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PayPal investiert erstmals in Blockchain Startup

Kursänderung : PayPal investiert erstmals in Blockchain Startup

Wie nun von Seiten des Online-Bezahldienstes PayPal bestätigt wurde, beteiligte man sich an Cambridge Blockchain, einem Start-up, das sich damit beschäftigt, digitale Identitätsmanagement-Software für Unternehmen zu entwickeln.

Neben PayPal haben sich auch weitere Geldgeber gefunden, die im Zuge der Serie-A-Finanzierungsrunde Geld investiert haben. Folgt man einem Bericht von Coindesk, so sind um die 3,5 Millionen US Dollar in das Start-up geflossen.

Kursänderung hat auch Insider überrascht

Damit hat PayPal, einer der bekanntesten Online-Bezahldienste, selbst Insider überrascht: Am 2. April gab das Unternehmen bekannt, in das Blockchain-Start-up Cambridge Blockchain investiert zu haben. PayPal war bislang immer kritisch gegenüber „Blockchain-Lösungen“ und auch Kryptowährungen eingestellt; mit der Information, sich nun Anteile an dem Start-up gesichert zu haben, scheint PayPal jedoch eine Kursänderung vorgenommen zu haben.

Eine Kursänderung, die jedoch schon im letzten Jahr begonnen hat: Im vergangen Jahr hat PayPal bereits ein Patent eingereicht, damit in naher Zukunft die Zahl der Kryptowährungszahlungen steigt. Mit einem sekundären Schlüssel will man nämlich die Wartezeiten für Transaktionen zwischen den Händlern wie Verbrauchern reduzieren. Im April hat PayPal zudem ein Patent mit dem Titel „Techniken zur Erkennung und Entschärfung von Kryptowährungs-Erpressersoftware“ angemeldet.

Des Weiteren äußerte sich John Rainey, der PayPal-Finanzchef, dass man „nicht in die Kryptowährungsbranche einsteigen“ wolle, weil es „zu früh“ sei. Das lässt darauf schließen, dass es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein wird - die Frage, „ob“ man einsteigt, ist mit dieser Aussage nämlich beantwortet. Zu beachten ist, dass Kryptowährung nicht gleich Blockchain ist. Die meisten Kryptowährungen basieren auf der Blockchain, aber es gibt auch andere Anwendungen, wie eben das Identitätsmanagement, in das PayPal jetzt investieret hat.

Foto: StartupStockPhotos / Pixabay

Cambridge Blockchain erhielt insgesamt 3,5 Millionen US Dollar

Auch von Seiten des jungen Start-up wurde bestätigt, dass PayPal an der Serie-A-Finanzierungsrunde teilgenommen hat. Die Finanzspritze mag zwar hilfreich sein, jedoch erhofft sich das Start-up nun auch eine Kooperation mit dem Online-Bezahldienst.

Neben PayPal haben auch weitere Unternehmen investiert - an der Serie-A-Finanzierungsrunde haben Omidyar Network und Flourish, Partech Partners, Foxconns HCM Capital, die Digital Currency Group und auch Future/Perfect Ventures teilgenommen. Es ist jedoch nicht bekannt, wie hoch die einzelnen Investments ausgefallen sind - hier wurde nämlich von allen Seiten Stillschweigen vereinbart.

Coindesk hat jedoch aus den öffentlich einsehbaren Zahlen herausgelesen, dass in den letzten neun Monaten rund 3,5 Millionen US Dollar von Investoren in das Start-up geflossen sind. Geld, das durchaus auch aus der Serie-A-Finanzierungsrunde stammt.

Auch wenn der Anteil von PayPal wohl verhältnismäßig gering ausfällt, so dürfte die Investitionssumme dennoch auf fruchtbaren Boden fallen. Nun bleibt abzuwarten, ob es eine Kooperation zwischen Cambridge Blockchain und PayPal geben wird und ob am Ende eine gegenseitige Ergänzung stattfinden kann.

Finanzdienstleistungsunternehmen können „extrem profitieren“

„Wir haben deshalb in das Start-up Cambridge Blockchain investiert, weil die Blockchain hier in einer Art und Weise zum Einsatz kommt, sodass wir davon ausgehen, dass vor allem die Finanzdienstleistungsunternehmen, und dazu gehört natürlich auch PayPal, extrem profitieren können. Mit unserer Investition können wir auch mögliche Kooperationen ausloten, sodass auch wir die Blockchain nutzen können“, so eine PayPal-Sprecherin.

Matthew Commons, CEO von Cambridge Blockchain, meldete sich ebenfalls zu Wort: „Natürlich können wir jetzt nicht spezifisch über das Geschäft reden, weil was wir jetzt tun, das ist so etwas wie eine Erkundungstour. Ich glaube aber, dass es unsere Stationierung in Luxemburg ist und PayPal hier eine doch recht große Präsenz hat, warum jetzt gewisse Dinge in Bewegung gekommen sind“. Commons verwies auch darauf, dass es wohl auch die direkte Zusammenarbeit mit Ventures war, die am Ende ein Grund mehr für PayPal war, in Cambridge Blockchain zu investieren.

Cambridge Blockchain: Ein Blick hinter die Kulissen

Cambridge Blockchain ist ein Start-up, das Unternehmen behilflich sein will, vertrauliche Daten zu verwalten - hier kommt die sogenannte „Shared Ledger“-Technologie ins Spiel. Cambridge Blockchain bietet nicht nur die Integration persönlicher Daten an, sondern auch KYC-Überprüfungen, die für die Eröffnung von Bankkonten wie auch für andere Finanzdienstleistungen erforderlich sind.

Aktuell arbeiten 15 Mitarbeiter für das Start-up, die jedoch an verschiedenen Standorten tätig sind. Cambridge Blockchain ist auch ein Teil der Decentralized Identity Foundation, die unter anderem die Unternehmen R3, Enterprise Ethereum Alliance, Hyperledger und auch IBM Blockchain zu ihren Mitgliedern zählt.