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Berlin/Freiburg: Software für die Steuer: Geringe Unterschiede zwischen Programmen

Berlin/Freiburg : Software für die Steuer: Geringe Unterschiede zwischen Programmen

Computernutzer können ihre Steuer schon seit Jahren am Bildschirm erledigen - jetzt kommen die Programme für die Erklärung 2007 auf den Markt, in aller Regel versehen mit dem Zusatz „2008” im Namen.

Die schlechte Nachricht für alle Steuerpflichtigen: Auch mit Hilfe der besten Software erledigt sich die Arbeit nicht von selbst - schon gar nicht das Zusammensuchen aller nötigen Unterlagen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Bei der Auswahl der Software kann nicht allzu viel falsch gemacht werden.

„Die Programme laufen weitgehend fehlerfrei”, sagt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin. „Der eine kommt mit dieser Oberfläche besser zurecht, der andere mit jener.” Mit anderen Worten: Ob die Entscheidung für eine Software von Buhl Data oder für eine von Lexware, für ein Produkt von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft oder auch eines von Knaur Software fällt, ist in erster Linie Geschmackssache.

„Wichtig ist, dass man die Online-Aktualisierungsfunktion nutzt, die heute eigentlich alle Programme mitbringen”, sagt Spargen. Das bedeutet, dass der Nutzer seine Software über das Internet auf den aktuellsten Stand bringen sollte, bevor er sich an die Arbeit macht. „Zwischen dem Pressen der CD und der Bearbeitung zu Hause vergeht zwangsläufig Zeit, in der sich steuerrechtlich etwas geändert haben kann.” In diesem Jahr kann das etwa die Pendlerpauschale betreffen.

Wie kommt es, dass mehrere Hersteller Programme zu ganz unterschiedlichen Preisen herausbringen? „Die haben ganz unterschiedliche Beigaben von der Überschussrechnung bis zum Fahrtenbuch - da muss jeder Nutzer schauen, was er braucht”, erklärt Spargen. Für einen „einfachen Arbeitnehmer”, der etwa keine Mieteinkünfte hat, reicht jeweils die einfachste Version. „Die rechnet genauso gut wie die teuerste.”

Das kann Thomas Matena von Buhl Data bestätigen. Das Unternehmen aus Neunkirchen (Nordrhein-Westfalen) bringt jährlich die Softwares „WISO” und „Tax” heraus, jeweils in mehreren Varianten. Erstere sei für alle Nutzergruppen geeignet - und damit auch für diejenigen, die die Steuer-Materie als Buch mit sieben Siegeln ansehen. Sie können sich mit Hilfe erklärender Videosequenzen - „Multimedia-Interviews” - durch die komplette Erklärung leiten lassen.

Wer seine Steuer als Routine betrachtet, ruft die nötigen Formulare auf und füllt sie aus. „Dazwischen gibt es noch zwei Mittelwege des Eintragens”, sagt Matena. Das „WISO Sparbuch” kommt zum empfohlenen Preis von knapp 40 Euro in den Handel. Die abgespeckte und nur die Anlagen N und Kind enthaltende Version „Steuer” kostet rund 15, das zusätzlich mit einer Video-DVD ausgestattete „Steuer-Office” knapp 50 Euro.

Die beiden „Tax”-Varianten „Standard” (15 Euro) und „Professional” (40 Euro) sind dagegen für Nutzer gedacht, die ihre Steuererklärung so rasch wie möglich hinter sich bekommen wollen. „Sie sollten außerdem ein bisschen Erfahrung im Umgang mit PC-Software haben - hier gibt es nur einen Eingabeweg, bei dem bewusst auf Videos verzichtet wurde”, erläutert Matena.

Von Lexware kommen die Programme „QuickSteuer” (15 Euro) - erhältlich auch in der „Deluxe”-Variante (30 Euro) - und „Taxman” (rund 30 Euro). Auch hier soll ein „Interview” dem Nutzer helfen, in allen Punkten die richtigen Angaben zu machen. Bei „QuickSteuer” sei dieses Interview im Vergleich zu den vorherigen Versionen auf der Basis von Nutzerrückmeldungen und -befragungen an zahlreichen Stellen optimiert worden, teilt der Hersteller aus Freiburg mit.

Während die Basis-Variante ausschließlich für einfache Angestellte gedacht ist, können mit „Deluxe” auch Selbstständige, Freiberufler und Inhaber kleiner Betriebe ihre Steuererklärung angehen. Das gilt auch für den „Taxman”. Hier wirbt der Hersteller mit der Fähigkeit, sich der Steuersituation verschiedener Nutzergruppen anzupassen.

Für rund 20 Euro bringt Knaur Software aus München wieder die digitale Version eines Buchklassikers auf den Markt - des „Konz”. Und wie in den Vorjahren wird ihr wieder eine Druckausgabe der „1000 ganz legalen Steuertricks” von Franz Konz beiliegen. „Steuer-Spar-Erklärung” (25 Euro) heißt die Software der Akademischen Arbeitsgemeinschaft aus Mannheim. Und wie bei den anderen Programmen sind auch hier die jüngsten steuerrechtlichen Änderungen berücksichtigt, etwa der neue Freibetrag für Ehrenamtliche.

Wer für die Steuersoftware kein Geld ausgeben will, kann neben verschiedener Freeware auch das von der Steuerverwaltung entwickelte „ElsterFormular” nutzen. Das Gratis-Programm gibt es als CD-ROM beim Finanzamt oder als Download unter www.elster.de. Der Begriff „Elster” bezeichnet die elektronische Übermittlung von Steuerdaten - und die gleichnamige Software ist in viele der Kaufprogramme integriert.

Einen grundlegenden Unterschied gibt es, wie Sebastian Panknin, Sprecher der Finanzbehörde Hamburg erläutert: Von kommerzieller Software erhält der Nutzer Tipps, wie er beim Anfertigen der Steuererklärung seine Abgaben minimieren oder beim Lohnsteuerjahresausgleich möglichst viel Geld zurückbekommt. Das „ElsterFormular” gibt ihm zwar auch Hilfestellungen bei der Eingabe - aber keine Empfehlungen, die sich am Ende in barer Münze auszahlen.