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Aachen: Mit Umsicht shoppen und Updates nutzen: Online-Kriminellen ausweichen

Aachen : Mit Umsicht shoppen und Updates nutzen: Online-Kriminellen ausweichen

Bücher, Software und CDs kaufen die Deutschen am häufigsten im Internet. Aber auch Bahnfahrkarten und Lebensmittel besorgen sich immer mehr Bundesbürger im Netz, und sie erledigen noch gleich ihre Bankgeschäfte mit. Wie die neue Kriminalitätsstatistik zeigt, werden aber auch immer mehr Nutzer Opfer von Online-Betrügern. Deshalb brauchen Käufer nicht nur einen aktuellen Virenschutz.

Auch vor dem Zugriff auf persönliche Daten sollten sich Nutzer von Online-Angeboten schützen. Unabdingbar sind daher die Wahl eines sicheren Passworts, einer verschlüsselten Verbindung und eines geprüften Online-Händlers, wie die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) in Stuttgart erläutert.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble stellte am Dienstag in Berlin die Kriminalitätsstatistik 2006 vor. Während die Zahl der Straftaten in Deutschland insgesamt weiter rückläufig ist, stiegen Fälle von Internetkriminalität im vergangenen Jahr an. Vor allem Betrugsdelikte beim Online-Kauf nahmen zu. Von den polizeilich registrierten Straftaten, bei denen das Internet als „Tatmittel” genutzt wurde, sind rund 83 Prozent Betrugsfälle.

So werde minderwertige Ware als Qualitätsprodukt angeboten oder eine Bestellung trotz Vorauszahlung nicht geliefert, erläutert das Innenministerium. Auch der Verkauf gefälschter Medikamente oder Hehlerei - zum Beispiel der Verkauf von Diebesgut oder raubkopierter Software über Online-Auktionen - komme immer wieder vor, fügen die Experten der Polizeilichen Kriminalprävention hinzu.

Sie raten Kunden, sich so gut wie möglich über den Verkäufer zu informieren. Orientierung geben etwa das von der Bundesregierung empfohlene Gütesiegel „Geprüfter Onlineshop” oder das „Safer Shopping” -Etikett des TÜV. Überprüfbar müsse vor allem der Hintergrund des Anbieters sein: Anschrift, Garantie- und Gewährleistungsbedingungen sowie Informationen zu Rückgabe- und Widerrufsrecht sollten auf dem Portal leicht aufzufinden und verständlich präsentiert sein.

Wichtig ist zudem, dass bei wichtigen Transaktionen der Datenaustausch über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt. „Sie erkennen das daran, dass die Adresszeile des Browsers mit „https” beginnt”, erläutert ProPK-Mitarbeiter Samuel Voetter. Der Internet Explorer zeige außerdem ein kleines Vorhängeschloss mit geschlossenem Bügel, der Mozilla Firefox signalisiere mit einer gelb eingefärbten Adresszeile die sichere Verbindung.

Wer im herkömmlichen Lastschriftverfahren oder per Überweisung bezahlt, sollte auf eine solche Verschlüsselung achten. Vorteilhaft sind nach Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn auch eigens für den Online-Kauf entwickelte Zahlungssysteme. Zum einen kämen dabei Prepaid-Karten wie beim Telefonieren zum Einsatz.

Firmen wie Firstgate oder der Paypal-Dienst von eBay setzen auf zuvor eingerichtete Konten nach einer Registrierung. Sie können wertvollen Schutz bieten, denn „Problem Nummer Eins” sei immer noch das so genannte Phishing.

Dabei versenden Kriminelle zum Beispiel Mails, die wie Rechnungen oder Post von der Bank aussehen, erläutert der Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Mit Formulierungen wie „Ihre Kontoangaben müssen erneut bestätigt werden” versuchen sie, an persönliche Daten zu gelangen. Häufig heiße es dann, vertrauliche Zugangsdaten wie die PIN sollten auf der Internetseite der Bank aktualisiert werden.

Solche Daten würden von Banken niemals per Mail abgefragt, betont der Bankenverband. Er rät außerdem, Zugangsdaten und Transaktionsnummern nie auf dem Rechner zu speichern. Dies könne dazu führen, dass Dritte diese Daten einsehen. Um den Missbrauch von Passwörtern zu verhindern, werde am besten eine sechs- bis achtstellige Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen gewählt.

Das BSI rät darüber hinaus dringend zu einem aktuellen Schutz vor Internet-Schädlingen. Virenschutzprogramme und eine Firewall seien Pflicht, um zu vermeiden, dass beim Einkaufen Viren, Trojanische Pferde oder Spionageprogramme auf den PC gelangen. „Insgesamt ist gesunder Argwohn beim Nutzen von Internetdiensten noch nicht ausreichend verbreitet”, sagt Sprecher Matthias Gärtner.

Wer den Schutz nicht aktuell hält, ermöglicht Schadprogrammen aber unter Umständen, die Kontodaten „abzufischen”, Überweisungen zu manipulieren oder eigene auszuführen. Wer beim Einkaufen nicht die Shoppingtour für andere mitfinanzieren will, sollte daher regelmäßig den Virenschutz aktualisieren und zur Verfügung stehende Patches für seine Programme herunterladen.