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Hannover/München: Klein und manchmal kugelig: Bei Webcam auf die Auflösung achten

Hannover/München : Klein und manchmal kugelig: Bei Webcam auf die Auflösung achten

Bilder beherrschen die digitale Medienwelt - auch die eigene am Schreibtisch. Das Headset zum Telefonieren und Chatten gehört fast selbstverständlich zur PC-Ausstattung - und bei vielen auch die Webcam.

„Video-Telefonie ist Realität”, sagt Georg Wilde, Pressesprecher bei Philips in Hamburg. Und das gelte nicht nur für all jene Eltern, deren Kinder zum Studium weggezogen sind, oder für Geschäftsreisende, die ihrer Familie von unterwegs „Hallo” sagen wollen.

„Auch Unternehmen nutzen die Webcams für Telefonkonferenzen”, sagt Ulrich Hilgefort von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift „ct”. Vor allem für Mitarbeiter, die viel unterwegs sind, seien Webcams eine gute Möglichkeit, Kontakt mit den Kollegen zu halten. Aber Webcams werden laut Dirk Sturny vom Hersteller Logitech in München inzwischen für mehr als die herkömmliche Video-Internet-Kommunikation genutzt.

Zum Beispiel gibt es an der Ruhr-Universität Bochum ein Projekt namens „eTandem”, bei dem Fremdsprachen interaktiv mit Muttersprachlern überall auf der Welt gelernt werden können. „Mittlerweile gibt es zudem immer mehr Unternehmen, die in ihren Bewerbungsunterlagen angeben, dass sich Interessenten per Webcam oder Video bewerben sollen”, sagt Sturny. Auch das sogenannte Online-Speeddating ist ohne die kleinen Kameras kaum denkbar.

Eine Webcam ist ein vergleichsweise einfaches Gerät. Sie ist einfach zu installieren und kann mit fast jedem Rechner verwendet werden, der über einen Breitband-Internetzugang (DSL) verfügt. Aktuelle Webcams erreichen eine Auflösung von bis zu zwei Megapixeln. Wichtig ist es, auf die optische Auflösung zu achten. Oft wird nur der sogenannte interpolierte Wert angegeben, der allerdings nichts über die Qualität der Kamera aussagt.

Zu viel darf von einer Webcam ohnehin nicht erwartet werden: „Eine Webcam ist kein DV-Camcorder und keine digitale Fotokamera - die spielen in einer anderen Liga”, sagt Hilgefort. Viele Kameras hätten zudem ein eingebautes Mikrofon - das allerdings in der Qualität oft zu wünschen übrig lasse. „Wenn man sich unterhalten will, ist man mit einem Headset besser bedient.”

Etwa 50 Euro kostet eine gute Webcam, so Hilgefort. In Tests schneiden dem Experten zufolge die Geräte namhafter Hersteller meist wesentlich besser ab als die Modelle von No-Name-Firmen. Bei günstigen Modellen ist die Empfindlichkeit oft relativ niedrig. Sie zeigen bei wenig Licht ein stärkeres Rauschen - also eine schlechtere Bildqualität. „Die besten Kameras liefern sogar noch gute Bilder, wenn die Lichtstärke unter zehn Lux liegt - das entspricht etwa dem Licht von zehn Kerzen aus einem Meter Abstand”, sagt Hilgefort.

Sturny rät, darauf zu achten, dass die Objektive eine Glaslinse haben. Mit denen könne das Licht optimal an den Sensor in der Kamera übertragen werden. „Plastiklinsen verursachen oft Verzerrungen.” Einige der neuesten Webcams seien zudem mit einem Autofokussystem ausgestattet, das die Schärfe auch bei Bewegung nachstellt. Da kann man beim Videochat mit den Kindern auch mal Faxen machen.