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Berlin: Sechszellen-Akkus bringen Netbooks auf Vordermann

Berlin : Sechszellen-Akkus bringen Netbooks auf Vordermann

Netbooks sind klein, schick, praktisch und zunehmend überall dabei. Großer Nachteil der Computer-Winzlinge war allerdings bisher die kurze Akku-Laufzeit. So ging vielen Modellen schon nach zwei Stunden die Puste aus. Viele Hersteller bieten nun auch leistungsstärkere Sechszellen-Akkus an, die bis zu acht Stunden Laufzeit versprechen.

Kleiner Nachteil: Sie müssen häufig separat gekauft werden und machen die Minicomputer 300 bis 400 Gramm schwerer.

Nicht zuletzt der Preis von um die 100 Euro und mehr für die Originalakkus lässt viele Nutzer nach günstigeren Alternativen bei Internet-Auktionshäusern und in Online-Shops Ausschau halten - was Akku-Experte Jürgen Rink vom Computermagazin „ct” für richtig hält. Selbst etablierte Hersteller verrieten nicht, woher sie ihre Akkus bezögen, Ausnahme sei etwa Lenovo. Deshalb rate er Verbrauchern zu den billigsten Kraftzellen, „denn auch bei den teuersten hat man keine Gewähr, dass man ein Markenprodukt hat”.

Die Sorge, dass das Net- oder Notebook mit No-Name-Akkus überhitzen könnte, hält er für unberechtigt. „Es gibt keine Hinweise, dass diese vermehrt Feuer gefangen haben”, fasst er das Ergebnis seines Studiums der Akku-Rückrufe von Notebook-Herstellern zusammen. Solche Defekte seien im Gegenteil bei Markenakkus aufgetreten.

Die neuen Sechszellen-Akkus bewertet er zurückhaltend. Den meisten Anwendern reiche die Laufzeit der aktuellen Modelle von gut drei Stunden mit dem Standard-Akku. „Und wer mehr möchte, bekommt für fast jede Marke inzwischen auch leistungsstärkere Modelle”, fügt Rink an. Weil die Konkurrenz zunehmend größer werde, lieferten einige Hersteller die Langläufer aber auch gleich mit.

Egal ob Vier- oder Sechszellen-Akku - entscheidend für die Lebensdauer ist die richtige Pflege und je nach Qualität zeigt sich das am Durchhaltevermögen. „Bei guten Akkus merkt man nach einem Jahr, dass sie abnehmen, schlechte verlieren schon nach einem Jahr 10 bis 20 Prozent der Leistungsstärke”, sagt der Experte.

Er rät, die Batterie beim Netzbetrieb immer herauszunehmen und mit Zwei-Drittel-Ladung bei längerer Nutzungspause an einem trockenen, kühlen Ort zu lagern. Wer den leeren Akku lange nicht nutzt, sollte ihn nach seinen Angaben binnen zwei Wochen wieder aufladen, um eine Tiefenentladung zu verhindern.

Den nächsten Schritt in Sachen mobiler Laufzeit geht übrigens MSIs Netbook-Modell Wind U115 Hybrid. Darin werkelt neben einer Festplatte auch ein 8 GB großer Flash-Speicher. Der ist laut Test der Zeitschrift „ct” (14/2009) in der Lage, das komplette Betriebssystem auszuführen, so dass sich die Festplatte vollständig abschalten lässt. Damit kommt das Hybrid Netbook für rund 500 Euro auf eine Akku-Laufzeit von sechzehn Stunden.

Wem die Hälfte reicht, der kommt nach Angaben der Tester mit dem Asus Eee PC 1000HE für 360 Euro oder dem Samsung NC10 für knapp unter 400 Euro auf seine Kosten. Beide haben den Sechszellen-Akku schon serienmäßig unter der Haube.


So lebt der Akku länger

- Beim Netzbetrieb den Akku immer aus dem Net- oder Notebook nehmen.
- Wer den Akku längere Zeit nicht nutzt, sollte ihn kühl und trocken lagern, aber auf keinen Fall im Kühlschrank.
- Um zu vermeiden, dass sich die Kraftzelle tiefenentlädt, auch beim längerem Nichtgebrauch spätestens nach 14 Tagen den leeren Akku wieder laden.
- Herunterdimmen der Displayhelligkeit kann bei Netbooks die Akkulaufzeit um bis zu 20 Prozent erhöhen, das Abschalten des W-LAN noch einmal um 10 Prozent. Wenig bis gar keine Wirkung hat dagegen das Deaktivieren von Bluetooth.