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Berlin: Klappkino fürs Wohnzimmer: Multimedia-Notebooks auf der IFA

Berlin : Klappkino fürs Wohnzimmer: Multimedia-Notebooks auf der IFA

Mit der IFA 2007 beginnt am 31. August in Berlin die weltweit größte Messe für Unterhaltungselektronik. Sechs Tage lang wird die Fach- und Publikumsmesse Neuheiten vom wachsenden Markt für audiovisuelle Technik vorstellen.

Dazu gehöre auch eine große Auswahl von Multimedia-Notebooks, sagt Roland Stehle vom IFA-Veranstalter, der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Frankfurt/Main. Hoch auflösende Displays, Lesegeräte für Datenträger aller Art, integrierte Webcams, TV-Tuner und 3D-Power für Spiele - die vorgestellten Notebooks vereinen in sich immer mehr Möglichkeiten medialer Unterhaltung.

Was ein Multimedia-Notebook ausmacht, sei jedoch nicht genormt, sagt Florian Müssig von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift „c´t”. Entsprechend unterschiedlich fallen die so bezeichneten Geräte aus. Toshiba zum Beispiel präsentiert ein Modell mit HD-DVD-Brenner und fünf Lautsprechern.

Für den Anwender stellt sich die Frage, welche der zum Teil recht kostspieligen Komponenten er wirklich braucht. „Musik downloaden und brennen kann heute fast jedes Notebook”, sagt Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest in Berlin. Um als vollwertiger Fernseher oder als Medienzentrale fürs Wohnzimmer dienen zu können, bedarf es hingegen einer besonderen Ausstattung. Das gilt vor allem, wenn das Notebook auch fürs Heimkino und Filme in HD-Qualität gerüstet sein soll.

Auffälligstes Merkmal eines Multimedia-Notebooks ist das Display. Im Heimanwenderbereich ist das in der Regel ein WXGA-Widescreen mit einem 16:10-Format und einer glänzend glatten Oberfläche. „Diese Displays sind besonders scharf und kontrastreich und lassen so auch die Farben besser zur Geltung kommen”, sagt Jörg Hartmann von Fujitsu Siemens in Bad Homburg.

Florian Müssig von der „c´t” hingegen rät von den „Bright”, „Glare” oder „Brillant” genannten Monitoren ab: Vor allem bei dunklen Bildern und in heller Umgebung trete eine störende Spiegelung auf. Das Display brauche mindestens eine Breite von 1280 Pixelspalten, um zumindest die kleine HD-Auflösung mit 720p nativ anzuzeigen, sagt Müssig. Am besten seien große 17-Zoll-Monitore mit „Full-HD” -tauglicher WUXGA-Auflösung und 1920 x 1200 Pixel. Beim Kauf sollten auch die Helligkeit und die Blickwinkeltreue des Displays beachtet werden.

Für den Anschluss eines Beamers oder Flachbildschirms sollte das Notebook Lorenz zufolge auch extern eine „Full-HD” -Auflösung liefern können. In Sachen Grafik gebe es zwei grundverschiedene Ansätze, erläutert Jörg Hartmann von Fujitsu Siemens. Während On-Board-Lösungen ohne eigenen Grafikspeicher - erkennbar an Bezeichnungen wie „shared memory” - vor allem preislich punkteten, sei für Multimedia ein gesonderter Grafikchip von Nvidia oder ATI ratsam.

Laut Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest braucht allein das ressourcenhungrige Windows Vista 128 Megabyte eigenen Grafikspeicher. Ein separater Grafikchip erlaube zudem, 3D-Games zu spielen, ergänzt Müssig. Wer sein Notebook als Fernseher benutzen möchte, kann mit einem DVB-T-Tuner auch unterwegs Digital-TV empfangen. TV-Module verfügen zudem oft über einen Videoeingang. Dieser ist Voraussetzung für Aufzeichnung und Bearbeitung von Filmdateien. Hier lassen sich zum Beispiel auch alte Videorekorder anschließen.

Viele der auf der IFA präsentierten Modelle haben HD-Laufwerke. Doch die hellen Displays und die rechenintensive Wiedergabe von HD-DVDs oder Blu-ray-Discs führten zu Akkulaufzeiten von oft weniger als einer Stunde, warnt Müssig.

Ohnehin eignen sich die Klappkinos nur begrenzt für den Einsatz unterwegs - ein 17-Zoll-Notebook kann bis zu fünf Kilogramm wiegen. Auch die Außenmaße taugten nicht fürs Zugabteil, so Florian Müssig. Die Mobilität beschränkt sich somit eher auf die eigene Wohnung. Viele Hersteller setzen folglich mehr auf Design als auf Robustheit. Samsung etwa präsentiert ein Modell in edlem, aber kratzempfindlichem Klavierlack.

Dient das Notebook vorwiegend als Zuspielgerät für die Heimkino- oder Hifi-Anlage, sind eine große Festplatte und mindestens ein Gigabyte Arbeitsspeicher ratsam. Schnittstellen sollten so viele wie möglich vorhanden sein, sagt Lorenz. USB- und Firewire-Anschlüsse verbinden das Notebook mit MP3-Playern, externen Speichermedien oder Camcordern und erlauben künftige Erweiterungen.

Zur Multimedia-Ausstattung zählt Müssig auch einen SPDIF-Anschluss für Mehrkanalton. Herkömmliche Fernseher lassen sich über analoge S-Video- oder Composite-Anschlüsse ansteuern. Unter Digitalausgängen fürs Heimkino sind Lorenz zufolge derzeit vor allem DVI-Ausgänge üblich. Die beste Zukunftssicherheit garantiert ein volldigitaler HDMI-Anschluss für Audio- und Videodaten. In jedem Fall sollte die Schnittstelle mit dem HDCP-Kopierschutz für HD-Inhalte kompatibel sein. Multimedia-Notebooks sind den Experten zufolge ab 1000 Euro zu haben.