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Düsseldorf/Hamburg: Rückkehr des „Wuselfaktors”: „Die Siedler” und andere Spieleneuheiten

Düsseldorf/Hamburg : Rückkehr des „Wuselfaktors”: „Die Siedler” und andere Spieleneuheiten

Es gibt Spiele, die auf Spannung setzen, andere entführen in Fantasiewelten - und dann gibt es noch Titel mit dem „Wuselfaktor”. Das sind meist sogenannte Aufbauspiele, bei denen Dörfer voller umherwuselnder Bewohner zu errichten sind.

Ein Klassiker ist die Serie „Die Siedler”, bei der Spieler nun noch größere Städte in eindrucksvoller Grafik bauen können. Mehr Action können Spieler von den im September erscheinenden Spielen „Legend - Hand of God” und „Stranglehold” erwarten. „Obscure 2” soll dagegen für Gänsehaut sorgen, und „Condor” simuliert das Segelfliegen am PC.

„Die Siedler” gehört zu den wenigen Erfolgsserien, die von deutschen Entwicklern stammen. Durch die Kombination aus niedlicher Grafik und ausgefeilten Produktionsabläufen beim Aufbau der virtuellen Ortschaften gewann die Reihe über viele Jahre einen festen Stamm von Anhängern. Der allerdings musste zuletzt doch einiges über sich ergehen lassen. Denn im Vorgänger des neuen Teils wandten sich die Entwickler ab vom gemütlichen Aufbauen und hin zur eher hektischen und kriegerischen Echtzeit-Strategie. Das allerdings soll nun vorbei sein.

„Die Siedler - Aufstieg eines Königreiches” rückt wieder das Aufbauen inklusive detaillierter Animationen der einzelnen Betriebe und Figuren in den Vordergrund. Außerdem werden nicht mehr wie einst nur beschauliche Dörfer errichtet. Vielmehr sollen laut dem Anbieter Ubisoft in Düsseldorf große Städte in einer mittelalterlichen Welt erbaut werden können. Erste Bilder zeigen bereits recht ansehnliche Stadtanlagen.

Zu den weiteren Neuerungen zählen die Bedürfnisse der einzelnen Stadtbewohner, auch können männliche und weibliche Bewohner nun heiraten. Die Welt ist in vier Klimazonen eingeteilt, in denen es Jahreszeitenwechsel und Wettereffekte gibt, die den Aufbau der Stadt und die Produktion der Rohstoffe beeinflussen. Die neue Siedler-Folge soll Ende September zum Preis von rund 50 Euro erscheinen.

Ebenfalls von deutschen Entwicklern stammt das neue Action-Rollenspiel „Legend - Hand of God”. Diese können nicht auf eine erfolgreiche Marke wie „Die Siedler” setzen - dafür aber auf ein beliebtes Spielprinzip. Schließlich zählen zur Gattung der Action-Rollenspiele auch weltweit erfolgreiche Titel wie „Diablo” oder „Sacred”. Wie bei diesen Vorbildern geht es auch hier darum, Monster ins digitale Nirvana zu befördern und Schätze zu sammeln.

Laut dem Anbieter Anaconda in Hamburg trifft der Spieler auf seinen Streifzügen auch auf eine prominente Bewohnerin der Fantasy-Welt: Die weibliche Hauptrolle übernimmt die „Lichtelfe” Luna - sie ähnelt nicht nur optisch der Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, sondern wurde auch von ihr synchronisiert. Ende September soll das Spiel zum Preis von rund 50 Euro in den Läden stehen.

Noch prominenter als Frau Hagen ist sicher der Regisseur John Woo. Dessen Name steht im September jedoch nicht für einen neuen Film, sondern für das Action-Spiel „Stranglehold”. Das wiederum gilt als eine Art Fortsetzung des Woo-Films „Hard Boiled”. Im Film steht dabei ebenso wie im Spiel Action im Vordergrund: Der Polizist Tequila bekämpft in Hongkong und Chicago das Verbrechen - wobei natürlich Mittel zum Einsatz kommen, die anderen Polizisten eine sofortige Suspendierung bescheren würden. Auch optisch soll das Spiel dem Film nahe kommen. „Stranglehold” wird laut Midway Games in München Anfang September erscheinen und rund 50 Euro kosten.

Das Thema Film hatten auch die Entwickler von „Obscure 2” im Hinterkopf: Das Spiel soll am PC das Gruseln im Stil eines Teenager-Horrorfilms lehren. Schauplatz des ersten Teils von „Obscure” war die fiktive Leafmore High School, an der ein verrückt gewordener Schuldirektor Monster auf seine Schüler hetzte. In der Fortsetzung scheint dieses Problem überstanden zu sein.

Dennoch ist auch am neuen Schauplatz - der Fallcreek University - nichts so, wie es sein sollte. Was sich unter anderem daran zeigt, dass überall auf dem Campus eigenartige schwarze Blumen sprießen. Welche Gefahren daraus entstehen, können Spieler laut Atari in Frankfurt/Main ab dem 27. September herausfinden.

Realistischer geht es dagegen in dem neuen Titel „Condor” von Koch Media in Planegg bei München zu. Hierbei handelt es sich um eine Segelflug-Simulation: Der Spieler begibt sich mit nachgebildeten Seglern in die Lüfte, wo naturgetreu programmierte Wetter- und Windeffekte seinen Flug beeinflussen. Wie sicher sie die Situation gemeistert haben, können Spieler hinterher noch einmal begutachten - jeder Flug lässt sich als Video speichern.

Zusätzlich lassen sich im Multiplayer-Modus Flugwettbewerbe mit anderen Spielern im Internet oder über ein lokales Netzwerk austragen. Andere Spiele mögen dagegen mehr Action oder „Wuselfaktor” bieten - nur fliegen ist für manche eben noch schöner.