Aachen: So präsentieren Sie sicher: Zehn Tipps

Aachen: So präsentieren Sie sicher: Zehn Tipps

Sind Sie nervös, wenn Sie einen Vortrag oder eine Powerpoint-Präsentation halten müssen? Dann lesen Sie unsere Tipps, wie Sie das Lampenfieber für sich nutzen können.

Viele kennen das Gefühl von Lampenfieber, das einen vor wichtigen Präsentationen oder Vorträgen beschleicht. Lampenfieber ist eine Stressreaktion des Körpers, die durchaus von Vorteil ist. Die positive Form des Stresses (Eustress von griechisch „eu” = gut) bewirkt eine Mobilisierung unserer Kräfte, bündelt unsere Aufmerksamkeit und lässt uns unser Bestes hervorbringen. Typisch für dieses positive Lampenfieber ist, dass es rasch vergeht, sobald die ersten Sätze gesprochen sind und man in den Inhalt seines Vortrages eintaucht.

Distress (griechisch „dys” = schlecht) hingegen ist die Form von Stress, die uns blockiert und lähmt. Diese Stressform bezieht sich unter anderem auf von innen kommende Einflüsse der Psyche wie sich Antreiben, Perfektionismus oder überzogene Selbstkritik. Daraus resultieren Gefühle wie Nervosität und Angst. Die Folge können etwa Blackouts, Gedankenabrisse, Stottern oder Zittern sein. Oft entwickelt sich diese negative Form von Lampenfieber wie eine Spirale: Je öfter man die Erfahrung von Disstress macht, umso schneller tritt das Lampenfieber zutage - man entwickelt buchstäblich Angst vor der Angst.

1. Vorbereitung ist die halbe Miete: Vermeiden Sie, unvorbereitet und abgehetzt in eine Präsentation zu gehen. Stellen Sie sicher, dass Sie inhaltlich sattelfest und in einem mental guten Zustand sind, wenn Sie das Podest betreten.

2. Lassen Sie sich Zeit: Bevor Sie loslegen, stellen Sie sicher, dass die Technik funktioniert, Sie Ihre Unterlagen geordnet vor sich haben und bereit sind, anzufangen. Bauen Sie sich Ihre Bühne! Atmen Sie dreimal tief durch, bevor Sie zu sprechen beginnen.

3. Suchen Sie sich Unterstützung im Publikum: Haben Sie Mut, Ihren Zuhörern in die Augen zu sehen, und verweilen Sie bei den Menschen, die Ihnen Zustimmung und Zuversicht signalisieren.

Vermeiden Sie den Blickkontakt mit Zuhörern, die auf Sie kritisch oder uninteressiert wirken.

4. Gönnen Sie sich Sprechpausen: Dadurch betonen Sie nicht nur die Wichtigkeit des Gesagten, Sie haben so auch Gelegenheit, in Ruhe den nächsten Gedanken zu formulieren oder einen Blick in Ihre Unterlagen zu werfen. Das Publikum empfindet Pausen zwischendurch als sehr angenehm, um das Gesagte „verdauen” zu können.

5. Haben Sie Spaß! Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihr Thema und darauf, was Sie dem Publikum zu sagen haben. Spüren Sie Ihre Leidenschaft für das Thema, so können Sie Ihr Publikum erreichen und vielleicht sogar mit Ihrer Begeisterung anstecken.

6. Seien Sie Sie selbst: Legen Sie Ihre Idealvorstellung einer perfekten Präsentation ab und seien Sie authentisch. Wenn Sie ein humorvoller Mensch sind, bauen Sie Humor in Ihre Präsentation ein; wenn Sie ein analytischer Typ sind, besinnen Sie sich auf Ihre Stärke, gut zu argumentieren.

7. Erlauben Sie sich Fehler: Es ist kein Meister vom Himmel gefallen, jeder Mensch macht Fehler. Sie dürfen das auch. Wenn Ihnen ein Fehler passiert, stehen Sie dazu, verurteilen oder rechtfertigen Sie sich nicht dafür, sondern machen Sie einen neuen Anlauf.

8. Glauben Sie an sich! Sie haben etwas zu sagen, deshalb halten Sie diesen Vortrag. Ihr Publikum möchte von Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung lernen.

9. Machen Sie sich unabhängig von Kritik. Es gibt immer Menschen, die allem und jedem gegenüber kritisch sind und viele Fragen stellen - das liegt sozusagen in ihrer Natur. Oft verbergen sich dahinter Neugier, Tiefgründigkeit oder Perfektionismus - seien Sie sich dessen bewusst und fühlen Sie sich nicht als Person abgelehnt, wenn Sie mit Fragen gelöchert werden.

10. Erkennen Sie Ihre Leistung an: Loben Sie sich selbst für Ihren Mut und Ihre Kompetenz! Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie diesen Vortrag halten. Holen Sie sich auch vergangene erfolgreich gemeisterte Vortragssituationen immer wieder vor Ihr inneres Auge.

Lampenfieber ist nicht per se schlecht - wir müssen nur einen Weg finden, wie wir es richtig „dosieren”.

Christa Beyrer ist Trainerin und Beraterin in München.

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