Berlin: Musik liegt in der Luft: Audio-Neuheiten auf der IFA

Berlin: Musik liegt in der Luft: Audio-Neuheiten auf der IFA

Rechtzeitig vor Beginn der IFA in Berlin (2. bis 7. September) ist Anfang August das überarbeitete Digitalradio DAB+ bundesweit auf Sendung gegangen. Für den Standard gibt es nun eine Fülle neuer Geräte, die sich in der oberen Preisklasse zum Teil nahtlos in HiFi-Netzwerklösungen einfügen. Denn auch dies ist ein Trend: Immer mehr Audiogeräte vom Verstärker bis zum Lautsprecher arbeiten zusammen - vorzugsweise drahtlos.

Waren DAB-Empfänger bisher eher Nischenprodukte, kommen zur IFA auch die Elektronikriesen mit Radios auf den Markt. Philips tritt in Sachen DAB+ mit zwei Kompaktanlagen (DCB8000 und DCB7005), einer Dockingstation (DCB2070), dem Kofferradio AE5430 und dem Radiowecker AJB3552 an. Die französische Sagemcom bringt mit dem HL40 auch ein Radio mit nach Berlin, das den neuen digitalen Standard unterstützt, ebenso Sony mit einem Retro-Stereoradio im Holzgehäuse (XDR-S16DBP), einem Uhrenradio (XDR-C706DBP) oder der Anlage CMT-G1BiP. Viele DAB+-Neuheiten gibt es auch von der Marke Pure aus Großbritannien, wo das Digitalradio schon Fuß gefasst hat.

DAB+ ruft aber nicht nur große Namen auf den Plan, auch unbekanntere Marken versuchen ihr Glück mit modernen Radiogeräten. Das deutsche Unternehmen Sonoro hat zum Beispiel sein CD-Radio Cubo mit DAB+ aufgerüstet. Die einfachste Art, um DAB+ einmal auszuprobieren, bietet vielleicht Noxon. Der Hersteller hat einen Digitalradio-Empfänger in einen USB-Stick integriert, der auch 5.1.-Surround-Klang unterstützt. Der Noxon DAB-Stick kostet 20 Euro und wird mit Antenne sowie einer Tuner-Software geliefert, die das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen mitentwickelt hat. Einfache DAB+-Radios sind bereits ab 50 Euro zu haben.

Audio-Streaming ist ein weiteres Trendthema auf der IFA. Viele neue Geräte unterstützten Apples noch relativ junge Drahtlos-Technologie AirPlay. Als Musikquelle braucht es einen Mac mit iTunes, ein iPhone, einen iPod Touch oder ein iPad - jeweils mit Apples mobilem Betriebssystem iOS ab Version 4.2. Die Apple-Geräte schieben die Musik dann auf kompatible Receiver, Anlagen oder Boxen. In Verbindung mit Apples WLAN-Adaptern AirPort Express kann aber im Prinzip jeder Verstärker zum AirPlay-Empfänger werden.

Die Welt der drahtlosen Musikübertragung ist jedoch keineswegs ein Apple-Monopol. Bei vielen netzwerkfähigen Geräten gehört der Streaming-Standard DLNA zur Ausstattung. Die Abkürzung steht für die 2003 gegründete Digital Living Network Alliance. Computer, Fernseher, Unterhaltungselektronik oder auch Smartphones, die DLNA unterstützten, können sich Musik, Filme oder Bilder von Rechnern, Netzwerk-Festplatten (NAS) und jedem anderen DLNA-Gerät ziehen und wiedergeben. Daneben gibt es auch noch das Bluetooth-Stereo-Profil (A2DP), mit dem sich Musik drathlos übertragen lässt.

Sowohl DLNA als auch AirPlay ist zum Beispiel in Pioneers AV-Receivern VSX-921 (500 Euro) und VSX-1021 (700 Euro) integriert. Die neuen Receiver VSX-2021 (1000 Euro) und VSX-LX55 (1300 Euro) bieten darüber hinaus auch noch den Empfang von Musik per Bluetooth - beispielsweise vom Smartphone. Allerdings ist dazu ein optionaler Adapter notwendig.

Auch Denons neue Receiver AVR-3312, AVR-2312, AVR-1912 (550 bis 1100 Euro) unterstützen sowohl AirPlay als auch DLNA. Einige ältere Geräte macht der japanische Hersteller per kostenpflichtigem Update der Gerätesoftware (50 Euro) fit für AirPlay.

Eine Aktivbox, die sich auf den Apple-Standard verstehen, hat Loewe entwickelt. Der würfelförmige Air Speaker des Kronacher Herstellers für Unterhaltungselektronik lässt sich aber auch per Kabel (Aux-in und USB) mit beliebigen Audioquellen verbinden. In dem Lautsprecher stecken jeweils zwei Subwoofer, Hoch- und Mitteltöner mit insgesamt 80 Watt Leistung.

Auf Bluetooth zur Tonübertragung setzt Philips beim 30 Watt starken Lautsprecher-Dock Fidelio AS851 und beim Radiowecker-Dock Fidelio AS111 mit 4 Watt Leistung - beide für Android-Smartphones mit Micro-USB-Anschluss, über den im Dock die Stromversorgung läuft. Für die Musikwiedergabe an sich setzt Philips auf die App Songbird. Die Docks sollen im Oktober für 250 Euro und 100 Euro in den Handel kommen.

Der Hersteller Sonos hat zur IFA seine Palette an Multiroom-Audio-Lösungen um das Musiksystem Play:3 erweitert. Der netzwerkfähige Lautsprecher kostet 300 Euro und kann sich mit beliebigen weiteren Sonos-Boxen koppeln. Die Sonos-Systeme greifen auf die Musiksammlung auf Windows-PCs, Mac-Rechnern oder Netzwerk-Festplatten zu. Die Songauswahl und Bedienung funktioniert zum Beispiel per iPhone, iPad oder Android-Smartphone mit einer kostenlosen Sonos-App. Jeder Lautsprecher kann dabei einzeln angesteuert werden.

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