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Sicher surfen im Netz: Darauf ist zu achten

Betrüger, Datendiebe und Hacker : Sicher surfen im Netz: Darauf ist zu achten

Auf den ersten Blick scheint das Internet sicher zu sein. Wir alle haben Spaß, informieren uns, reden mit Menschen, treten in Kontakt, tauschen uns aus. Doch ist das Internet ebenso ein Pfuhl aus Betrügern, Datendieben und Hackern.

Die Daten jedes Internetnutzers sind längst nicht so sicher, wie sie scheinen und wer glaubt, dass die eigenen Daten doch völlig uninteressant sind, der befindet sich schon in der Falle: Sie sind die Währung des Internets. Aber wie können sich Nutzer schützen? Welche Maßnahmen helfen, um die eigenen Daten - und nicht selten sein Geld - zu schützen?

VPN nutzen für Anonymität

Es ist nicht möglich, das Internet zu benutzen, ohne Daten zu versenden. Bei jedem Seitenaufruf werden Daten preisgegeben und geladen. Ohne dies funktioniert das Netz nicht. Die Frage ist nur, müssen diese Daten unbedingt personenbezogen weitergegeben werden? Ist es notwendig, dass sie fix einer Person, also der vor der Tastatur, zugeordnet werden können? Nein, das ist nicht notwendig und es gibt ein sehr einfaches Hilfsmittel dagegen: Das VPN.

  •  Was ist das? - ein VPN ist wahlweise ein Dienst oder eine Software, die für das Surfen genutzt wird. Über den Zugang kann der Internetnutzer eine IP auswählen, die allerdings von hunderten anderen Personen genutzt wird. Der Nutzer des VPN wird für Betrüger praktisch die Nadel im Heuhaufen. Eine Zuordnung von gesendeten oder empfangenen Daten ist nicht mehr möglich.
  •  Wo wird das VPN genutzt? - es kann zu Hause genutzt werden, dort sogar oft schon mit dem Router verknüpft werden. Doch gerade unterwegs ist es sehr hilfreich, besonders dann, wenn auf öffentliche Netze zurückgegriffen wird. In diese kann sich jeder einloggen - auch Betrüger. Wer nun seinen Onlinebanking-Zugang eingibt, der könnte ohne ein VPN das Passwort gleich einem Betrüger in die Hand geben.
  •  Gibt es Einschränkungen? - früher verlangsamte ein VPN das Internet. Das ist heute nicht mehr der Fall, zumindest ist die Verlangsamung bei schnellen Verbindungen nicht spürbar. Einen Nachteil gibt es bei heimischen VPN, die dauerhaft genutzt werden. Es kann sein, dass Streamingdienste die Nutzung verbieten.
 Mit den richtigen Maßnahmen steigt die persönliche Datensicherheit beim Surfen im Netz deutlich.
Mit den richtigen Maßnahmen steigt die persönliche Datensicherheit beim Surfen im Netz deutlich. Foto: Unsplash.com/Christian Wiediger

VPN sind grundsätzlich dann sinnvoll, wenn die eigene Anonymität erhalten bleiben soll. Auch für Personen, die im Homeoffice arbeiten und somit auf sensible Daten zugreifen, ist das VPN wichtig.

Richtiges Passwort-Management

Passwörter sind für viele Menschen ein Grauen. Vermutlich ist deshalb der Fingerabdrucksensor am Smartphone so beliebt, denn immerhin muss nicht wieder ein Passwort eingegeben werden. Leider sind Passwörter auch eine potenzielle Sicherheitslücke. Daher gilt:

  •  Verschiedene Passwörter - fast jeder hat dieses eine Passwort, welches aus Einfachheit auf mehreren Seiten genutzt wird. Beispiel: Alle Social-Media-Kanäle haben ein Passwort. Das ist natürlich höchst unsicher. Es gilt: Jede Seite erhält ein eigenes Passwort.
  •  Leichte Passwörter - die eigenen Kinder, der Topstürmer des Lieblingsvereins, eine Filmfigur, simple Zahlenfolgen - um sich Passwörter merken zu können, nutzen viele Menschen sehr einfache Wörter. Beispiel: RonaldoCR7! Es ist ein Leichtes, dieses Passwort herauszufinden, wenn der User auch noch Ronaldofotos auf Facebook teilt.
  •  Passwörter wechseln - hier streiten sich die Experten. Wichtig ist: Sollte es zu einer Auffälligkeit kommen, sollte das Passwort immer gewechselt werden. Doch Vorsicht, sollte eine E-Mail versendet werden, die über eine Auffälligkeit benachrichtigt, darf niemals der Link aus der Mail verwendet werden. Betrüger nutzen diesen Weg, um die Zugangsdaten zu erhalten.

Aber was sind sichere Passwörter? Sie sollten immer aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen bestehen. Es gibt den Tipp, Passwörter aus Sätzen zu bilden und diese entsprechend zu verändern. Beispiel: Ein blaues Veilchen als Zeichen der Liebe, eine Kopfnuss als Zeichen von Respekt. Daraus ließe sich folgendes Passwort basteln: 1bVa§dL1Ka§VR!

Weitere Maßnahmen

Natürlich ist die Sicherheit des eigenen Geräts weiterhin notwendig. Ohne eine Internetsecurity sollte sich niemand im Netz bewegen. Die Programme helfen schlichtweg dabei, versteckte Gefahren abzuwehren. Ansonsten ist die eigene Achtsamkeit wichtig:

  •  Phishing - jeder muss sich bei jeder E-Mail überlegen, ob diese korrekt ist oder ob es sich dabei um einen Versuch handelt, an die eigenen Daten oder an Geld zu kommen. Am besten ist es, niemals Links in E-Mails anzuklicken, sondern die Seiten per Hand aufzusuchen.
  •  Datenschutz - Internetnutzer sollten allgemein spärlich mit ihren Daten umgehen. Dazu gehört auch, die Anmeldefunktion über Facebook oder Google nur auf bekannten und sicheren Seiten zu nutzen. Theoretisch können die Seiteninhaber sonst über diese Anmeldung auf das Facebook-Profil zugreifen.
  •  Gewinnspiele - sie sind reizvoll, oft aber auch reine Datenkraken. Nutzer sollten gezielt schauen, ob das Gewinnspiel sinnvoll ist, wer dahintersteht. Oft hilft auch ein Blick in die Suchmaschine der Wahl, um mehr Informationen zu erhalten. Ist die durchführende Firma schon dafür bekannt, die Daten weiterzugeben? Erhielten die Teilnehmer in der Vergangenheit plötzlich E-Mails und Post von allen möglichen Unternehmen?
  •  Datenumgang - niemand weiß genau, wer etwas im Netz lesen kann. Auch die eigene Timeline auf Facebook ist nicht sicher, weil niemand garantieren kann, dass keiner der Freunde einen Screenshot macht und diesen weitergibt. Daher gilt: Alles, was nicht in einer vollen Fußgängerzone lautstark hinausgebrüllt werden würde, sollte auch nicht im Internet preisgegeben werden. Man weiß nie, wer diese Informationen erhält.

Zudem sollte sich niemand scheuen, Auffälligkeiten weiterzugeben. Es ist keine Schande, eine Phishingmail zu erhalten. Der Verbraucherschutz nimmt gerne diese Hinweise entgegen, auch die Polizei hat längst eine eigene Stelle für Internetbetrug.

Fazit - diese Sicherheit betrifft jeden

Oft wird gesagt, dass die eigenen Daten unwichtig sind und somit kein Internetschutz benötigt wird. Das ist natürlich grundlegend falsch, denn Daten sind eine Währung und Informationen die Goldbarren. Viele Maßnahmen, die die eigene Sicherheit erhöhen, sind nicht schwierig umzusetzen, auch verursachen sie keine hohen Kosten. Sichere Passwörter, die Nutzung eines VPN, der bewusste Umgang mit Daten und Teilnahmen, das genaue Hinschauen beim Erhalt einer E-Mail. Wer mit offenen Augen durch das Internet geht, wer auf die Sicherheitsmechanismen zurückgreift und lieber von einem Gewinnspiel Abstand nimmt, der kann durchaus sicher surfen.

(vo)