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Wiesbaden: Norwegen geht mit Filtersystem gegen Kinderpornos im Internet vor

Wiesbaden : Norwegen geht mit Filtersystem gegen Kinderpornos im Internet vor

Im Kampf gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet setzt Norwegen erfolgreich ein neues Filtersystem ein. Dieses blockiert den Zugang zu einschlägigen Web-Seiten.

„Wir können damit pro Tag rund 15.000 Zugriffe auf solche Seiten verhindern, und damit rund 15.000 Straftaten”, sagte Bjørn-Erik Ludvigsen, der zuständige Beamte der Norwegischen Kriminalpolizei. Ludvigsen äußerte sich am Rande der laufenden Herbsttagung des Bundeskriminalamts in Wiesbaden, deren Schwerpunkt die Internetkriminalität ist.

Wie Ludvigsen erläuterte, wird der Filter bei den Internet-Providern vorgeschaltet. Versuche ein Benutzer, eine der 5000 als illegal registrierten Seiten anzuwählen, so werde ihm stattdessen eine Hinweisseite der Polizei angezeigt.

Das System sei „billig, einfach und effektiv”, weil es auf bestehende Technik zurück greife, sagt Ludvigsen. Es arbeite präventiv und sei erfolgreich, weil der Zugang zu Material über missbrauchte Kinder erheblich erschwert und so der Markt für dieses Material begrenzt werde.

Ludvigsen zufolge arbeitet die Polizei inzwischen mit rund 80 bis 85 Prozent der Internet-Provider in Norwegen zusammen. Auch in Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Neuseeland ist das Filtersystem inzwischen eingeführt, Verhandlungen mit weiteren Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien laufen. Deutschland ist bisher nicht dabei.