebenfalls wieder zu steuern, damit greift der Spieler zum Beispiel Konvois von Sklavenhändlern an oder sucht auf einsamen Inseln nach Schätzen. Mit rund fünf Stunden Spielzeit ist „Freedom Cry“ längst nicht so umfangreich wie „Black Flag“, mit einem Preis von rund 15 Euro aber auch deutlich günstiger. Wer „Black Flag“ bereits besitzt, bekommt die Erweiterung für etwa 10 Euro.

Wie beim Klassiker „Die Siedler“ geht es auch in „Banished“ von Shining Rock Software darum, aus dem Nichts eine mittelalterliche Stadt zu errichten und am Leben zu halten. Humorvoll und knuddlig wie beim Vorbild geht es dabei aber nicht zu, stattdessen ist „Banished“ ein gnadenloses Überlebensspiel. Passt der Spieler nicht gut auf, wird die Bevölkerung seines Dorfs schnell von Hungersnöten oder Seuchen dahingerafft. Umso größer ist der Triumph, wenn die Siedlung einen harten Winter relativ unbeschadet übersteht.

„Banished“ ist kein Großprojekt eines riesigen Entwicklerstudios, stattdessen wurde der Titel von Spieldesigner Luke Hodorowicz weitestgehend im Alleingang entwickelt. Hübsche Grafik und ausgereifte Spielmechanik gibt es trotzdem, Anfänger könnte das Spiel aber schnell überfordern. Außerdem richtet es sich ausdrücklich an friedliche Spieler: Gegnerische Siedlungen und Kämpfe gibt es nicht, schließlich ist die Welt von „Banished” auch so schon gefährlich genug. Das mittelalterliche Aufbauspiel ist für knapp 20 Euro als Download erhältlich.

Ursprünglich gab es „TowerFall Ascension“ nur für die Android-Konsole Ouya, nun sind die Bogenschützen-Duelle in pixeliger Retro-Grafik auch für den PC erschienen. Bis zu vier Spieler können in dem Spiel von Matt Makes Games gegeneinander kämpfen, allerdings nur im lokalen Netzwerk - einen Online-Mehrspielermodus hat der Titel nicht. Wer sich dabei gut schlägt, wird mit Upgrades wie Schildern oder Flügeln belohnt. Im Vergleich zum Ouya-Original bietet die PC-Version von „TowerFall“ viele neue Level und mehr Herausforderungen für Solospieler. Am meisten Spaß machen die chaotischen Gefechte aber mit echten Menschen. Für den Download werden knapp 12 Euro fällig.

Ein neues Kapitel für „Diablo 3“: „Reaper of Souls“ ist ein Add-on zu dem erfolgreichen Action-Rollenspiel von Blizzard. Wieder einmal geht der Spieler darin auf die Jagd nach dem mächtigen schwarzen Seelenstein, der dieses Mal von einem abtrünnigen Engel gestohlen wurde. Neben den fünf Helden des Originals steht für diese Aufgabe auch der neue Kreuzritter bereit, der sich mit besonders dicker Rüstung und mächtigen Zaubersprüchen in den Kampf gegen Untote und Dämonen stürzt.

Nachdem die Geschichte durchgespielt ist, können Spieler den neuen Abenteuermodus ausprobieren, in dem ein Zufallsgenerator immer neue Aufträge und Herausforderungen ausspuckt. Als Belohnung für absolvierte Missionen gibt es neue Ausrüstung und Erfahrungspunkte, die wiederum neue Fähigkeiten freischalten. „Reaper of Souls“ ist wie das Original ab 16 Jahren freigegeben und ab sofort für rund 40 Euro auf Disc oder als Download erhältlich.

Wenn Games-Entwickler versuchen, einen Film oder eine TV-Serie spielbar zu machen, geht das meistens schief. Anders ist das bei „South Park: Der Stab der Wahrheit“ von Ubisoft. Das mag auch daran liegen, dass die Serienschöpfer Matt Stone und Trey Parker intensiv an dem Titel mitgearbeitet haben. Grafisch ist das Spiel nicht vom Vorbild zu unterscheiden, auch der gewohnt geschmacklose Humor kommt nicht zu kurz. Einige zu heftige Gags mussten für die deutsche Version sogar gestrichen werden - familienfreundlich wird der Titel dadurch aber noch lange nicht, die Altersfreigabe liegt bei 16 Jahren.

Hinter den vielen albernen Witzen steckt allerdings ein erstaunlich seriöses Spiel. Zu Beginn erschafft der Spieler seinen eigenen South-Park-Charakter, der gerade in die US-Kleinstadt umgezogen ist. Natürlich begegnet er sofort Cartman und seinen Jungs, die mit den anderen Kindern des Orts gerade einen Fantasy-Krieg im Stil von „Herr der Ringe“ ausfechten. Das ist die ideale Vorlage für ein klassisches Rollenspiel, komplett mit Erfahrungspunkten und rundenbasierten Kämpfen. Auf dem PC kostet „South Park: Der Stab der Wahrheit“ etwa 40 Euro, die Konsolenversion ist 10 bis 20 Euro teurer.

(dpa)