München: Router können mehr als WLAN

München: Router können mehr als WLAN

Viele DSL-Kunden haben einen Router kostenlosen zum Internetanschluss erhalten. Das ist jedoch oft lange her. Und die kleinen Kisten haben sich nicht weniger entwickelt als PCs und Notebooks selbst.

Der Kauf eines neuen Routers könnte sich also lohnen. Käufer sollten sich zunächst überlegen, ob sie ein Router mit oder ohne eingebautem Modem wollen. Für Einsteiger gibt es WLAN-Router nach dem derzeit schnellsten Standard „n” ohne integriertes Modem ab rund 60 Euro.

Wer einen Router ohne Modem kauft und auch keines besitzt, muss sich das Gerät besorgen. Das koste zwar nur rund 20 Euro, sagt Andreas Nolde vom Computerportal „chip.de”. Die zwei Geräte aber miteinander zu verbinden, sei jedoch umständlich.

Um den Kabelsalat zu vermeiden, sollte man vielleicht besser zur Komplettlösung greifen. Für Einsteiger, die nur im Internet surfen wollen, reicht ein Gerät mit vier Ethernet-Anschlüssen. Eine bessere Leistung bringen aber Geräte, die mit schnellerem Gigabit-Ethernet ausgestattet sind, sagt Thomas Jell vom Hersteller Netgear in München. Der Datenverkehr sei dadurch zehnmal schneller und eigne sich auch für Gamer.

Ein interessantes Ausstattungsmerkmal ist Dualband: Damit lässt sich das drahtlose Netzwerk wahlweise im weit verbreiteten 2,4-Gigahertz- oder im relativ wenig benutzten 5-Gigahertz-Bereich aufbauen. Ist der 2,4er Bereich überlastet, weil die ganze Nachbarschaft auf der gleichen Wellenlänge funkt, bietet sich der 5er Bereich als Entlastungsstrecke an. Wichtig ist jedoch, dass nicht nur der Router selbst, sondern auch die anderen Geräte im Heimnetz beide Funkbänder beherrschen.

Der schnellste WLAN-Standard heißt „n” und erlaubt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro pro Sekunde (MBit/s) - brutto wohl gemerkt. Netto reisen die Daten im Heimnetz deutlich langsamer. Das Tempo übertrifft das der heute gängigen DSL-Anschlüsse jedoch locker.

Die von den DSL-Providern gelieferten Router unterscheiden sich von den Kaufgeräten vor allem hinsichtlich des DSL-Modems und der Konfigurationsmöglichkeiten, sagt Thomas Trau von der Zeitschrift „PC Welt”.

Sollen größere Datenmengen durchs Netzwerk geschickt und Geräte wie der Drucker über USB-Schnittstellen eingebunden werden oder der Funkbereich des Internets mehr als nur ein Stockwerk umfassen, stoßen einfache Router, und dazu zählen die kostenlosen Dreingaben der Provider oft, mitunter an ihre Grenzen. Überlastet sind sie auf jeden Fall bei hohem Verkehrsaufkommen, etwa wenn vier Anwender gleichzeitig Daten herunterladen.

Wer sich nun einen neuen WLAN-Router nach dem n-Standard kauft, sollte Trau zufolge bedenken, dass der Router und die im Heimnetz befindlichen Geräte wie PC und Internetradio diesen Standard unterstützen. Funkt der Rechner beispielsweise im älteren g-Standard, kann das hohe Tempo des Routers nicht ausgenutzt werden. Hinzu kommt, dass n-WLAN eine höhere Reichweite des Heimnetzwerkes ermöglicht.

Zudem sollte der Router Internettelefonie unterstützen sowie auch über die erforderlichen Anschlüsse verfügen, um die Telefonanlage in das Netzwerk einzubinden, empfiehlt Trau. Sinnvoll ist das auch für Smartphones: Das iPhone, Google Phone und Co. könnten zu Hause mehr als unterwegs, sagt Urban Bastert vom Routerhersteller AVM.

„Wenn sie sich einmal mit dem Router verbunden haben, kann man über den Festanschluss telefonieren und so Geld sparen.” Oder man nutzt das WLAN-fähige Handy, um schnell mal seine E-Mail abzurufen und um sein Facebook-Profil zu checken.

Gute Router verfügen Bastert zufolge außerdem über einen eingebauten Mediaserver. Dieser gewährt Anwendern auch bei ausgeschaltetem PC Zugriff auf Daten, die etwa auf einer externen Festplatte im Heimnetz liegen. Ein Router, der den Vernetzungsstandard UPnP beherrscht, ermöglicht zum Beispiel das Streaming von Audio- und Videodateien.

Daneben gibt es auch spezielle Energiesparfunktionen: „Am Router angeschlossene USB-Festplatten sollten in den Ruhezustand gehen können und nur bei Bedarf laufen”, sagt Bastert. Spindown heißt dieses Phänomen in der Fachsprache: Bei Inaktivität fährt der Router den USB-Speicher runter und spricht ihn wieder an, wenn er verwendet werden soll.