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Berlin: Solid State Disks können Alternative zu herkömmlichen Festplatten sein

Berlin : Solid State Disks können Alternative zu herkömmlichen Festplatten sein

Flash-Speicher stecken in USB-Sticks, Digicams und Handys. Sie können aber mehr: In Form von Solid State Disks (SSD) ersetzen Flash-Chips in superdünnen Netbooks immer häufiger die herkömmliche Festplatte.

Gerade im mobilen Bereich könnte ihr Siegeszug in den nächsten Jahren noch bevorstehen.

Der Vorteil der SSD liege darin, dass bewegliche Teile fehlten, sagt Hardware-Experte Christof Windeck von der Zeitschrift „ct”. Bei herkömmlichen Festplatten rotiert eine Magnetscheibe in einem Gehäuse und ein Schreib-Lesekopf liest die Daten und legt sie ab. Viele bewegliche Teile also, die viel Energie verbrauchen und noch dazu ziemlich empfindlich sind: Bekommt die Festplatte einen heftigen Stoß, ist sie im Extremfall nicht mehr lesbar. Solid State Disks sind im Vergleich dazu viel unempfindlicher, denn sie enthalten keine beweglichen Teile. Ihr Energieverbrauch ist dadurch deutlich niedriger. Zudem sind die Zugriffszeiten auf die Daten teils erheblich kürzer.

Beim Lesen sind gute SSD der Konkurrenz zwar weit überlegen, doch auch sie haben eine Achillesferse: Das Problem ist, dass sich Daten nur begrenzt häufig schreiben lassen und der Schreibvorgang sehr viel länger dauert als bei einer herkömmlichen Festplatte. Diese Nachteile lassen sich nur durch einen ausgefeilten Controller in den Griff bekommen. Und diese besondere Technik lassen sich die Hersteller teuer bezahlen. Deshalb sind gute SSD-Laufwerke so viel teurer als etwa ein USB-Stick, dem sie ja eigentlich gar nicht so unähnlich sind.

Die SSD-Technik hat sich daher bislang vor allem in Netbooks durchgesetzt, denn hier liegen die Vorteile klar auf der Hand: Die Mini-Notebooks bieten nur Platz für eine sehr kleine Festplatte oder eine SSD. Billige SSD sind meist in Netbooks der unteren Preiskategorien zu finden. Hier lasse die Performance allerdings sehr zu wünschen übrig, denn solche Solid State Disks seien extrem langsam, warnt Windeck.

Für Desktop-Computer ist die neue Technik eher uninteressant. Hier zählt vor allem der Speicherplatz und der Preis für den Einbau einer SSD wäre viel zu hoch. Eine herkömmliche Terabyte-Festplatte ist schon für unter 100 Euro zu bekommen, für eine SSD der gleichen Größe müsste man einen vierstelligen Betrag hinblättern.

Auch bei normalen Notebooks wird es nach Ansicht von Windeck noch einige Zeit dauern, bis sich die SSD durchsetzt, denn auch hier sind große Festplatten gefragt. Doch die Vorteile liegen viel stärker auf der Hand als beim Desktop-PC: Manche Solid State Disks verbrauchen weniger Strom, wodurch die Akkulaufzeiten steigen. Daher sind in diesem Bereich hybride Systeme im Kommen. Inzwischen gibt es schon Notebooks auf dem Markt, deren Betriebssystem über einen Flash-Speicher läuft - die Daten werden jedoch auf einer herkömmlichen Festplatte abgelegt.

Noch ist schwer absehbar, wie stark sich die SSD in Zukunft durchsetzen wird. Da es sich um eine sehr junge Technik handelt, gibt es keine Langzeit-Erfahrungen etwa mit der Speicherfähigkeit von Daten. Hinzu kommt, dass die Hersteller noch viel dazulernen und teils im monatlichen Rhythmus Updates für ihre SSD herausgeben. Vor Überraschungen ist man ohnehin nicht gefeit: Auch SSD nähmen Fehlbedienungen übel und könnten durchaus kaputtgehen, warnt Windeck.