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Berlin: Neue Spiele: Batman im Gefängnis und Sonic auf der Bremse

Berlin : Neue Spiele: Batman im Gefängnis und Sonic auf der Bremse

Abschied und Neuanfang zugleich: Professor Layton erlebt diesen Monat auf dem Nintendo 3DS sein vorerst letztes Abenteuer, dafür feiert das Sega-Maskottchen Sonic in „Lost World” eine Wiedergeburt in den Fußstapfen von Mario.

Vita-Spieler können währenddessen als Batman den Kampf gegen die Unterwelt von Gotham City fortsetzen, Smartphone- und Tabletspieler haben die Wahl zwischen kniffligen Rätseln und lautem Geballer.

Abstraktes Abenteuer: In „Sonic Lost World“ rast der blaue Igel durch zahlreiche bunte Welten, etwa diesen Himmel voller Donuts.
Abstraktes Abenteuer: In „Sonic Lost World“ rast der blaue Igel durch zahlreiche bunte Welten, etwa diesen Himmel voller Donuts. Foto: dpa

Eine echte Überraschung ist „Device 6” der Firma Simogo. Am besten lässt sich das Puzzlespiel wohl als interaktiver Roman beschreiben: Anna wurde entführt und erwacht ohne Erinnerung in einem seltsamen Schloss auf einer abgeschiedenen Insel. Ihre Suche nach Antworten wirft zunächst nur neue Fragen auf: Warum gibt es zwei identische Schlösser auf der Insel? Wer ist der Mann mit dem Hut, der von Zeit zu Zeit auftaucht?

Der Spieler unterstützt Anna bei ihrer Suche, indem er dem Text der Geschichte mit dem Finger folgt und dabei gelegentlich sogar das iPhone oder iPad dreht. Dazu kommen knifflige Rätsel, die clever in die Geschichte eingearbeitet sind und echte Knobelarbeit verlangen - ohne Zettel und Stift lassen sich einige Kopfnüsse kaum lösen. Kopfhörer sind ebenfalls Pflicht, denn viele wichtige Hinweise gibt es nur in Tonform. „Device 6” steht für 3,59 Euro im App Store zum Download bereit, bisher gibt es den Rätselthriller nur auf Englisch.

Jedes Jahr vor Weihnachten wird es Zeit für eine neue Episode von „Professor Layton”. Der Rätselexperte und sein Gehilfe Luke lösen in „Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant” für den 3DS ihren sechsten und letzten gemeinsamen Fall. Dieser führt sie diesmal um die ganze Welt. Entwickler Nintendo verspricht über 500 knifflige Aufgaben, davon 365 als Tagesrätsel zum Download. Dazu gibt es wieder auflockernde Minispiele, eine spannende Geschichte und die gewohnt aufwendige Zeichentrickgrafik. Das letzte Abenteuer von Luke und Layton steht für rund 45 Euro in den Läden und ist ab 6 Jahren freigegeben.

In der guten, alten Zeit war ein blauer Igel namens Sonic der größte Konkurrent von Mario. Für sein neues Abenteuer „Sonic Lost World” für den 3DS, das sogar von Nintendo auf den Markt gebracht wird, hat sich das Sega-Maskottchen jedoch kräftig vom einstigen Gegner inspirieren lassen, genauer von „Super Mario Galaxy”: Die „Lost World”, in der Sonic die schrecklichen Sechs seines Erzfeinds Dr. Eggman bekämpft, ist wie im großen Vorbild eine Ansammlung frei schwebender Planeten und bizarrer Level-Konstruktionen.

Auch in Sachen Gameplay ähnelt Sonic immer mehr Nintendos Erfolgsserie: Im Gegensatz zur chaotischen Raserei älterer Titel ist er jetzt oft eher langsam unterwegs. Hochgeschwindigkeitspassagen gibt es natürlich weiterhin, sie laufen aber deutlich kontrollierter ab als zuvor. So donnert Sonic nicht mehr in ganz so viele Hindernisse, selbst wenn er von einem unerfahreneren Spieler gesteuert wird. Das Hüpfspiel ist ab 6 Jahren freigegeben und kostet rund 40 Euro. Eine Wii-U-Version ist ebenfalls erhältlich.

„Batman: Arkham Origins” für den PC und Konsolen erzählt die Anfangsgeschichte der menschlichen Fledermaus. Zeitgleich bringt Warner Interactive mit „Batman: Arkham Origins Blackgate” ein eigenes Spiel für Nintendos 3DS und die Playstation Vita auf den Markt, dass sich grundlegend vom großen Bruder unterscheidet. Aus der Seitenansicht kämpft sich Bruce Wayne alias Batman durch das Blackgate-Gefängnis, das von mehreren berühmten Insassen wie dem Joker oder dem Pinguin übernommen wurde.

Das erinnert mit zunehmender Spieldauer immer mehr an Serien wie „Metroid” und „Castlevania”: Überall in der Spielwelt gibt es zahlreiche Geheimnisse zu entdecken, die sich nur mit ganz bestimmten Werkzeugen öffnen lassen. Stellenweise haben es die Entwickler dabei aber etwas übertrieben. Selbst wichtige Gegenstände und Eingänge sind oft so gut versteckt, dass das Vorankommen ernsthaft behindert wird. „Batman: Arkham Origins Blackgate” steht für um die 40 Euro und mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren in den Läden.

Der alte Traum von der eigenen Eisenbahn: „Transport Tycoon” ließ Spieler schon vor 20 Jahren auf den Chefsessel eines Logistikunternehmens klettern, um zu Land, zu Wasser und in der Luft den Personen- und Güterverkehr zu regeln. Nun gibt es den Klassiker für 5,99 Euro auch auf Tablets mit Android und iOS. Verantwortlich für die Umsetzung ist die Firma 31X, die das Spiel grafisch sichtbar aufgemöbelt hat. Die Welten sind nun etwas größer, die Baumöglichkeiten vielfältiger. Gesteuert wird der eigene Fuhrpark per Touchscreen, was überraschend gut funktioniert - ein komplexes Spiel bleibt „Transport Tycoon” aber trotzdem.

Der Zombieshooter „Dead Trigger” überzeugte vor allem durch seine für Smartphone- und Tabletverhältnisse aufwendige Grafik. Nun erscheint mit „Dead Trigger 2” von Madfinger Games der Nachfolger, der in dieser Hinsicht noch einmal verbessert wurde. Dazu gibt es eine neue Steuerung. Der Spieler schießt nun automatisch, sobald er das Fadenkreuz über ein Ziel bewegt. Ansonsten halten sich die Neuerungen aber in Grenzen: Wieder einmal wurde die Welt von Untoten überrannt. Der Spieler ist Teil einer Gruppe Überlebender, die irgendwie einen Ausweg aus dieser Misere suchen. Den Shooter gibt es kostenlos, dafür aber mit jeder Menge In-App-Käufe für Waffen und andere Überlebenshilfen.

(dpa)